vergrößernverkleinern
David Beckham hat mit Manchester United sechs Meisterschaften gewonnen, mit Real Madrid eine © getty

David Beckham kämpft um den MLS-Titel, hofft auf ein Comeback in der Nationalelf und träumt von Olympia - die Trainer blocken.

Von Daniel Michel

München - David Beckham kann mit den Los Angeles Galaxy in der Nacht zum Montag im Finale gegen die Houston Dynamos (ab 3 Uhr LIVESCORES) erstmals den Titel in der Major League Soccer (MLS) holen. (BERICHT: Beckham-Team greift nach dem Titel).

Doch viel mehr als das Endspiel um die US-Meisterschaft im eigenen Stadion bewegt Fans und Medien: Was wird aus dem 36-Jährigen im Jahr 2012?

"Ich weiß, ich bin noch nicht bereit, aufzuhören", versicherte Englands Ikone am Donnerstag bei "710 ESPN radio".

Hollywood als Vorteil

Sein Fünfjahres-Vertrag bei Los Angeles, mit insgesamt 250 Millionen Dollar dotiert, läuft Ende November aus.

Galaxy-Präsident Tim Leiweke will seinen Mittelfeldstar gerne halten und wirbt mit einem Standortvorteil: "Er liebt es, in Los Angeles zu wohnen. Durch Hollywood rückt seine Person in den Hintergrund. Er kann hier ein normales Leben führen."

Dessen solle sich Beckham bei Verhandlungen mit anderen Klubs bewusst sein.

Rücken schmerzt

Der 36-Jährige wiederum beklagte seine Verletzungen in der vergangenen Zeit und will sich erstmal eine Auszeit nehmen. "Ich muss am Ende der Saison eine Pause einlegen, um zu sehen, wie es mir mental und körperlich geht", sagte Beckham.

Rückenschmerzen plagen ihn, und in dieser Saison hat er drei Monate mit einem Haarriss an der Wirbelssäule gespielt. Ein Riss an der Achillessehne kostete ihn die WM-Teilnahme 2010.

Allerdings betont er auch: "Ich liebe es, Fußball zu spielen."

Paris als Favorit

Und so stehen die Klubs in Europa Schlange. In London sollen die Tottenham Hotspur und die Queens Park Rangers Interesse an Beckham haben.

Beckham, der aus der Jugend von Manchester United stammt und mit den "Red Devils" 1999 die Champions League gewann, scheint aber eine andere Metropole zu favorisieren.

Offenbar zieht es "Becks" nach Paris.

"David Beckham geht über den Sport hinaus. Er ist ein Botschafter, er ist eine Marke und er ist ein Vorbild für andere", sagte Saint-Germain-Präsident Nasser al-Khelaifi der "L'Equipe".

"Er ist auch immer noch ein sehr guter Fußballer", bekräftigte der neue finanzkräftige Boss, der zu einer Investorengruppe um einige Scheichs aus Katar zählt.

20.000 Trikots vorbestellt

Auch die Pariser Fans sind Feuer und Flamme: 20.000 Trikotbestellungen sollen dem Klub für Beckham vorliegen.

Mit PSG-Sportchef Leonardo würde Beckham auf einen alten Bekannten treffen. Der Brasilianer trainierte ihn während seines Intermezzos beim AC Mailand 2010. "Ich würde immer wieder mit ihm zusammenarbeiten. Die Tür steht offen", sagte Leonardo der "BBC".

Laut "Le Monde" ist Beckham bereits auf Wohnungssuche in Paris. (NEWS: Beckham sucht Wohnung in Paris).

Comeback in der Nationalelf?

Beckhams mögliche Rückkehr nach Europa dürfte die Chance steigern, seine Träume für 2012 zu verwirklichen: Er hofft auf ein Comeback in der Nationalmannschaft und will bei den Olympischen Spielen in London antreten.

"Ich würde liebend gerne wieder für England spielen, und ich glaube, ich werde es auch wieder", sagte der ehemalige Kapitän der "Three Lions" der "BBC".

Doch Englands Nationaltrainer Fabio Capello erteilte den Hoffnungen des 36-Jährigen eine Absage: "Plane ich derzeit mit ihm? Nein", zitierte "Sky Sports" den Italiener.

Traum von Gold bei Olympia

Bleibt dem laut "Forbes" mit 27,3 Millionen Euro bestverdienenden Fußballspieler der Welt noch der Traum von Gold bei Olympia. Drei Profis über 23 Jahre dürfen dem Team angehören.

"Ganz wichtig bei meiner Entscheidung, was ich als nächstes mache, ist, dass ich genug Einsatzzeiten erhalte. Ich will bei den Olympischen Spielen dabei sein", betonte Beckham gegenüber "Telegraph Sport".

"Wenn ich da dabei sein und um Gold spielen könnte, würde mir das sehr viel bedeuten. Ich bin sehr patriotisch", ergänzte er.

Pearce skeptisch

Aber trotz 115 Länderspielen scheint ihm Trainer Stuart Pearce Steine in den Weg zu legen.

"Ich weiß es jetzt noch nicht", antwortete der U-21-Nationaltrainer und Olympia-Coach auf die Frage, ob er sich Beckham in seinem Team vorstellen könne.

"Ich habe ihn in letzter Zeit nicht beobachten können. Er ist ein bißchen zu alt für die U 21", spottete der 49-Jährige.

Bestnoten in USA

In den USA erhält Beckham für seine Form hingegen Bestnoten. Er hat großen Anteil am Final-Einzug von Los Angeles: 15 Tore hat Beckham vorbereitet, drei davon in den Playoffs. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Liga hat ihn zudem ins All-Star-Team berufen und zum "Comeback-Spieler des Jahres" ausgezeichnet. (NEWS).

"David liefert außergewöhnliche Leistungen ab, in den Playoffs scheint er noch einmal richtig aufzublühen", lobte ihn Galaxy-Trainer Bruce Arena.

Er weiß: Beckham kann im Finale der MLS den Unterschied ausmachen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel