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Erst kürzlich verlängerte Sturmjuwel Neymar seinen Vertrag beim FC Santos bis 2015 © getty

Milliardärsklub Machatschkala will trotz Eto'o nachrüsten. Weltstars wie van Persie, Neymar und Berbatov sind im Gespräch.

München - 2:1 gegen ZSKA Moskau am Sonntag: Dank des Sieges im letzten Spiel des Jahres 2011 kann Anschi Machatschkala noch hoffen.

Hoffen, in der laufenden Saison doch noch die Champions League zu erreichen, was so etwas wie ein Minimalziel ist.

Dazu muss der neureiche Fußball-Klub in der russischen Premjer Liga am Saisonende mindestens Tabellendritter werden. (DATENCENTER: Russlands Premier Liga)

Hinter den eigenen Ansprüchen

Zwar ist Anschi momentan nur Siebter, aber der Klub hat Glück: Neuerdings endet die Saison in Russland nicht mehr zum Ende des Kalenderjahres, sondern erst im Mai.

Von den Ansprüchen, die Roberto Carlos formuliert hat, ist der Klub aus der russischen Republik Dagestan allerdings meilenweit entfernt.

"Wir wollen aus dem Klub ein Kaliber wie Real oder Barcelona machen." Der brasilianische Weltmeister von 2002 war im Februar 2011 der erste weltbekannte Spieler, den Machatschkala verpflichtet hat.

Die Übernahme des Vereins durch den aus Dagestan stammenden Multimilliardär Suleiman Kerimow im Januar hatte es möglich gemacht.

Änderung des Spielplans

Nun könnte Anschi schon Jahre vorher von der Fußball-WM 2018 in Russland profitieren.

Wegen des Turniers soll die Meisterschaft künftig von August bis zum Mai des Folgejahres ausgetragen werden, wie in Europa zumeist üblich.

Deshalb dauert die aktuelle Saison anderthalb Jahre. Nach der regulären Meisterschaft läuft seit Mitte November eine Meisterrunde mit den besten acht Klubs. Damit haben die Spieler im kommenden Jahr noch zwölf Spieltage Zeit, die sechs Punkte Rückstand auf Platz drei aufzuholen.

Eto'o als Lebensversicherung

Doch dazu muss sich die Millionen teure Truppe nach der Winterpause gewaltig steigern.

Auch im letzten Spiel des Jahres sicherte Samuel Eto'o Anschi den Sieg erst mit einem verwandelten Elfmeter kurz vor Schluss. Die Leistungen der Mannschaft sind schon seit Monaten nur Durchschnitt.

Das Aus im Pokal und ein Remis in der Liga gegen Grosny kosteten Gadschi Gadschijew bereits Ende September das Traineramt. Roberto Carlos rückte zum Spielertrainer auf.

"Man hat mich gefragt, also helfe ich", begründete der Brasilianer den Schritt. Viel besser geworden ist es seither nicht.

Enttäuschungen trotz Hochkaräter

Noch im August waren die Erwartungen deutlich höher. Den russischen Nationalspieler Jurij Schirkow warb Mäzen Kerimow für 15 Millionen Euro vom FC Chelsea ab.

Der Paukenschlag war die Verpflichtung von Eto'o von Inter Mailand. Bei rund 28 Millionen Euro soll die Ablöse gelegen haben, mit etwa 20 Millionen Euro Jahresgehalt soll der Kameruner der bestbezahlte Fußballer der Welt sein.

"Ich habe ein Angebot erhalten und es angenommen. Wir arbeiten alle für Geld und jeder, der etwas anderes behauptet, ist ein Heuchler", sagte Eto'o.

"Ich möchte Hoffnung machen"

Eto'o nannte später auch noch ein anderes Motiv für seinen Wechsel. "Ich möchte den Menschen in Machatschkala Hoffnung machen. Hoffnung auf ein besseres Leben für die Zukunft."

Die Lage der Menschen in Dagestan ist verzweifelt. Die Republik im Kaukasus gilt als eine der ärmsten Russlands, die Arbeitslosigkeit ist hoch und Korruption weit verbreitet.

Auseinandersetzungen zwischen radikalen Islamisten und Sicherheitskräften haben 2011 allein im ersten Halbjahr 204 Menschenleben gekostet. Deshalb wohnen und trainieren die Stars in Moskau. Nach Machatschkala fliegen sie nur zu den Heimspielen ein.

Neue Transfers im Winter

In der Winterpause kann Kerimow für sein teures Hobby noch mal auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Namen wie Arsenals Robin van Persie, Dimitar Berbatow von Manchester United oder Inter Mailands Maicon werden in den Medien schon seit Wochen mit Anschi in Verbindung gebracht.

Sogar am brasilianischen Nachwuchsstar Neymar soll Interesse bestehen.

"Wenn Real, Barcelona oder Manchester United die Transfersumme nicht zahlen können, werden wir das tun", sagte Roberto Carlos zu entsprechenden Berichten. "Suleiman Kerimov kann bieten, was er will."

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