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Paul Gascoigne schoss in 57 Länderspielen für England 10 Tore © getty

Neue Sorgen um Paul Gascoigne: Sein kleiner Sohn fürchtet seinen Tod, über die Festtage ist der Ex-Star spurlos verschwunden.

Von Martin Hoffmann

München - Paul Gascoigne war ein großer Fußballer.

Einer, der noch größer hätte sein können, hätte er nicht schon damals seine "Dämonen" gehabt, wie man in England Suchtprobleme umschreibt.

Mittlerweile ist Gascoigne kein Fußballer mehr - und man verbindet ihn nur noch mit Alkohol- und Drogenexzessen, Depressionen und Selbstzerstörungs-trips.

Nun hat der Sohn des englischen Ex-Nationalspielers die Öffentlichkeit mit einem dramatischen Statement aufgeschreckt.

"Er wird wohl bald sterben", erklärt Gascoignes erst zwölfjähriger Filus Regan in einer TV-Dokumentation.

Nicht mehr zu helfen

"Surviving Gazza" ("Gazza überleben") soll am 5. Januar im britischen Fernsehen ausgestrahlt werden.

Und der Spross des mittlerweile 41-jährigen Gascoigne verliert dort kein gutes Wort über seinen Erzeuger: "Weil er ein Top-Spieler war, heißt das nicht, dass er ein guter Vater oder ein guter Mensch ist."

Regan wünscht sich gar, "dass er einfach weg von uns geht". Es mache keinen Sinn mehr, ihm helfen zu wollen.

Nach Selbstmordversuch wieder in Kontakt

Gascoigne hatte Regans Mutter Sheryl einst verlassen, als der noch ein Baby war.

In diesem Sommer trat er wieder in ihr Leben - nach einem besonders schweren Absturz.

Gascoigne war einige Wochen vorher von der Polizei zum eigenen Schutz in Gewahrsam genommen worden: Er hatte angeblich in einem Londoner Hotel versucht, sich umzubringen.

Nach wenigen Tagen die nächste Sauftour

Gascoigne kam nach seiner Entlassung und einer Therapie wieder mit seiner Familie in Kontakt und bat sie, ihm bei der Überwindung seiner Probleme zu helfen.

Nach nicht mal zwei Wochen verschwand er aber wieder - angeblich nachdem seine Ex-Frau ihn aufgefordert hatte, den Kontakt mit einem Saufkumpanen abzubrechen.

Gascoignes Reaktion: Er reiste zu einer Tournee der mit ihm befreundeten Heavy-Metal-Band Iron Maiden, um sich wieder ausgiebig die Kante zu geben.

Pferde als Therapiehelfer

Rechtzeitig vor Weihnachten versuchte Gascoigne, wieder zur Besinnung zu kommen: Er schrieb sich auf Drängen seiner Freundin Sally Mulholland erneut in ein Suchtzentrum ein.

Auf einer Farm im kleinen Dorf Minsterworth begab er sich laut Medienbereichten in eine Spezialtherapie, die an den Film "Der Pferdeflüsterer" erinnert.

Die Patienten sollen dort ihre Probleme durch den zärtlichen Umgang mit Pferden überwinden: Sie streicheln die Tiere und reden mit ihnen, um so zu lernen, sich auch ihren Mitmenschen wieder anzuvertrauen.

"Keiner weiß, wo er ist"

Die ungewöhnliche Behandlung soll bei Gascoigne gut angeschlagen haben - bis er zu Weihnachten für drei Tage entlassen wurde, um Zeit mit seiner Familie verbringen zu können.

Gascoignes Mutter hatte ihn zu einem Familienessen eingeladen - zu dem er aber laut dem "Daily Star" ohne ein Wort der Erklärung nicht erschienen ist. "Keiner weiß, wo er ist", zitiert die Zeitung einen Verwandten: "Jeder fürchtet, dass er womöglich wieder abgestürzt ist."

Kein Wunder, dass Gascoignes Sohn da das Schlimmste befürchtet.

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