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Carlo Ancelotti gewann mit dem AC Mailand zwei Mal die Champions League © getty

Mit der Verpflichtung des italienischen Trainers will Paris St. Germain international angreifen. Das Geld kommt aus der Wüste.

Von Jakob Gajdzik

München - Er dürfte sich vorkommen wie ein Kind im Süßigkeitenladen.

Carlo Ancelotti, der am Freitag als neuer Trainer von Paris St. Germain vorgestellt wurde, kann sicher davon ausgehen, dass sein neuer Verein die Geldschatulle für neue Spieler öffnen wird.

Doch auch er wird für sein Engagement in Frankreich mit geschätzten 500.000 Euro netto im Monat fürstlich entlohnt und mit vielen Vorschusslorbeeren empfangen.

"Man muss ihn nicht vorstellen, wir sind sehr glücklich, dass er zu uns kommt", sagte PSG-Sportchef Leonardo zu der Verpflichtung des Italieners.

Der Trainer ist sich seiner ambitionierten Aufgabe bewusst. "Ich will dazu beitragen, dass PSG ein großer Klub in Europa wird", sagte Ancelotti zu seinen Zielen in Paris.

Keine Verhandlungen mit Pato

Neben seinen Fähigkeiten als Trainer kann der Ex-Nationalspieler aufgrund der finanziellen Möglichkeiten auf hohe fußballerische Qualität hoffen.

Ganz oben auf seiner Liste steht sein Ex-Schützling aus seiner Zeit beim AC Mailand, Alexandre Pato. Allerdings sind aus Milan-Kreisen bisher ausschließlich Dementis zu vernehmen.

"Es gibt keine Verhandlungen", sagte Milan-Vizepräsident Adriano Galliani und auch Pato selbst äußerte sich im Trainingslager der "Rossoneri":

"Ich weiß nichts vom Interesse aus Paris. Mein Berater meldet sich nur bei mir, wenn es etwas Konkretes gibt".

Gelegenheit, sich hautnah von den Fähigkeiten des 21-Jährigen zu überzeugen, bekommen die Pariser am 4. Januar.

Dann trifft der Klub im Rahmen seines Trainingslagers in Katar in einem Freundschaftsspiel in Dubai auf Ancelottis Ex-Klub.

Täglich kursieren neue Namen

Neben dem brasilianischen Nationalspieler kursieren rund um den Pariser Prinzenpark fast tagtäglich neue Namen potenzieller Neuzugänge.

So sollen Reals Kaka, unter Ancelotti bei Milan zum Weltfußballer aufgestiegen, Carlos Tevez (Manchester City), Florent Malouda, Salomon Kalou (beide Chelsea) oder Portos Stürmer Hulk im Gespräch sein.

Zuletzt rankten sich zudem immer wieder Transfergerüchte um David Beckham, der mit einer kolpotierten Traumgage von 800.000 Euro monatlich an die Seine gelockt werden soll.

Rückkehr? Lob für Beckham

"Er ist ein intelligenter Spieler mit einer unglaublichen Karriere", lobt Leonardo den Mittelfeldakteur von MLS-Klub Los Angeles Galaxy, der sich durch eine Rückkehr nach Europa noch Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme mit der Nationalmannschaft in London in diesem Jahr ausrechnet.

Für Ancelotti besitzen allerdings zunächst seine beiden brasilianischen Ex-Spieler Priorität. Und auch Beckham ziert sich noch.

Allerdings rechnen Insider mit trotzdem mit einer baldigen Bekanntgabe des Wechsels - vermutlich noch während des Trainingslagers in Katar.

Katarische Investorengruppe

Denn das PSG-Geld im sonst eher klammen Frankreich kommt aus der Wüste.

Seitdem die katarische Investorengruppe QSI im Juli 2011 70 Prozent am zweimaligen französischen Meister übernahm, sprudelt das Geld in der Hauptstadt wie das Öl auf der arabischen Halbinsel.

Trotz dreier Pokalsiege seit 2004 stagnierte der Klub in den letzten Jahren in der Liga nur im Tabellenmittelfeld und auch international liegt der letzte Titel fast 16 Jahre zurück.

1996 holten die Franzosen den Europapokal der Pokalsieger.

Um das zu ändern, wurde bereits vor der Saison kräftig investiert. Für die französische Rekordsumme von 42 Millionen Euro kam der Argentinier Javier Pastore aus Palermo.

Insgesamt investierte der Klub 85 Millionen Euro für Pastore, Kevin Gameiro (FC Lorient), Jérémy Ménez (AS Rom) und Mohamed Sissoko (Juventus Turin).

Bislang nur mäßiger Erfolg

Ausgezahlt haben sich die Ausgaben bisher nur teilweise.

In der Liga steht zwar die Herbstmeisterschaft zu Buche, doch sowohl im nationalen Pokal als auch in der Europa League verabschiedete sich PSG bereits vor der Winterpause.

Für eine Millionentruppe eine unrühmliche Bilanz.

Auch das war ein Grund für die Trennung vom bisherigen Coach Antoine Kombouare.

Nun soll Ancelotti zunächst die erste Meisterschaft seit 1994 nach Paris holen, bevor in der kommenden Saison der nächste Großangriff auf Europa gestartet werden soll.

Bis dahin, so scheint es, wird noch viel Geld in der Pipeline aus Katar nach Paris fließen.

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