vergrößernverkleinern
Finale im Kopf - Ball im Blick. Drogba und Co. wollen endlich wieder ins Endspiel © getty

Die Elfeinbeinküste will nach zwei Jahrzehnten endlich wieder den Afrika-Cup gewinnen - Äquatorial-Guinea hat andere Pläne.

Bata/Malabo - Der Schock nach der Tragödie von Port Said sitzt noch immer tief, die Trauer um die 74 Opfer der Stadionkatastrophe am Dienstag ist immens.

An Normalität ist in Ägypten und der gesamten Fußball-Welt noch lange nicht zu denken.

Dennoch wird am Samstag der Afrika-Cup, für den sich Titelverteidiger Ägypten nicht qualifiziert hatte, mit der K.o.-Runde fortgesetzt. (DATENCENTER: Afrika-Cup)

Mit einer Schweigeminute gedenken die Beteiligten bei den kontinentalen Meisterschaften den schrecklichen Ereignissen. Dann aber soll zumindest für einige Stunden die Schockstarre gelöst werden und der Fußball in den Mittelpunkt rücken.

Ohne Gegentor ins Viertelfinale

Ein erster sportlicher Höhepunkt verspricht das zweite Viertelfinale am Samstagabend zu werden. Vor heimischer Kulisse in Malabo erwartet Überraschungsmannschaft Äquatorial-Guinea als Co-Gastgeber den großen Mitfavoriten Elfenbeinküste.

Vor dem Anpfiff scheint die Sache eindeutig: Die Ivorer zogen mit drei Vorrundensiegen und als einzige Mannschaft ohne Gegentor souverän ins Viertelfinale ein.

Das Team um Stürmerstar Didier Drogba, die Toure-Brüder sowie die Bundesligaakteure Didier Ya Konan (Hannover 96) und Arthur Boka (VfB Stuttgart) will erstmals seit 20 Jahren den Titel holen.

Hohe Prämien in Aussicht

Auf der anderen Seite steht Äquatorial-Guinea, das in der afrikanischen Rangliste mit Platz 41 ganze 40 Positionen hinter der Elfenbeinküste liegt und pro Sieg vom Sohn des Staatspräsidenten eine Prämie von einer Million Dollar erhält.

Für die Gastgeber ist der Einzug in die K.o.-Runde bei der ersten Turnierteilnahme überhaupt schon ein großer Erfolg, zumal sie in der Vorrunde mit Libyen und dem Senegal zwei mitfavorisierte Teams hinter sich ließen.

Daher schickt Francois Zahoui, Trainer der Elfenbeinküste, seine "Elefanten" mit der nötigen Vorsicht und dem entsprechenden Respekt in das Spiel.

Große Erfahrung ein Vorteil

"Wenn es eine Mannschaft ins Viertelfinale schafft, ist das kein Glück. Sie haben die großartige Unterstützung der Fans. Wir haben Respekt", sagte Zahoui.

Er erwartet eine vorsichtige und defensive Mannschaft des Gastgebers. "Wir müssen geduldig sein, denn wir haben den Vorteil der größeren Erfahrung."

Wie man Äquatorial-Guinea besiegt, hat Sambia in der Vorrunde gezeigt.

Die Elf des französischen Trainers Herve Renard gewann zum Abschluss dank eines Treffers des Ex-Bielefelders Chris Katongo mit 1:0 (0:0) und sicherte sich damit als ungeschlagener Gruppenerster das Viertelfinalticket.

Dort wartet am Samstag (17 Uhr) in Bata die Elf des Sudan.

Der Titelträger von 1970, der als einzige Mannschaft im Turnier nur auf Spieler aus der nationalen Liga setzt, qualifizierte sich aufgrund der besseren Tordifferenz für die Runde der besten Acht. Gegen Sambia geht der Sudan erneut als Außenseiter auf den Rasen.

Nationales Trauma verarbeiten

Für Sambia, die Elf aus dem Süden Afrikas, hätte der sportliche Erfolg eine besondere Bedeutung. 1993 starb die komplette Nationalmannschaft bei einem Flugzeugabsturz vor der Küste Gabuns.

In dem Land also, in dem am 12. Februar das Finale des diesjährigen Afrika-Cups stattfindet.

"Stellen Sie sich vor, wir könnten dort den Pokal in die Höhe stemmen. Es wäre eine fantastische Möglichkeit jene Menschen zu ehren, die ein ultimatives Opfer für ihr Land gebracht haben", sagt Trainer Renard, der gegen den Sudan trotz der Favoritenrolle seines Teams ein schweres Spiel erwartet.

Im Spielort Bata hatte es zum Turnierauftakt Fan-Ausschreitungen gegeben. Man kann nur hoffen, dass am Samstag der Sport im Mittelpunkt steht.

Weitere Negativschlagzeilen würden den Schock wieder festigen. In Afrika und der gesamten Fußball-Welt.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel