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Auf die Frage, ob er sich einen Transfer David Beckhams nach München vorstellen könne: "Es nützt dir nichts, einen zu holen, der immer bei Bravo Sport auf der Seite eins steht. Wir wollen einen haben, der beim kicker auf Seite eins steht."
David Beckham (r.) spielte nur eine Halbzeit und konnte Uli Hoeneß nicht überzeugen © getty

Das Debüt des Engländers für den AC Mailand ist für den Bayern-Manager kein Fußballspiel gewesen, sondern eine "Inszenierung".

Dubai - Mit Hohn und Spott hat Uli Hoeneß auf David Beckhams Comeback in Europa reagiert.

Das Debüt des Engländers für den AC Mailand am Dienstag in Dubai gegen den Hamburger SV sei für ihn kein Fußballspiel gewesen, sondern eine "Inszenierung".

Mit ihm sei solch eine Farce nicht zu machen, erklärte das Vorstandsmitglied des FC Bayern, der derzeit ebenfalls in Dubai weilt:

"Ich bin als Fußball-Manager angestellt und nicht dafür, um zu schauen, dass die Frau Beckham ein großes Appartement in einem Hotel hat, dass ihren Wünschen entspricht."

Der Unterschied zwischen den Münchnern und Milan liege auf der Hand, so Hoeneß weiter: "Bei den einen wird Fußball gespielt und bei den anderen ein Film gemacht, wie in Hollywood."

Blasses, aber erfolgreiches Debüt in Dubai

Beckham hatte ein blasses, aber erfolgreiches Debüt für die Mailander gefeiert.

Der 33-Jährige spielte nur eine wenig berauschende Halbzeit gegen den HSV und sah von der Bank aus, wie seine neuen Teamkollegen das Spiel um die "Dubai Football Challenge" im Elfmeterschießen mit 4:3 (1:1, 0:0) gewannen.

Entsprechend verlegen lächelte Beckham, als Paolo Maldini und Filippo Inzaghi den silbernen Pokal im Konfetti-Regen gemeinsam in die Höhe stemmten.

Dennoch war "Becks" nach seinem Einstand neben Ronaldinho, Schewtschenko und Co. zufrieden.

"Ich habe mein erstes Spiel seit drei Monaten sehr genossen. Es ist eine große Ehre für mich, mit einigen der besten Spieler der Welt auf dem Platz zu stehen", sagte Beckham und sprach von einem "großartigen und unglaublichen Gefühl".

Viel hatte die Leihgabe von Los Angeles Galaxy zuvor den knapp 30.000 Zuschauern im Stadion The Sevens nicht gezeigt. Die schrien sich zwar bei jedem Ballkontakt des Mittelfeldspielers die Seele aus dem Leib, doch geholfen hat es nichts: Ein verunglückter Freistoß und eine abgewehrte Flanke.

Lob von Ancelotti - Kritik von Italiens Presse

Das war's, bevor die Beckham-Show von Milan-Coach Carlos Ancelotti zur Pause beendet wurde. Er lobte den Neuen dennoch als "großen Champion und sehr, sehr guten Spieler"."

Kritischer gingen die italienischen Medien mit dem neuen Superstar um. "Nur ein halber Beckham gegen Hamburg", kommentierte der "Corriere dello Sport".

Und "La Repubblica": "Der Brite spielt 45 Minuten lang nicht als Bienenkönigin, sondern als Arbeitsbiene."

Die Reaktionen des HSV auf Beckhams Debüt fielen ebenfalls verhalten aus. "Ich hatte viel Freiraum und konnte viel Druck nach vorne machen", sagte Marcell Jansen über sein Duell mit dem Engländer.

Coach Martin Jol erklärte zurückhaltend, "dass David eben kein Spieler ist, der mit Dribblings drei, vier Spieler ausspielt".

Kurzeinsatz gegen AS Rom möglich

Bis 8. März ist das Leihgeschäft mit Los Angeles fixiert. Bis dahin könnte Beckham, der sich von seinem Aufenthalt in Mailand vor allem bessere Chancen in der Nationalmannschaft verspricht, noch elf Spiele bestreiten - auch im UEFA-Cup gegen Werder Bremen.

Zunächst steht in der Serie A am Sonntag das Punktspiel gegen den AS Rom an. Ancelotti deutete an, dass Beckham dort zu einem Kurzeinsatz kommen könnte.

Der HSV hat dagegen noch gut drei Wochen Zeit, bis es am 30. Januar zum Rückrundenauftakt gegen Bayern München ernst wird. Jol zeigte sich schon nach dem ersten Härtetest des Jahres zufrieden.

"Wir haben gut gespielt. Am Ende haben zwar etwas die Kräfte nachgelassen, aber ich habe keinen Unterschied gesehen", meinte der HSV-Coach.

Milan habe zwar "Spieler wie Ronaldinho oder Beckham und einige Stars mehr als wir, aber wir haben ein gutes Kollektiv".

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