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Lothar Matthäus bleiben nur zwei Optionen: bleiben oder gehen © getty

Der Krieg im Gaza-Streifen betrifft auch den israelischen Fußball. Lothar Matthäus darf selbst über sein Verbleiben entscheiden.

Tel Aviv - Lothar Matthäus steht vor einer schweren Entscheidung.

Der deutsche Rekordnationalspieler kann den von ihm trainierten israelischen Erstligisten Maccabi Netanya jederzeit verlassen, wenn er seine Sicherheit aufgrund des militärischen Konflikts im Gaza-Streifen gefährdet sieht.

Dies wurde dem Trainer von Klubchef Daniel Jammer zugesichert.

"Lothar und ich sind so verblieben, dass ich ihm jederzeit freistelle zu gehen, sollte der Moment kommen, an dem er und seine Gattin sich nicht mehr wohlfühlen", sagte der Frankfurter Geschäftsmann Jammer der "Welt".

"Wenn jemand mental mit der Situation nicht umgehen kann, soll er sich eine Auszeit nehmen." ad

Matthäus bleibt gelassen

Matthäus selbst sieht derzeit keinen Anlass für einen Abschied. "Es gibt für mich überhaupt keinen Grund, hier die Flucht zu ergreifen", erklärte der 150-malige Nationalspieler:

"Ich habe schon mehrere Anrufe von Freunden aus Deutschland erhalten. Doch die Wahrheit ist, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Denn rein geografisch sind wir weit von der Gefahrensituation entfernt."

Trotz der räumlichen Distanz von rund 120 km zum Gazastreifen will sich Matthäus aber alle Optionen offenhalten.

"Fühlen uns absolut sicher"

"Sollte sich die Situation dahingehend verändern, dass wir in Gefahr sind, werden wir das Land natürlich verlassen", meinte der Kapitän der deutschen Weltmeister-Elf von 1990, der trotz der angespannten Situation in Israel täglich mit dem Team trainiert.

"Aber wie gesagt, es gibt derzeit dazu überhaupt keinen Anlass. Wir fühlen uns zum jetzigen Zeitpunkt absolut sicher."

Allerdings hat der israelische Verband IFA den nationalen Ligabetrieb aufgrund des Konflikts ausgesetzt. Alle für das kommende Wochenende angesetzten Spiele wurden abgesagt, darunter das Duell zwischen Netanya und Maccabi Tel Aviv.

Jammer begrüßte diese Entscheidung: "In Zeiten, in denen Familien ihre Kinder verlieren, ist der Sport bedeutungslos."

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