Bullen-Angriff mit Rangnick und Schmidt
Von Jakob Gajdzik und Martin Volkmar
München - Red Bull Salzburg sorgt für einen Paukenschlag und plant mit einem neuen Führungs-Trio endlich den großen Wurf.
Die aufsehenerregendste Personalie ist die Verpflichtung von Ralf Rangnick als neuer Sportdirektor. Dies bestätigte Rangnicks Berater Oliver Mintzlaff SPORT1.
Neben seiner Tätigkeit in Österreich wird der 53-Jährige auch für die Entwicklung bei Regionalligist RB Leipzig verantwortlich sein.
Zudem wechselt Roger Schmidt von Zweitligist SC Paderborn als neuer Trainer in die Mozartstadt, wo er die Nachfolge von Ricardo Moniz antritt.
Bedauerung in Paderborn
"Das ist grundsätzlich richtig", sagte Martin Hornberger, geschäftsführender Vizepräsident des SC Paderborn, bei SPORT1.
"Wir bedauern das natürlich sehr, weil wir mit Roger Schmidt die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gespielt haben. Aber bei so einem Angebot kann man ihm keine Steine in den Weg legen, sondern nur viel Glück wünschen."
Schmidt verpasste mit den Ostwestfalen den Aufstieg in die Bundesliga nur knapp und führte den SC am Ende auf Tabellenplatz fünf.
Nachfolger-Suche läuft
Hornberger fügte an: "Bei der Nachfolge wollen wir möglichst schnell Vollzug melden. Es ist aber noch nichts so konkret, dass wir da Namen nennen könnten."
So sieht es auch Präsident Wilfried Finke. "Roger Schmidt war als Spieler und auch als Trainer in Paderborn stets ein Vorbild", erklärte er.
"Er hat dem Paderborner Fußball in der abgelaufenen Saison eine neue Qualität verliehen, was sich auch im besten Ergebnis der Vereinsgeschichte ausdrückt."
Houiller wird Global Sports Direktor
Auch der dritte Neue hat einen großen Namen. Der ehemalige Liverpool-Trainer Gerard Houiller wird Global Sports Director und soll die internationalen Geschicke leiten, unter anderem von Red Red Bull New York in der US-Profiliga.
Sportdirektor Rangnick war auch bei mehreren Vereinen als Trainer im Gespräch wie den englischen Klubs West Bromwich Albion und Tottenham Hotspur.
Rangnick-Pause seit September 2011
Als Coach saß er zuletzt im September 2011 bei Schalke 04 auf der Bank, bevor er aufgrund eines Burn-out-Syndrom zurücktrat.
Zuvor führte er die Königsblauen ins Halbfinale der Champions League und gewann im gleichen Jahr den DFB-Pokal.
Nun soll er den österreichischen Double-Gewinners auch international nach vorne bringen und zudem die "Fililale" in Leipzig in den Profi-Fußball führen.
Dafür sorgen sollen auf der Trainerbank in Sachsen weiter der Österreicher Peter Pacult und in Salzburg der Deutsche Roger Schmidt.
Schmidt: "Sehr reizvolle Aufgabe"
"Ich habe meinen Vertrag im Frühjahr um zwei Jahre verlängert, weil ich die gute sportliche Entwicklung in Paderborn fortsetzen wollte. Niemand konnte mit einem ähnlichen Angebot rechnen, wie es jetzt aus Salzburg kam. Dort erwartet mich eine sehr reizvolle Aufgabe", sagte der 45-Jährige.
Der Fokus des milliardenschweren Red-Bull-Besitzers Dieter Mateschitz liegt eindeutig auf der Champions League.
Der Abo-Meister der vergangenen Jahre ist bisher seit der Übernahme des Unternehmers 2005 nie über die Qualifikation zur Königsklasse hinaus gekommen.
Fragezeichen hinter Niko Kovac
Mit der Verpflichtung des Trios soll eine neue erfolgreiche Ära eingeläutet werden.
Möglich, dass Rangnick Marco Pezzaiouli als Assistenztrainer mitbringt.
Offen ist hingegen die Zukunft von Ex-HSV- und Bayern-Star Niko Kovac, der in Salzburg als Co-Trainer des zurückgetretenen Ricardo Moniz zusammen mit Piet Hamberg in den letzten Tagen das Training leitete.