Freunds Traum geht in Erfüllung
München/Frankfurt - Vom Chef zum Assi: Steffen Freund hat freiwillig den sicheren Job als Juniorencoach beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgegeben.
Stattdessen wird er Co-Trainer von Teammanager Andre Villas-Boas bei seinem ehemaligen Klub Tottenham Hotspur ( Bericht).
"Für mich geht mit der Rückkehr an die White Hart Lane ein Traum in Erfüllung. Ich hätte mir keinen besseren Klub für meine erste Trainertätigkeit auf Vereinsbasis vorstellen können", sagte der ehemalige Nationalspieler im Interview mit "Sky Sport News HD":
"Wenn man die Chance hat, als Assistent eines so außergewöhnlichen Trainers wie Andre Villas-Boas zu arbeiten, dann muss man diese nutzen."
"Irgendwann als Cheftrainer arbeiten"
Nachdem sich die Spurs bei ihm gemeldet hatten, brach Freund nicht nur seinen Marokko-Urlaub ab, sondern löste auch seinen bis 2013 datierten Vertrag mit dem DFB auf.
Beim Verband war der Europameister von 1996 zuletzt für die U16-Nationalmannschaft zuständig.
Dass er auf der Insel wieder ins zweite Glied rückt, ist für Freund kein Problem. "Natürlich ist es mein Ziel, irgendwann mal als Cheftrainer zu arbeiten. Ich bin mir aber der neuen Aufgabe völlig bewusst", äußert sich Freund nach der Einigung mit Tottenham.
"Ich habe schon unter Berti Vogts als Co-Trainer von Nigeria gearbeitet und war auch schon Assistent von Frank Engel bei der U20. Von daher weiß ich, was auf mich zu kommt. Klar ist aber auch, dass es jetzt bei Tottenham eine völlig neue Konstellation ist."
Ein Gespräch reicht Freund
Lange nachdenken musste der 21-malige Nationalspieler nicht, als die Anfrage aus dem Norden Londons kam.
"Ich habe fünf Jahre für Tottenham gespielt, bin von diesem Klub sogar in die Hall of Fame aufgenommen worden. Von daher ist es etwas ganz Besonderes, wenn man wieder als Trainer zu diesem Verein zurückkehrt. Nach einem Gespräch in London war für mich klar, dass ich zurück zu den Spurs will".
Freund ist bereits in der Olympiastadt eingetroffen ist und hat bei Tottenham seinen Dienst angetreten.
Freund profitiert von Villas-Boas' Forderung
"Ich bin selber überrascht, dass alles so schnell ging. Vor 14 Tagen hätte ich auch nicht mit einem Wechsel gerechnet. Andre Villas-Boas wollte einen ausländischen Co-Trainer in seinem Team, der den Verein kennt und dort schon etwas bewegt hat", berichtete der 42-Jährige von dem Gespräch mit Villas-Boas.
Der Portugiese war in der vergangenen Saison beim späteren Champions-League-Sieger FC Chelsea gefeuert worden und soll nun beim Stadtrivalen und früheren Klub von Jürgen Klinsmann neues Feuer entfachen.
"Er passt hervorragend zu unserem Team"
Freund, der 120 Spiele für Tottenham bestritt und mit dem Klub 1999 den Ligacup gewann, komplettiert an der White Hart Lane den Trainerstab, wie der Klub auf seiner Internetseite mitteilte.
Unter Villas-Boas arbeiten neben Freund im Trainerteam noch Fitnesscoach Jose Mario Rocha, Daniel Sousa, Luis Martins und Torwarttrainer Tony Parks.
"Steffen ist damals als Spieler innerhalb kürzester Zeit zu einem Publikumsliebling geworden. Er passt hervorragend zu unserem Team", teilten die Spurs mit.
Sandrock hat Verständnis
Beim DFB zeigte man Verständnis für die Entscheidung von Freund. "Wir können verstehen, dass er nach drei Jahren als Jugendtrainer eine neue Herausforderung sucht", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock.
Freund trainierte vor der U16 die U17-Auswahl des DFB, mit der er bei der EM 2011 in Serbien Zweiter wurde. Im selben Jahr erreichte das Team den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Mexiko.
Für Tottenham war der ehemalige Dortmunder und Schalker von Januar 1999 an fünf Jahre in der Premier League aktiv.