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Die Glasgow Rangers wurden 54mal schottischer Meister © getty

Ausgerechnet am Freitag, den 13. entscheidet sich das Schicksal des klammen Glasgower Klubs. Der Sturz in Liga vier droht.

Hamburg/Glasgow - Freitag der 13. ist im Volksglauben ein Unglückstag. Auch in Schottland.

Es ist möglicherweise ein denkbar schlechtes Zeichen, dass an diesem Tag der Hammer für den insolventen Rekordmeister Glasgow Rangers fällt - und mit ihm für den gesamten schottischen Fußball.

Während den Rangers der Absturz in die Viertklassigkeit droht, steht der Profifußball vor dem finanziellen Ruin.

"Falls die Rangers in der zweiten Liga bleiben sollten, würde uns das nicht automatisch den Arsch retten. Aber es könnte sechs oder sieben Premier-League-Klubs töten, wenn sie in die vierte Liga absteigen müssten", sagte Les Gray, Präsident von Zweitligist Hamilton FC, der schottischen Tageszeitung "Daily Record": "Deswegen ist diese Entscheidung eine schwere Last auf unseren Schultern."

Entscheidung im Hampden Park

Die Vertreter der schottischen Fußball-Liga, die für die Spielklassen zwei bis vier zuständig sind, kommen am Freitag im Hampden Park zusammen und entscheiden über das Schicksal der Rangers.

Es geht um die zukünftige Ligazugehörigkeit des 54-maligen Meisters. Der Traditionsklub hatte fast 170 Millionen Euro Schulden angehäuft und musste Insolvenz anmelden, nun will der Klub den Neuanfang unter dem Dach eines neuen Konsortiums angehen.

Armageddon in Glasgow

Stoppt der Sinkflug in der zweiten schottischen Liga oder müssen die Rangers gar in Liga vier? Eine Entscheidung, die für Verbandpräsident Stuart Regan "Armageddon", dem jüngsten Gericht, gleichkommt.

Und finanziell einen "schleichenden Tod" des schottischen Fußballs sowie "soziale Unruhen" zur Folge haben könnte (Bericht). Nämlich dann, wenn die Rangers wieder ganz unten anfangen müssen.

Liga steht und fällt mit "Old Firm"

Laut Informationen der schottischen "Sun" droht den Profivereinen insgesamt ein Verlust von mehr als 100 Millionen Euro, sollten die Vertreter der Scottish Football League die Rangers in Liga vier verdammen.

Die Fernsehpartner würden ihr Engagement drastisch reduzieren, denn die ausgehandelten Konditionen basieren stark auf der Übertragung der vier Derbys im Jahr. Das "Old Firm" hatte dem schottischen Fußball zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit in Europa gebracht.

Celtic wäre konkurrenzlos

Die protestantischen Rangers und die katholischen Celtics haben seit dem Titelgewinn des FC Aberdeen 1985 jedes Jahr den Meister unter sich ausgemacht. Nun steht der Champion wohl schon sehr früh fest.

"Celtic wird die Meisterschaft schon im Dezember sicher haben. Es ist frustrierend", sagte Rangers-Profi Carlos Bocanegra. Spätestens nach einer Saison drohen die großen Sponsoren abzuspringen, daher hofft der schottische Fußballverband (SFA) stark auf die Gnade der Funktionäre.

Unterklassige Teams fordern Gleichbehandlung

Damit steht die SFA jedoch in einem Konflikt mit den Klubs aus den Ligen zwei, drei und vier. Viele Vereine fordern, dass die Rangers nicht anders behandelt werden dürften als Livingston, das im Jahr 2006 ebenfalls ganz unten anfangen musste.

Am Donnerstag sickerte durch, dass die Hälfte der Klubs für einen Zwangsabstieg in Liga vier plädieren würden.

Rangers-Fans wollen keine Almosen

Auch die Fans der Rangers haben sich klar bekannt. Sie wollen keine Almosen, wollen die Rückkehr an die Spitze des schottischen Fußballs aus eigener Kraft schaffen.

"Wir haben sehr klar geäußert, dass wir in der vierten Liga neu anfangen wollen", schrieb die Fangruppierung Rangers Support Trust in einem Statement: "Dies wäre die korrekte Lösung, ohne jeden Zweifel."

Lieber mit Stolz in die vierten Liga, als sich von "The Bhoys" verhöhnen zu lassen, dem leidenschaftlich verachteten Nachbarn.

Ob im schottischen Fußball aber Ehre, Prinzipien und Integrität oder am Ende doch das liebe Geld siegt, zeigt sich am Freitag beim Showdown im Hampden Park.

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