"Sagen Barca und Real den Kampf an"
Paris/München - Der spektakulärste Transfer des Sommers ist perfekt.
Der schwedische Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic wechselt wie erwartet für rund 23 Millionen Euro vom AC Mailand zum französischen Vizemeister Paris St. Germain.
Das bestätigte PSG-Sportdirektor Leonardo und geriet dabei ins Träumen: "Dass er zu uns kommt, ist enorm. Er ist ein Spieler, der alles ändern kann."
In der Tat ist der bisherige Stürmer des AC Mailand, der am Mittwoch-Nachmittag im Pariser Prinzenpark vom französischen Vizemeister offiziell vorgestellt wurde, eine Art Erfolgsgarant. (DIASHOW: Transfermarkt international)
"Gigant", "heiliges Monster", "Messias"
Zwischen 2004 und 2011 gewann der 31-Jährige, dessen Jahresgehalt in Paris bei rund 14 Millionen Euro liegen soll, mit jedem seiner Vereine (Ajax, Juventus, Inter Mailand, FC Barcelona und Milan) die Meisterschaft.
2012 wurde er zum zweiten Mal Torschützenkönig der Serie A und mit dem AC Mailand Vizemeister.
Die Sportzeitung "L'Equipe" feiert deshalb die Ankunft des "Giganten", dem in der französischen Presse unter anderem bereits als "heiliges Monster", "Genie", "Magier" oder sogar "Messias" gehuldigt wird.
"Ich bin glücklich, dass der Wechsel geklappt hat. Wir haben eine Menge vor und können mit Paris etwas ganz Großes erreichen. Es ist ein neues Kapitel meines Lebens. Ich möchte immer Titel gewinnen, spielen und die größtmögliche Freude haben", sagte der Goalgetter, der zeitgleich in seiner neuen Arbeitskleidung die Besucher auf der PSG-Homepage anstrahlte.
"Paris tritt in neue Dimensionen"
"Paris wird definitiv in eine neue Dimension treten", ist sich auch "Le Figaro" sicher.
Bereits vor Ibrahimovic, hatte PSG in diesem Sommer bereits den argentinischen Flügelflitzer Ezequiel Lavezzi (SC Neapel), den brasilianischen Abwehrstar Thiago Silva (AC Mailand) und den 19-jährigen defensiven Mittelfeldmann Marco Verratti (Pescara) verpflichtet.
Folgen Kaka, Robinho und Higuain?
Nun wollen sich die Verantwortlichen offenbar Ibrahimovics Strahlkraft nutzen und weitere Superstars nach Paris lotsen.
Laut "L'Equipe" habe man dem schwedischen Starstürmer versprochen, dass auch der Brasilianer Kaka von Real Madrid geholt werden solle.
Neben Real Madrids Gonzalo Higuain und Arsenals Theo Walcott soll außerdem auch Milans Robinho auf PSGs Einkaufsliste stehen - zumal letzterer von Ibrahimovics Agent Mino Raiola betreut wird.
Kampfansage an Barca und Real
Nicht nur deshalb träumt St. Germains Trainer Carlo Ancelotti nun offen von internationalen Höhenflügen seiner Mannschaft.
"In Frankreich sind wir deutlich vorn. Wir werden jedoch auch den Teams in der Champions League den Kampf ansagen. Real Madrid und der FC Barcelona starten zwar als Favoriten, doch wir sind auch dabei", sagte Ancelotti im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica".
"PSG hat großen Enthusiasmus und ein junges Projekt. Die Besitzer wollen nicht nur eine großartige Mannschaft, sondern einen großartigen Verein aufbauen, und sie werden es schaffen", sagte der ehemalige Milan- und Chelsea-Coach Ancelotti.
Ibrahimovics schwierigen Charakter fürchtet er nicht. "Er ist ein Spieler, der immer gewinnen will. Ich habe nie große Probleme mit Spielern gehabt", betonte Ancelotti.
Auch auf Thiago Silva, der für rund 40 Millionen ebenfalls aus Mailand nach Paris kam, will der 53-Jährige stark setzen. "Er ist der beste Abwehrspieler der Welt: Er ist schnell, aufmerksam, und technisch auf Topniveau", äußerte der PSG-Coach.
Scheichmillionen machens möglich
Dafür dass Ancelottis Transferwünsche erfüllt werden sorgt der Qatar Sports Investment, das seit knapp einem Jahr die Mehrheit der PSG-Anteile hält. Nasser Ghanim El Khelaifi leitet seitdem als PSG-Präsident die Geschicke des Vereins.
Für Ancelotti eine ähnliche Situation, wie er sie bei seinem Engagement bei Chelsea und Roman Abramowitsch vorfand. Hierzu hat der Italiener allerdings eine durchaus bemerkenswerte Meinung:
"Bei PSG ist es besser. Chelsea war bereits eine aufgebaute Mannschaft. Hier wollen wir zusammenwachsen. Ich fühle mich in ein Projekt integriert."