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Mark Pieth
Mark Pieth soll bei der FIFA Reformen im Kampf gegen Korruption und für mehr Transparenz durchsetzen © imago

Der Anti-Korruptions-Experte weist die Kritik des Bayern-Präsidenten an Blatter zurück und wirft ihm mangelnde Intelligenz vor.

München - Der Schweizer Anti-Korruptions-Experte Mark Pieth hat Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß nach dessen kritischen Aussagen (Bericht) zum FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter (76) mangelnden Intellekt vorgeworfen.

"Ich habe Verständnis dafür, dass man Bedenken hat angesichts der Person von Herrn Blatter", sagte Pieth, der im Weltverband Reformen im Kampf gegen Korruption und für mehr Transparenz durchsetzen soll, dem Radiosender "NDR Info":

"Jetzt aber auf Leute loszuschießen, die man nicht mal geprüft hat, das zeugt nicht von großer Intelligenz."

Hoeneß ledert los

Hoeneß, der seit Jahren die Arbeit von Blatter kritisiert, hatte zuletzt erklärt, die neue Ethik-Kommission der FIFA sei "ja nicht mal das Papier wert, worauf es geschrieben ist".

Eine erneute Kandidatur Blatters wäre für ihn der "Witz des Jahres". (BERICHT: Blatter lehnt Rücktritt ab)

Pieth: "Weitere Schmiergeldzahlungen"

Jura-Professor Pieth vermutet zudem, dass in Kürze noch weitere Schmiergeldzahlungen aufgedeckt werden:

"Ich gehe davon aus, dass in der Vergangenheit und in der Gegenwart Neueres gefunden wird. Das ist angesichts der Struktur dieses Verbandes durchaus zu erwarten."

Pieth nimmt Blatter in Schutz

Der für ihn dringend notwendige Reformprozess lässt sich laut Pieth am effizientesten mit dem von vielen Seiten harsch kritisierten Blatter umsetzen.

"Das hat nichts damit zu tun, dass wir jetzt besondere Liebe zu Herrn Blatter hätten. Wir sagen ganz pragmatisch, es braucht deshalb Herrn Blatter, weil der in der Lage ist, Leute dazu zu motivieren, zuzustimmen."

Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sprach Pieth von einem "Zweckbündnis", da es im FIFA-Vorstand eine "eingeschworene Bande" gebe.

"Und weil ich will, dass unbedingt die nächste Reformrunde bis zum nächsten FIFA-Kongress 2013 erreicht wird, wäre es gut, wenn Blatter dann noch dazugehörte", erklärte Pieth.

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Kritik an Blatters Auftreten

Gleichzeitig monierte Pieth das Auftreten seines Landsmannes.

"Seine Selbstdarstellung bringt die Leute auf die Palme. Er betreibt ein Risikospiel und ist damit eine mediale Hypothek", sagte Pieth:

"Herr Blatter sollte einfach mehr Bescheidenheit an den Tag legen."

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