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Huub Stevens trainierte Schalke, Berlin, Köln und den HSV © imago

Der Trainer soll in Eindhoven seinen Rücktritt angeboten haben. Von Vor-Vorgänger Guus Hiddink gibt es Rückendeckung, aber auch Kritik.

Eindhoven - Die Luft für Trainer Huub Stevens beim niederländischen Meister PSV Eindhoven wird immer dünner.

Eine Mehrheit der PSV-Profis soll nicht mehr hinter dem Trainer stehen, berichtet das Fachblatt "Voetbal International". Die Spieler seien verärgert über das Verhalten des ehemaligen Schalker, Berliner, Kölner und Hamburger Trainers, hieß es in der Gazette.

Zudem gebe es Kritik an der Taktik von Stevens, nur eine Angriffsspitze aufzustellen. Die renommierte Tageszeitung "NRC Handelsblad" berichtet zudem, dass Stevens nach der Auswärtsniederlage im Herbst gegen NEC Nijmegen bereits seinen Rücktritt angeboten habe.

Sportdirektor Jan Reker habe die Demission des Fußballlehrers jedoch abgelehnt.

"Voetbal International" will außerdem erfahren haben, dass es am Samstag beim 2:2 gegen NAC Breda in der Halbzeitpause fast zu einer Schlägerei zwischen Torwarttrainer Hans Segers und dem ungarischen Mittelfeldspieler Balazs Dzsudzsak gekommen sei.

Fans winken mit weißen Taschentüchern

Nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand gegen NAC Breda schwenkten die PSV-Fans am Samstag im Philipsstadion weiße Taschentücher. Ein deutliches Signal, dass sie einen anderen Trainer wollen.

Die erfolgsverwöhnten PSV-Anhänger sind unzufrieden mit dem Saisonverlauf. Zurzeit belegt der ehemalige Europapokalsieger der Landesmeister nur den fünften Tabellenplatz.

Der Rückstand auf Tabellenführer AZ Alkmaar beträgt nach 19 Spieltagen bereits 15 Punkte.

Hiddink gibt Stevens Rückendeckung

Russlands Nationaltrainer Guus Hiddink, der bis Sommer 2006 als Trainer und Sportdirektor bei der PSV tätig war, sieht die Schuld für die Krise nicht nur bei Stevens.

"Es ist mir zu einfach, allein den Trainer für die schwachen Leistungen verantwortlich zu machen", sagte Hiddink dem "Eindhovens Dagblad".

"Die Klubführung muss sich das in mindestens dem gleichen Maße ankreiden lassen. Die PSV bleibt ein guter Verein mit menschlicher Wärme. Aber man muss an die Menschen, die dort arbeiten, trotzdem gehobene Ansprüche stellen."

PSV verspielt ihren Ruf

Es tue ihm weh zuzuschauen, wie Eindhoven in kurzer Zeit seinen guten Ruf als Sprungbrett in Europas Topligen verspiele. Den engen finanziellen Spielraum lässt Hiddink nicht als Entschuldigung gelten.

"Mit diesem Hinweis verschafft man sich nur ein Alibi", findet der 62-Jährige. "Es geht darum, als Verein kreative Lösungen für Probleme zu finden und die richtigen Kontakte zu haben."

Geldstrafe für van Basten

Unterdessen muss Marco van Basten eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro berappen. Der ehemalige Bondscoach war am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen den FC Groningen auf das Spielfeld gelaufen, um gegen die Gelb-Rote Karte gegen Jan Vertonghen zu protestieren.

Der Belgier war von Schiedsrichter Jan Wegereef vorzeitig in die Umkleidekabine geschickt worden.

Ajax hatte in der Folge das erste Meisterschaftsspiel nach der Winterpause mit 0:1 verloren. Van Basten akzeptierte die Strafe.

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