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Die Ajax-Hooligans sind für ihre Gewaltbereitschaft berüchtigt © imago

Fans machen ihrem Ärger Luft. Platini plant eine Gehaltsobergrenze, die Premier League schließt einen Mega-TV-Vertrag ab. Internationale Splitter.

München - Enttäuschte Fans des niederländischen Rekordmeisters Ajax Amsterdam haben am Freitag für den Abbruch des Trainings gesorgt.

Zehn Minuten nach Trainingsbeginn waren die nach den zuletzt schwachen Leistungen ihrer Mannschaft verärgerten Anhänger auf den Trainingsplatz gelaufen, so dass Coach Marco van Basten seine Profis in die Kabine schicken musste.

Der in der Kritik stehende ehemalige Nationalspieler und Bondscoach zeigte für die Reaktion der Fans sogar Verständnis: "Wenn ein Klub wie Ajax nicht siegt, passieren eben solche Dinge. Ich kann verstehen, dass sie enttäuscht sind. Zum Glück haben sie ihre Aktion nicht übertrieben."

Ajax belegt in der laufenden Saison mit elf Punkten Rückstand auf Tabellenführer AZ Alkmaar nur den dritten Rang und kassierte bereits fünf Niederlagen.

Sport1.de hat weitere Splitter aus dem internationalen Geschehen zusammengefasst.

Platini kritisiert Manchester City

UEFA-Präsident Michel Platini hat die besonders vom englischen Klub Manchester City forcierte Explosion der Ablösesummen kritisiert und will seine Pläne für ein einheitliches Finanzkontrollsystem bei europäischen Fußball-Vereinen weiter vorantreiben.

"Wir haben viele Ideen, vielleicht auch die Einführung einer Gehaltsobergrenze. Aber es gibt unterschiedliche Vorschläge", sagte der Franzose in London.

Besonders Manchesters intensives Buhlen um den ehemaligen Weltfußballer Kaka war Platini zuletzt ein Dorn im Auge.

"Wie kann ein Spieler 150 Millionen Euro kosten? Das ist aus sportlichen, gesellschaftlichen, und finanziellen Gesichtspunkten einfach lächerlich", meinte der 53-Jährige:

"Wenn man ein Boot oder ein Flugzeug für 150 Millionen kaufen will, soll man dies tun. Aber einen Mann? Das ist eine schlechte Entwicklung und wir müssen etwas tun, um wieder Chancengleichheit herzustellen."

Platini forderte erneut mehr Transparenz und Fairness.

"Im Fußball muss jede Mannschaft in jedem Spiel eine Chance auf den Sieg haben. Der Sport ist für mich ein Spiel und kein Produkt. Alles andere schadet der Popularität des Fußballs", meinte der UEFA-Boss.

Neben der Einführung einer Gehaltsobergrenze wird derzeit auch darüber diskutiert, ob man die Ausgaben der Klubs an die Höhe ihrer Einnahmen koppeln soll.

"Viele Vereine unterstützen mich bei meinen Plänen", sagte Platini und betonte, dass auch die Europäische Klubvereinigung (ECA) unter Vorsitz von Karl-Heinz Rummenigge mit seinen Ansichten übereinstimme: "Wir müssen das System ändern."

Sollten die Vorhaben umgesetzt werden, drohte Platini möglichen Abweichlern mit dem Auschluss aus der Champions League oder dem UEFA-Cup-Nachfolger Europa League.

Neuer Milliarden-Vertrag für Premier League

Trotz der weltweiten Finanzkrise hat die englische Premier League einen Rekord-TV-Vertrag abgeschlossen.

Für die dreijährigen Übertragungsreche ab der Saison 2010/2011 bezahlen der Pay-TV-Sender BSkyB und der Privatsender Setanta zusammen umgerechnet 2,03 Milliarden Euro. Das sind fünf Prozent mehr als bisher.

Der Großteil kommt vom Haupt-Rechteinhaber BSkyB, der für knapp 1,85 Milliarden Euro 115 Spiele pro Saison übertragen wird. Auf Setanta, wo bisher 46 Partien pro Saison zu sehen waren, laufen ab 2010 die restlichen 23 Partien.

Barca ebnet Weg für Finaleinzug

Nach zwei Jahren ohne Titelgewinn liegt der FC Barcelona in der laufenden Saison weiter auf Triple-Kurs.

Im Hinspiel des nationalen Pokals gewannen die Katalanen im heimischen Stadion Nou Camp mit 2:0 (1:0) gegen Real Mallorca und haben damit beste Aussichten auf den Finaleinzug.

Am 4. März reist der spanische Rekord-Pokalsieger zum Rückspiel auf die Ferieninsel. In der zweiten Vorschlussrundenpartie gewann der FC Sevilla mit 2:1 (0:1) gegen Athletic Bilbao.

"Es ist schön, dass wir in drei Wettbewerben so gut im Rennen liegen. Wir wollen so viele Titel wie möglich holen", sagte Barcas Trainer Josep Guardiola, nachdem Stürmerstar Thierry Henry (34.) und Rafael Marquez (73.) für den souveränen Sieg gesorgt hatten.

Barcelona, das den Cup zuletzt 1998 gewann, führt derzeit die Tabelle in der Primera Division mit zwölf Punkten Vorsprung vor Rekordmeister Real Madrid an.

Urteil gegen Marseille-Fan bestätigt

Ein spanisches Gericht hat die Berufung eines französischen Fans von Olympique Marseille gegen eine dreieinhalbjährige Haftstrafe zurückgewiesen und das Urteil noch einmal bestätigt.

Santos Mirassiera hatte bei der Champions-League-Partie zwischen Atletico Madrid und Marseille im Oktober 2008 einen Polizisten angegriffen.

Er war nach den Ausschreitungen verurteilt worden, konnte aber gegen Kaution nach Frankreich zurückkehren.

In einer Stellungnahme von Olympique Marseille hieß es, dass der Verein voll hinter dem Fan stehen würde. Mirassiera will erneut Berufung gegen das Urteil einlegen.

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