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Marcello Lippi trainiert die "Squadra Azzurra" bereits zum zweiten Mal © getty

Im Test gegen Brasilien kann der Italiens Coach eine neue Bestmarke aufstellen. Sein Gegenüber hat derweil ganz andere Probleme.

München - Mit einem Erfolg im Klassiker gegen Brasilien (Di., ab 20.45 Uhr LIVESCORES) will Italiens Trainer Marcello Lippi als alleiniger Weltrekordhalter Fußball-Geschichte schreiben.

"Natürlich macht mich der Weltrekord stolz. Und er verfolgt mich auch vor dem Spiel gegen Brasilien. Aber am glücklichsten bei dieser langen Strecke macht mich der Gewinn der Weltmeisterschaft. Ohne diesen wichtigen Sieg wäre diese Serie bedeutungslos", sagte der Coach vor dem Länderspiel gegen die Selecao am Dienstag in London.

Beim 1:1 im Test gegen Griechenland in Athen im vergangenen November war Lippi zum 31. Mal nacheinander mit der "Squadra Azzurra" ungeschlagen geblieben.

Damit hatte der 60-Jährige die Bestmarke von Alfio Basile mit Argentinien (Februar 1991 bis August 1993) und Javier Clemente mit Spanien (September 1994 bis Januar 1998) bereits eingestellt. Mit einem weiteren Punktgewinn gegen Brasilien würde Lippi zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen.

Allerdings hätte die Bestmarke einen kleinen Schönheitsfehler, da Lippi zwischen 2006 und 2008 nicht Trainer der Italiener war.

Tauziehen um Amauri

Einen Sieg feierte Lippi aber schon vor der Partie. Brasiliens Trainer Carlos Dunga wollte nach den Absagen von Superstar Kaka (Fußgelenks-Verletzung) und Stürmer Luis Fabiano (Knieprobleme) ursprünglich Angreifer Amauri von Juventus Turin nachnominieren. Die alte Dame legte jedoch wegen Überschreiten der Freistellungsfrist ihr Veto ein.

Amauri, dessen Antrag auf einen italienischen Pass von der Regierung in Kürze bewilligt werden soll, hatte zuvor Interesse gezeigt, für die "Squadra Azzurra" zu spielen. Auch Amauris Mutter bestätigte, dass ihr Sohn in Zukunft für Italien auflaufen wolle, da die Brasilianer zu lange kein Interesse gezeigt hätten.

Dunga wollte mit der Nachnominierung des 28-Jährigen ein Signal zugunsten der "Selecao" setzen, scheiterte aber an der Unterstützung von Juventus für die italienische Nationalmannschaft.

Probleme abseits des Platzes

Ohnehin plagen die Brasilianer, die in der Südamerika-Quali für die WM 2010 in Südafrika im Moment aussichtsreich auf dem zweiten Platz liegen, einige Personalien abseits des Rasens.

So musste Angreifer Robinho von Manchester City bei Dunga zum Rapport. Robinho wird weiterhin verdächtigt, in einer Disco in Leeds eine 18-Jährige vergewaltigt zu haben, bestreitet die Vorwürfe aber vehement.

"Ich habe keine Gründe, an den Worten Robinhos zu zweifeln. Er ist ein Spieler, der immer da war, als ich ihn brauchte, und der in der 'Selecao' ein vorbildliches Verhalten zeigt", meinte Dunga bei der Ankunft der Südamerikaner in London.

Diplomatische Spannungen

Doch nicht nur die Personalie Robinho bereitet Dunga aktuell Kopfzerbrechen. Auch in Sachen Ronaldinho muss der frühere Stuttgarter Aufbauarbeit betreiben.

Der Mittelfeldspieler ist nach der Verpflichtung von David Beckham beim AC Mailand derzeit nur zweite Wahl, wurde von Dunga aber dennoch erstmals seit fünf Monaten wieder nominiert.

Probleme bereiteten im Vorfeld zudem die diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Staaten wegen der nicht erfolgten Auslieferung eines ehemaligen RAF-Terroristen durch Brasilien an Italien.

Ein italienischer Politiker hatte deshalb sogar die Absage des Länderspiels gefordert.

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