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Jürgen Klinsmann war von 2004 bis 2006 Trainer des deutschen Nationalteams © getty

Hitzeschock statt Schneeball-Schlacht: Für den Ex-Bundestrainer geht es gegen Mexiko erneut um seine Zukunft als US-Trainer.

München/Mexiko-Stadt - Jürgen Klinsmann und sein US-Team müssen in der WM-Qualifikation beim Erzrivalen Mexiko am Dienstag direkt nach der Rutschpartie im winterlichen Colorado einen Klimawechsel auf sommerliche Temperaturen verkraften.

Doch auch unabhängig vom Wetter dürften Klinsmanns Spieler im prestigeträchtigen Nachbarschafts-Duell vor über 100.000 Zuschauern im Azteken-Stadion mächtig ins Schwitzen geraten.

Durch Costa Ricas Protest gegen das 0:1 am Freitag wegen der irregulären Bedingungen in Denver müssen die USA nach ihrem Fehlstart um die ersten Punkte zittern und stehen damit im Rennen um ein Ticket zur WM-Endrunde 2014 in Brasilien weiter unter Druck. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Klinsmann trotzig

Klinsmann, der zuletzt wegen seiner Führungs- und Trainingsmethoden auch intern deutlichen Gegenwind verspürte, demonstriert vor dem wegweisenden Match bei den noch sieglosen Mexikanern trotzig Selbstbewusstsein.

Für ihn wird die Luft dennoch dünn - schon wegen der Höhenlage im Spielort Mexiko-Stadt. "Wir haben viel Respekt, aber keine Angst", sagt der frühere Bundestrainer.

Dem Weltmeister von 1990 ist nur allzu klar, dass ein Sieg seine Position zumindest vorerst stabilisieren würde.

Gute Bilanz gegen Mexiko

Zuversicht kann Klinsmann aus seiner persönlichen Bilanz gegen Mexiko schöpfen. Als Spieler und Trainer hat der Schwabe noch nie eine Begegnung gegen "El Tri" verloren.

Bei seiner Premiere auf der Bank der USA schaffte er ein 1:1, im vergangenen Jahr führte er sein Team im 20. Anlauf durch einen 1:0-Sieg zum ersten Erfolg auf mexikanischem Boden.

Umso mehr stellen sich die US-Spieler auf einen heißen Tanz im Hexenkessel ein. "Die Atmosphäre wird sehr feindselig sein", sagte US-Profi DaMarcus Beasley schon im Vorfeld.

Auch Mexiko unter Druck

Mexikos Fans müssen ihre Mannschaft auch geradezu zum Sieg peitschen. Ihre Elf sucht in der CONCACAF-Qualifikationsgruppe weiter nach ihrer Form und braucht nach bisher zwei Unentschieden einen Sieg, um nicht schon frühzeitig im Kampf um die maximal vier WM-Plätze ins Hintertreffen zu geraten.

"Jetzt müssen wir mit dem unguten Gefühl klarkommen, noch keine Partie gewonnen zu haben", beschreibt Trainer Jose De La Torre die Drucksituation für sein Team.

Jones fällt aus

Ein Vorteil für die Gastgeber könnte der Ausfall von Bundesliga-Profi Jermaine Jones sein. Der Schalker fällt wegen einer Sprunggelenksverletzung im linken Fuß aus.

Ein weiteres Ärgernis erwartete Klinsmann nach der Ankunft in Mexiko: Sein Geheimtraining fand nicht wie erhofft unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, denn mexikanische Kamera-Teams suchten und fanden Löcher im Zaun des Trainingsgeländes.

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