Als Katzentyp will Uwe Morawe die Anfield Road künftig meiden. Suarez' Gegenspielern rät er zum Einsatz von Frolic.

Hallo Fußball-Freunde,

Ich bin ja eher so der Katzentyp.

Hunde dagegen schwierig. Schon als Kind kamen, wenn ich auf meinem Radl zur Schule fuhr, die Langhaardackel links und rechts aus den Hofeinfahrten geschossen. Nicht etwa, dass ich Angst vor den Kötern hätte. Muss wohl eher ein Spurenelement in meinem Schweiß sein, oder so. Man richtet sich danach und geht den Wauwaus aus dem Weg.

Daher werde ich in nächster Zeit einen weiten Bogen um die Anfield Road in Liverpool machen. Zu gefährlich.

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Luis Suarez der Wolfsmensch hat wieder zugeschlagen!

Seine Bissattacke gegen Branislav Ivanovic war das Skurrilste auf einem Fußballplatz seit - sagen wir mal: seit der skurrilen Bissattacke von Luis Suarez gegen Otman Bakkal im November 2010.

Damals wurde der Uruguayo für sieben Spiele in den Zwinger gepackt. Noch vor Ablauf der Sperre und einer anberaumten Untersuchung auf Tollwut wechselte Suarez von Ajax Amsterdam zum FC Liverpool.

Nun ist der Beißreflex zurückgekehrt.

Selbst beim mit Hirnerweichern vollgepumpten Mike Tyson erlebten wir dieses seltene Naturschauspiel nur einmal. Ohr abbeißen, schmeckt nicht, reicht fürs Leben.

Luis Suarez dagegen rammte wiederholt seine Kauwerkzeuge in das Fleisch eines Nächsten. Beim Betrachten der verkeilten Hauer im Unterarm stellt sich die komplette Irritation ein.

Das geht noch über Fremdschämen hinaus. Bewußtes Revanchefoul, Nachtreten, der zidansche Kopfhammer auf Materazzis Brust und selbst widerwärtiges Spucken sind irgendwo noch diesseits des Vorstellungsvermögens.

Bei Luis Suarez dagegen steigt dagegen eine Mischung von Abscheu und Ratlosigkeit hoch. Muss verdammt was schiefgelaufen sein in der Kindheit. Richtung: südamerikanischer Kaspar Hauser.

Vom Verein wurde Suarez umgehend bestraft. Die Verhandlung vorm englischen Verband steht noch aus. Zum Glück für Suarez sind wir ja nicht mehr im Mittelalter, wo noch 1589 in Bedburg bei Köln der Bauer Stubbe mitsamt Frau und Töchtern als Werwölfe hingerichtet wurden. Böser Bauer Stubbe, sitz!

Mit einigen Spielen Sperre wird die Sache über die Bühne gehen.

Doch Luis Suarez kann sich danach auf einiges gefasst machen. Denn ihm ist ein Fehler unterlaufen, den man unter Hunden niemals machen darf. Er hat seine Schwachstelle offenbart.

In Zukunft werden seine Gegenspieler bewaffnet ins Spiel gehen. Mit Frolic in den Hosentaschen. Suarez freistehend vorm Tor - da wird das Trockenfutter ausgepackt. Komm zu Herrchen, Luis, es gibt Leckerli.

Der Geruchssinn wird aktiviert, Speichelfluss setzt ein, Suarez frißt den Verteidigern aus der Hand, Torchance vertan.

Das jämmerliche Ende eines Goalgetters...

Euer Uwe Morawe

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