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Michael Skibbe trainierte in der Bundesliga Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen © imago

Das Engagement des Ex-Bundestrainers steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Eine Blamage wird ihm zum Verhängnis.

Istanbul - Das Abenteuer Bosporus ist für Michael Skibbe nach nur 257 Tagen beendet.

Der frühere DFB-Trainer wurde als Coach des türkischen Meisters Galatasaray Istanbul nach einem 2:5-Debakel im eigenen Stadion gegen den Tabellenvorletzten Kocaelispor entlassen.

Der mittlerweile auf Platz fünf der Tabelle abgerutschte Vorzeige-Klub zog nach nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Spielen die Notbremse.

"Nach diesem Ergebnis war das nicht anders zu erwarten. Ich habe es schon kommen sehen. Ich bin selbst gekränkt, dass ich das gesteckte Ziel mit der Mannschaft nicht erreicht habe", sagte Skibbe.

"Einvernehmliche Trennung"

Nach seiner Entlassung bei Bayer Leverkusen hatte der 43-Jährige im Juni in Istanbul die Nachfolge des zurückgetretenen Karl Heinz Feldkamp angetreten. Auf Skibbe folgt nun der frühere Gala-Profi und Trainer-Neuling Bülent Korkmaz.

Gala-Präsident Adnan Polat sprach offiziell von einer einvernehmlichen Trennung von dem deutschen Trainer. "Wir bedanken uns für seine bisherige Arbeit und wünschen ihm alles Gute für die sportliche Zukunft", teilte Polat lapidar über die Internetseite von Galatasaray mit.

Feldkamp wird Skibbe vor die Nase gesetzt

Skibbe stand bei seinem ersten Auslands-Abenteuer schon mehrfach vor dem Rauswurf. Bereits Ende August wurde nach der verpassten Qualifikation für die Champions League gegen Steaua Bukarest die Entlassung Skibbes gefordert.

Anfang November folgte ein 1:4 im Derby bei Fenerbahce, als Konsequenz wurde Feldkamp zurückbeordert und Skibbe als Technischer Direktor vor die Nase gesetzt - der Trainer war quasi entmachtet.

Zwischenhoch im Dezember

Im Dezember schien sich Skibbe zu fangen, die Mannschaft spielte gut, und die monatelangen Entlassungsforderungen verstummten.

Im UEFA-Cup siegte Gala 1:0 bei Hertha BSC Berlin und kam kurz vor Weihnachten im Derby gegen Besiktas zu einem überzeugenden 4:2.

Besiktas-Derby der Anfang vom Ende

Das Spiel gegen Besiktas markierte jedoch gleichzeitig den Anfang vom Ende. Nach der Winterpause lieferte das vom ehemaligen Schalker Spielmacher Lincoln geführte Team fast ausschließlich schwache Partien ab.

"Wir haben eine qualitativ gute Mannschaft, aber ihr fehlt es an Disziplin. In den wichtigen Spielen waren wir defensiv zu schwach", sagte Skibbe nach seiner Entlassung. Außerdem bemängelte er die geringen finanziellen Möglichkeiten.

Er konnte seinen Kader im Winter nicht wie gewünscht verstärken.

Keine Rückkehr nach Deutschland

Istanbul soll trotz des raschen Endes nicht die letzte Auslandsstation in Skibbes Trainer-Karriere gewesen sein. "Ich habe hier viel gelernt, und ich werde jetzt nicht zurück nach Deutschland kehren", sagte Skibbe.

Er wolle wieder einen Job im Ausland annehmen, dies sei für seine Karriere der richtige Schritt.

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