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Iker Casillas (l.) bestritt bislang 133 Länderspiele mehr als Valdes © getty

Im Testspiel gegen Chile setzt Spaniens Coach del Bosque wohl auf Valdes. Bei Pflichtspielen aber heißt seine Nummer 1 Casillas.

Von Tobias Wiltschek

München - Europameister 2008 und 2012, Weltmeister 2010.

Die spanische Nationalmannschaft ist nach wie vor das Maß der Dinge im Welt-Fußball.

In der "Seleccion" tummeln sich nicht nur auf dem Feld mit Xavi, Andres Iniesta oder Cesc Fabregas absolute Weltstars, auch im Tor hat Nationaltrainer Vicente del Bosque die Qual der Wahl.

Trotzdem - oder gerade deswegen - ist vor dem Freundschaftsspiel der Spanier gegen Chile (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Position zwischen den Pfosten einmal mehr das große Thema.

Casillas vor Valdes

Bei der Partie in Genf wird nämlich voraussichtlich Victor Valdes das Tor von "La Roja" hüten. Er ist die unbestrittene Nummer eins beim FC Barcelona und hat in den ersten drei Liga-Spielen dieser Saison für die Katalanen zwei Mal seinen Kasten sauber gehalten.

In der spanischen Auswahl aber kommt er bei Pflichtspielen nicht an Iker Casillas vorbei.

Der Schlussmann von Real Madrid hat seit seiner Handverletzung zu Beginn des Jahres nicht mehr für die "Königlichen" gespielt und wurde von Diego Lopez verdrängt.

Jubiläum gegen Finnland

Dennoch schenkte ihm del Bosque auch am Freitag im WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland sein Vertrauen. Mit dem "Heiligen Iker", der in Helsinki sein 150. Länderspiel absolvierte, gewannen die Spanier locker mit 2:0.

Den Iberern ist damit zwei Spieltage vor Schluss mit drei Punkten Vorsprung auf den schärfsten Verfolger Frankreich die Teilnahme an der WM 2014 kaum noch zu nehmen.

Doch die T-Frage beschäftigt die Spanier.

"Iker Casillas wird mich immer an seiner Seite haben", sagte der Nationaltrainer der Sportzeitung "AS": "Iker ist der Kapitän der Mannschaft und ein wichtiger Teil des Teams."

Die Verdienste des 32-Jährigen Welt- und Europameisters - vor allem um den Mannschaftsgeist der "Seleccion" - werden auch in den spanischen Medien nicht in Abrede gestellt.

Dennoch warnt beispielsweise die "Marca" vor den Gefahren, einen Torwart ohne regelmäßige Spielpraxis einzusetzen: "Ein Pokerspiel, wie das von del Bosque, hat es in der Historie der großen Nationalmannschaften noch nie gegeben."

Plädoyer für Casillas

Auch der Trainer weiß um die Problematik, betont aber: "Er braucht die Unterstützung derer, die Respekt und Bewunderung für ihn haben." Del Bosque gehört definitiv dazu.

Gegen Chile aber gibt er wohl Valdes eine Chance, der in diesem Fall in Genf sein 17. Länderspiel bestreiten würde. Und mit Pepe Reina, der bereits 28 Mal im Nationaltor stand, haben die Spanier noch einen weiteren Klasse-Keeper im Kader.

Allerdings sieht es nicht überall so gut aus. Für das Duell gegen die Südamerikaner muss del Bosque nämlich nicht nur auf die verletzten Bayern-Stars Thiago und Javi Martinez, sondern auch auf die angeschlagen Isco von Real und David Silva von Manchester City verzichten.

Beide saßen bereits gegen Finnland das gesamte Spiel über nur auf der Bank.

Schlagkräftige Mannschaft

Eine schlagkräftige Truppe um die Barca-Stars Iniesta, Xavi und Fabregas werden die Spanier in Genf dennoch aufs Feld schicken.

Denn der Gegner überzeugte zuletzt ebenfalls und ist als Dritter der Südamerika-Qualifikation auch auf dem besten Weg in Richtung Endrunde nach Brasilien.

Am vergangenen Freitag siegte Chile im Nationalstadion von Santiago souverän mit 3:0 gegen Venezuela und hat damit fünf Punkte Vorsprung auf Platz fünf, der die WM-Teilnahme erst nach einem Umweg über die interkontinentalen Playoffs gegen einen asiatischen Vertreter sichern würde.

Für Chile traf der ehemalige Leverkusener und jetzige Juventus-Star Arturo Vidal zum Endstand. Neben Vidal ist Alexis Sanchez der zweite große Star im Team.

Der Stürmer aus Barcelona dürfte gegen die Spanier besonders ehrgeizig zu Werke gehen.

Nicht nur weil Spanien seine Wahlheimat ist, sondern auch weil im Tor wahrscheinlich sein Klubkollege Victor Valdes stehen wird.

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