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Nach 25 Jahren als Vereinstrainer ist Hitzfeld seit dem 1.7.2008 Schweizer Nationaltrainer © imago

Sieben Trainer hatten am Mittwoch ihre Premiere als neue Nationaltrainer. Nicht nur Ottmar Hitzfeld feierte einen gelungenen Einstand.

München - Ottmar Hitzfeld sah in den Gängen des Genfer EM-Stadions ganz und gar nicht wie ein erfolgreicher Debütant aus.

Seine Analyse bei seiner Premiere als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft fiel nicht gerade rosig aus:

"Wir haben kein wirklich gutes Spiel gezeigt, ich kann nur mit dem Resultat zufrieden sein", kritisierte der unzufriedene Coach sein neues Team trotz des 4:1-Erfolges gegen Zypern.

Dennoch gehörte Hitzfeld am Mittwochabend neben Vicente del Bosque (Spanien) und Carlos Queiroz (Portugal) zu den drei Siegern beim Debütantenball von sieben neuen Trainern.

Noch viel Arbeit für den "General"

Noch jede Menge Arbeit sieht der 59-Jährige vor dem Auftakt in die WM-Qualifikation am 6. September auf sich zukommen.

"Hinsichtlich des Spiels gegen Israel müssen wir uns erheblich steigern. Es gibt viel zu verbessern", erklärte der Nachfolger von Jakob "Köbi" Kuhn.

Spanien spielt optimal

Kaum etwas zu verbessern gibt es dagegen bei Europameister Spanien.

Ganz im Stil der EM-Endrunde zeigten die Iberer beim 3:0 in Dänemark kaum eine Schwäche.

"Wenn man so deutlich auswärts gewinnt, dann merkt man deutlich, dass wir großes Selbstvertrauen von der EM mitgebracht haben", sagte del Bosque, der auf der Arbeit seines Vorgängers Luis Aragones aufbauen kann.

Portugal hat es einfach

Ähnliches gilt für Queiroz, dem zu Beginn seiner Amtszeit allerdings auch eine denkbar einfache Aufgabe gestellt wurde.

Dennoch war der Nachfolger von Luiz Felipe Scolari vom 5:0 seiner Mannschaft gegen die Färöer "teilweise richtig begeistert".

Lippis enttäuschende Rückkehr

Nicht ganz so begeistert war Rückkehrer Marcello Lippi vom 2:2 des Weltmeisters Italien gegen Österreich.

"Es fühlt sich toll an, wieder da zu sein. Weniger toll war es allerdings, als wir 0:2 hinten lagen", sagte der WM-Coach, der das Amt von seinem glücklosen Nachfolger Roberto Donadoni übernommen hatte.

Bedanken konnte sich Lippi beim österreichischen Torhüter Ramazan Özcan, der mit einem Eigentor den Endstand herstellte.

"In solchen Momenten möchte man sich am liebsten in die Erde eingraben", meinte der Keeper von Bundesliga-Spitzenreister 1899 Hoffenheim.

Mit seinem Patzer vereitelte er zudem eine erfolgreiche Premiere seines neuen Trainers Karel Brückner.

Auch van Marwijik feiert

Neben Lippi und Brückner verbuchten auch zwei weitere Neulinge Teilerfolge.

Der Dortmunder Ex-Coach Bert van Marwijk konnte sich mit den Niederländern zumindest teilweise für die Niederlage im EM-Viertelfinale gegen Russland (1:3 n.V.) rehabilitieren.

Mit seinem Team kam er zu einem 1:1 bei der Mannschaft seines Landsmanns Guus Hiddink, die in der WM-Qualifikation auf Deutschland trifft.

Radas gefühlter Sieg über England

Tschechiens neuer Trainer Petr Rada durfte sich über ein 2:2 im Fußball-Mutterland England freuen.

Dabei hinterließen die Tschechen im Wembley-Stadion einen guten Eindruck.

Die nicht für die EM qualifizierte englische Auswahl von Trainer Fabio Capello konnte erneut nicht überzeugen und wurde in der britischen Presse massiv kritisiert.

Italien reif für die WM-Quali

Dennoch erklärte Capello zum Erstaunen der Beobachter, dass sein Team "nun bereit für die WM-Qualifikation ist".

Hoffnung auf bessere Zeiten nach einer schwachen EM hegen auch Ex-Europameister Griechenland und Vize-Weltmeister Frankreich.

Die Franzosen siegten 3:2 in Schweden, das griechische Team von Trainer Otto Rehhagel setzte sich durch zwei Tore des Leverkusener Stürmers Theofanis Gekas mit 2:0 in der Slowakei durch.

Deutsche Gegner mit Licht und Schatten

Unterdessen testeten auch die weiteren deutschen Qualifikationsgegner ihre Form.

Dabei gewann Finnland 2:0 gegen Israel.

Für Wales gab es ein 1:2 gegen Georgien, für das der 17-jährige Schalker Lewan Kenia traf.

Auch Liechtenstein verlor in Albanien 0:2, ein Tor erzielte der Karlsruher Bundesliga-Legionär Edmond Kapllani.

Am 3:2 der kroatischen Nationalmannschaft in Slowenien war Schalkes Ivan Rakitic mit einem Doppelpack maßgeblich beteiligt.

Altintop und Hajnal jubeln

Sein Klubkollege Halil Altintop sicherte der Türkei den 1:0-Sieg gegen Chile, der Dortmunder Tamas Hajnal war beim 3:3 Ungarns gegen Montenegro zweimal erfolgreich.

Ein achtbares 0:0 holte Trainer Bernd Stange mit Weißrussland gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien.

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