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Robino (M.) erzielte in 101 Liga-Spielen 25 Tore für Real Madrid © getty

Chelsea kann sich Hoffnung auf den Brasilianer machen. Ersatz soll Real bereits in den Niederlanden gefunden haben.

Von Thorsten Mesch

München - Der "Mega-Transfer" des Jahres, Cristiano Ronaldos Wechsel von Manchester United zu Real Madrid, hat das Sommerloch gut ausgefüllt. Zustande gekommen ist er allerdings nicht.

Wenn schon kein "Mega-Deal" - Rafael van der Vaarts Wechsel vom HSV nach Madrid dürfte Real aus der Portokasse bezahlt haben - geht aber vielleicht wenigstens noch ein "Super-Deal" über die Bühne. Nur eine Nummer kleiner eben.

Aussichtsreichste Kandidaten im Kampf um Platz eins der Hitliste der Transfer-Spekulationen bleiben Dimitar Berbatov, Andrej Schewtschenko und Robinho.

Noch keine Vertragsauflösung

Real Madrid hat dem brasilianischen Nationalspieler am Freitag die Freigabe erteilt. "Wir werden niemals einen Spieler gegen seinen ausdrücklichen Willen halten. Deshalb bleibt nur die Lösung, den Vertrag einseitig aufzulösen und den Transfer zu ermöglichen", teilte die "Königlichen" auf der offiziellen Homepage mit.

Noch ist die Auflösung nicht vollzogen, aber der Wechsel des Starstümers zum FC Chelsea wird damit immer wahrscheinlicher.

37 Millionen Euro Ablöse

Laut spanischen und englischen Medienberichten reiste Freitag Chelsea-Geschäftsführer Peter Kenyon nach Madrid, um dem spanischen Rekordmeister 37 Millionen Euro Ablösesumme für den Brasilianer zu bieten.

Real-Präsident Ramon Calderon und Trainer Bernd Schuster hatten in der vergangenen Woche noch betont, Robinho nicht abgeben zu wollen.

Angeblich soll die Schmerzgrenze bei den Madrilenen aber bei einer Ablösesumme von 40 Millionen Euro liegen. Vertraglich festgeschrieben ist eine Ablöse von 150 Millionen Euro.

"Ich will hier raus"

Robinho hatte zuvor der spanischen Nachrichtenagentur "EFE" gesagt: "Ich will Madrid verlassen und in der Premier League spielen. Chelsea ist eine große Mannschaft. Sie haben ein gutes Angebot abgegeben - sowohl für mich, als auch für Real".

"Ich habe Real viel zu verdanken, aber ich will hier raus", sagte er weiter, "mein persönliches Ziel ist es, der beste Spieler der Welt zu werden, und das ist bei Real Madrid nicht möglich. Ich hoffe, dass bald alles erledigt ist."

Seitdem der ehemalige brasilianische Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari in Chelsea den Posten des Teammanagers angetreten hat, wird über Robinhos Transfer spekuliert. Der Offensivmann verdient nach Angaben der Zeitung "El Pais" bei Real jährlich derzeit 2,1 Millionen Euro. Während die Königlichen bereit sind, das Salär auf 3,5 Millionen anzuheben, bietet ihm Chelsea angeblich 6 Millionen per annum.

Huntelaar zu Real?

Sollte Robinho tatsächlich gehen, würde Real das Geld wohl sofort in einen neuen Angreifer investieren.

Der niederländische Nationalspieler Klaas-Jan Huntelaar soll nach der gescheiterten Ronaldo-Verpflichtung auf der Wunschliste des spanischen Rekordmeisters ganz oben stehen.

Laut eines Berichts der niederländischen Sportzeitung "Voetbal International" bietet Real 25 Millionen Euro Ablöse für den 25-Jährigen. Allerdings hat auch Madrids Erzrivale FC Barcelona sein Interesse am Stürmer von Ajax Amsterdam bekundet.

Ramos kündigt Gespräch mit Berbatov an

Mit Wechselabsichten trägt sich auch weiterhin Tottenhams Goalgetter Dimitar Berbatov.

Allerdings wollen die Spurs den Ex-Leverkusener allzu gerne behalten, doch der Bulgare macht seit langem keinen Hehl daraus, dass er lieber für Manchester United auf Torejagd gehen würde.

Am Freitag will nun Spurs-Trainer Juande Ramos mit dem Bulgaren ein Gespräch unter vier Augen führen.

Berbatov macht sich unbeliebt

Berbatov, der bei Tottenhams 1:2-Niederlage in Middlesbrough am vergangenen Wochenende erst nach etwas mehr als einer Stunde unter Pfiffen eingewechselt wurde, droht beim Heimspiel am Samstag gegen Sunderland von den Tottenham-Fans wegen seiner Wechselabsichten erneut ein Pfeifkonzert.

"Unsere Fans sind wie alle anderen. Wenn er gut spielt und Tore erzielt, werden sie ihn auch wieder unterstützen", meint Ramos. Einen Top-Stürmer hat der Spanier schon verloren: Robbie Keane wechselte zum FC Liverpool.

Sollte auch Berbatov gehen, müssten sich die Londoner schnellstens Ersatz beschaffen. Im Gespräch sind unter anderem der ehemalige Manchester-United-Stürmer Diego Forlan (Atletico Madrid) und der Brasilianer Luis Fabiano (FC Sevilla), der in der vergangenen Saison zweitbester Torschütze in Spanien war.

Chelsea gibt nicht auf

Für den Fall, dass Berbatov an der White Hart Lane bleibt, hat auch Manchester United schon einen Plan B:

Nach englischen Medienberichten hat der englische Meister Interesse an Ajax-Kapitän Huntelaar.

Ein paar Tage bleiben den europäischen Spitzenklubs noch zur Erfüllung ihrer Träume. Das Transfer-Fenster ist bis zum 31. August geöffnet.

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