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Thaksin Shinawatra (l.) gratuliert Ben Mee zum gewinn des FA-Youth-Cup © imago

Einem der größten Geldgeber der Premier League droht das Aus: City-Mäzen Shinawatra stolpert über einen Liga-Paragraph.

Von Jan Happle

München ? Die englische Premiere League ist immer für eine ausgefallene Story gut. Im Fall von Manchester City steht derzeit der thailändische Besitzer des Klubs, Thaksin Shinawatra, im Fokus.

Der Mäzen und Klub-Präsident von "City" könnte schon bald einem Liga-Paragraphen und seiner Vergangenheit zum Opfer fallen.

Die Regularien der Premier League sehen nämlich vor, dass ein Klub-Präsident von seinen Aufgaben entbunden werden kann, wenn gegen ihn in irgendeinem Land der Welt ein Gerichtsverfahren wegen Korruption vorliegt.

Genau dies trifft auf Shinawatra zu.

Undurchsichtige Vergangenheit

2007 kaufte der Milliardär für rund 81 Millionen Pfund (ca. 102 Millionen Euro) den englischen Traditionsverein Manchester City, während gegen ihn im eigenen Land ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung und Korruption lief.

Das Urteil sah eine lange Haftstrafe gegen den 59-Jährige vor, doch Shinawatra flüchtete nach England, da die Verurteilung während seiner Amtszeit als thailändischer Präsident, auch in Zusammenhang mit einem Putsch zustande kam.

Aufsichtsrat nimmt Shinawatra in Schutz

Der Aufsichtsratvorsitzende der "Cititzens", Garry Cook, sprang für seinen Geldgeber schon einmal in die Bresche. Cook sagte, dass er mit dem 59-Jährigen bereits gesprochen habe.

"Er sagte zu mir: Wenn du mich zum Rücktritt als Präident des Klubs zwingen musst, weil es den Bedingungen der Premier League entspricht, dann ist das okay für mich, solange es keine anderen Veränderungen gibt".

Shinawatra sei äußerst verärgert über die Demütigung gewesen, die ihm von Seiten der Premiere League entgegengebracht wird, sagte Cook.

Fragwürdige Klubeigner

Derzeit ist das endgültige Ende der Schmierenkomödie noch nicht abzusehen. Cook bestand auf die unklare Formulierung des Paragraphen, der seit rund zehn Jahren in den Regularien der englischen Elite-Liga festgeschrieben ist und betonte, dass es "einige unpassende und fragwürdige Personen" in einigen Klubs der Liga gebe.

Thailand hat derweil in einem langatmigen Prozeß die Auslieferung des umstrittenen Klubbesitzers im britischen Parlament beantragt. Experten rechnen mit einem Jahrelangen Rechtsstreit.

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