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Nach zwei Spielzeiten und elf Toren sagt van der Vaart der spanischen Hauptstadt "Adios"
Wie ein geprügelter Hund schlich Rafel van der Vaart nach der Roten Karte vom Platz © getty

Real Madrid gewinnt das Rückspiel im spanischen Supercup. Van der Vaart sieht Rot. Auch Inter feiert nach einem Krimi ersten Saisontitel.

Madrid - Mit nur neun Spielern hat Spaniens Rekordmeister Real Madrid gegen Pokalsieger FC Valencia mit Torhüter Timo Hildebrand den spanischen Supercup gewonnen und Trainer Bernd Schuster damit den ersten Titel der neuen Saison beschert.

Trotz der Platzverweise für die beiden Niederländer Rafael van der Vaart (40.) und Ruud van Nistelrooy (73.) gewannen die Königlichen die Partie 4:2 (0:1) und holten sich nach der 2:3-Niederlage im Hinspiel eine Woche zuvor in Valencia die Trophäe.

Christoph Metzelder kam bei Real wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz. Europameister David Silva hatte Valencia in der 32. Minute mit einem Flachschuss aus 20 Metern etwas überraschend in Führung gebracht.

Als acht Minuten später der Ex-Hamburger van der Vaart bei seinem ersten Pflichtspiel für Real im heimischen Bernabeu-Stadion nach einem groben Foul an Juanma Mata die Rote Karte sah, schienen die Gäste auf der Siegerstraße zu sein.

Doch Valencia tat zu wenig in der Offensive, und hinten musste Hildebrand mehrfach eingreifen. In der 49. Minute erzielte van Nistelrooy per Handelfmeter den Ausgleich, schwächte seine Mannschaft dann aber durch seine Gelb-Rote Karte (73.) weiter.

Wende mit zwei Spielern weniger

Doch mit zwei Spielern weniger erzwang Real angetrieben von Arjen Robben doch noch den Sieg. Zunächst traf Europameister Sergio Ramos per Abstauber zum 2:1 (77.), dann überlistete der eingewechselte Ruben de la Red Hildebrand mit einem Schuss aus 35 Metern zum 3:1 (86.).

Der zweite Joker Gonzalo Higuain erhöhte sogar auf 4:1 (89.). Der Treffer von Fernando Morientes (90.) zum 4:2 kam für Valencia zu spät. Der Brasilianer Robinho, der unbedingt von Real zum FC Chelsea wechseln möchte, stand bei den Madrilenen zwar im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Von den eigenen Fans wurde er sogar ausgepfiffen, so dass Schuster ihn nicht einmal zum Warmlaufen schickte.

Inter gewinnt Krimi

Auch Trainer Jose Mourinho hat mit dem italienischen Meister Inter Mailand seinen ersten Tiel gewonnen. Der Portugiese setzte sich mit seinem neuem Klub im ersten Pflichtspiel unter seiner Regie im italienischen Supercup gegen Pokalsieger AS Rom mit 6:5 im Elfmeterschießen durch.

Nach 120 Minuten hatte es 2:2 (2:2, 1:0) gestanden.

Damit nahmen die Lombarden Revanche für die 1:2-Niederlage im Pokalfinale im Mai sowie für das 0:1 im vergangenen Supercup.

Vucinic trifft mit dem Schlusspfiff

Für das 1:0 der "Nerazzurri" hatte in der 19. Minute Mittelfeldspieler Sulley Muntari gesorgt. Der Nationalspieler aus Ghana war erst vor einem Monat für eine Ablösesumme von 14 Millionen Euro vom englischen Pokalsieger FC Portsmouth verpflichtet worden.

In der 60. Minute glückte dem italienischen Weltmeister Daniele De Rossi das 1:1 für Rom. Nach dem 2:1 durch Mario Balotelli (83.) sah Inter wie der sicher Sieger aus.

Doch Stürmer Mirko Vucinic rettete Rom mit dem 2:2 quasi mit dem Schlusspfiff der regulären Spielzeit in die Verlängerung.

Im Elfmeterschießen versagten zunächst Inters Dejan Stankovic die Nerven. Roms Kapitän Francesco Totti vergab die Entscheidung zu Gunsten der "Giallorossi". Nach dem Fehlschuss des Ex-Leverkuseners Juan, der an Julio Cesar scheiterte, machte Javier Zanetti für Inter alles klar.

Laporta bleibt Barca-Präsident

Eine Entscheidung ist auch beim katalanischen Traditionsklub FC Barcelona gefallen. Joan Laporta bleibt auch in den kommenden zwei Jahren Präsident des 18-maligen spanischen Meisters. Auf "Barcas" Generalversammlung sprach die Mehrheit der Mitglieder dem Juristen das Vertrauen aus.

Der Klubchef war nach zwei Jahren ohne Titelgewinn und wegen seiner Personalpolitik heftig in die Kritik geraten. Dennoch stimmten 55,8 Prozent der anwesenden Mitglieder für den 46-Jährigen. Um Laporta zu stürzen, hätten seine Gegner eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen.

Führungskrise abgewendet

Die Führungskrise bei Barca hatte sich zuletzt zugespitzt. Im Juli waren bei einer Vorstandssitzung im Beisein von Laporta acht Führungsmitglieder zurückgetreten.

Der Grund dafür war die Interpretation des Ergebnisses eines Misstrauensvotums. Laporta hatte bei der Abstimmung unter 40.000 Klubmitgliedern nur 37,75 Prozent der Stimmen erhalten. 60,6 Prozent der Mitglieder wollten den Rechtsanwalt aus dem Amt haben.

Der ursprünglich bis 2010 gewählte Laporta, der seit 2003 bei "Barca" an der Spitze steht, berief daraufhin eine Generaversammlung, um noch vor Saisonbeginn der Primera Divison am kommenden Wochenende Klarheit zu haben.

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