vergrößernverkleinern
Der deutsche Torhüter Georg Koch steht seit 2008 bei Rapid Wien unter Vertrag © imago

Der von einem Knallkörper verletzte deutsche Torhüter Georg Koch befürchtet wegen der Folgen der Verletzung sein Karriere-Ende.

Wien - Ich habe immer noch ein lautes Pfeifen im Ohr und spüre extremen Druck. Bei den Gleichgewichts-Test, die die Ärzte mit mir durchgeführt haben, bin ich immer wieder nach rechts gekippt", sagte der 36-Jährige der "Bild"-Zeitung.

"Falls sich das nicht ändert, kann ich nicht mehr Fußball spielen. Die nächsten 14 Tage stehe ich unter Beobachtung."

Der langjährige Bundesliga-Profi fühlte sich an den Fall des früheren Cottbuser Trainers Petrik Sander erinnert, der am 1. April 2005 bei einem Spiel in Aue von einem Feuerwerkskörper getroffen wurde.

"Ich habe mich immer gefragt, warum Petrik Sander so leidet. Jetzt weiß ich, welche Hölle er durchgemacht hat", meinte Koch. Und Sander bestätigte: "Das Pfeifen habe ich immer noch im Ohr, und es wird wohl auch nicht weggehen."

Koch war am Sonntag im Spiel seines Vereins Rapid Wien gegen Austria Wien (3:0) in der 11. Minute durch einen Knallkörper verletzt worden. Koch erlitt bei der Detonation des Böllers einen Hörschaden und kollabierte später in der Kabine. Der mutmaßliche Täter ist gefasst, ihm droht eine dreijährige Haftstrafe.

Im Wiener Stadt-Derby war seine Mannschaft bereits in der 5. Minute durch Branko Boskovic in Führung gegangen. Doch unmittelbar nach Wiederanpfiff war Koch zu Boden gegangen.

Explodierendes Geschoss

Das Geschoss explodierte in unmittelbarer Nähe Kochs.

Die Bestandteile der Rakete trafen den ehemaligen Bundesligaprofi von Bielefeld, Cottbus, Kaiserslautern und Düsseldorf folgenschwer.

Pacult fordert Sanktionen

"Ich hoffe, dass nun reagiert und Klartext geredet wird. Bislang kommen diese Chaoten meist mit zwei oder drei Monaten Stadionverbot davon. Man sollte sie aber lebenslänglich für alle Stadien sperren", forderte Rapid-Trainer Peter Pacult in der Zeitung "Die Welt".

Koch erlitt bei der Detonation des Böllers einen Hörschaden und kollabierte später in der Kabine. Am Montag ging es ihm schon wieder den Umständen entsprechend gut, wie Pacult erklärte:

Hofmann setzt Zeichen

Als Koch nach dem Zwischenfall am Sonntagabend auf dem Weg ins Hospital war, hatte Ersatzgoalie Raimund Hedl dank des Einsatzes von Steffen Hofmann seinen Platz zwischen den Pfosten eingenommen.

Der Rapid-Kapitän und frühere Profi von 1860 München hatte dem Schiedsrichter gegenüber erklärt, seine Mannschaft wolle das Spiel fortsetzen.

"Steffen hat das richtige Zeichen gesetzt", meinte Rapids Sportdirektor Alfred Hörtnagl.

Doppelpack von Boskovic

Der Einsatz hatte sich immerhin aus ergebnisorientierter Sicht gelohnt. Ein Doppelpack von Boskovic (5., 57.) sowie ein Treffer von Hofmann sorgten für den 3:0-Erfolg der Gastgeber.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel