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Claudio Ranieri ist Juli 2007 Cheftrainer bei Juventus Turin © getty

Juve-Fans bekommen die Quittung für ihre Rassismus-Gesänge, Ronaldo ist immer noch leichtfüßig und Lyon verliert den Anschluss.

München - Wegen rassistischer Gesänge seiner Fans ist Juventus Turin verurteilt worden, ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen.

Der Beschluss wurde vom Sportrichter des italienischen Fußballverbandes, Gianpaolo Tosel, verkündet, nachdem Rowdys am Samstag beim Serie-A-Match Juventus-Inter (1:1) den dunkelhäutigen Inter-Spieler Mario Balotelli mit rassistischen Gesängen beleidigt hatten.

Liga-Chef Antonio Matarrese lobte den Beschluss des Sportrichters: "Diese Vorfälle schaden dem ganzen Fußball. Man muss scharf reagieren. Es gibt keinerlei Respekt für die Regeln und man braucht eine scharfe Reaktion."

Er appellierte an Verbandschef Giancarlo Abete, eine Konferenz mit allen Klubs und den Fanverbänden zu organisieren, um den Rassismus in den Stadien zu bekämpfen und zu stoppen.

Matarrese verteidigte darüber hinaus den Schiedsrichter, der trotz der beleidigenden Gesänge die Begegnung nicht abgebrochen hatte.

Weitere Splitter aus dem internationalen Fußball:

Ronaldo kanns immer noch

Mit einem Tor nach einem knapp 40 Meter langen Sprintduell hat Brasiliens Fußballstar Ronaldo eindrucksvoll unterstrichen, dass mit ihm nach einjähriger Verletzungspause auch mit Blick auf die WM im kommenden Jahr zu rechnen ist.

Der 32-Jährige vom SC Corinthians spurtete beim 2:0 (0:0) in der "Paulista-Meisterschaft" gegen den FC Sao Paulo einem Steilpass von der Mittellinie aus hinterher, schüttelte dabei seinen Gegenspieler leichtfüßig ab und vollendete mit einem gefühlvollen Heber zum Führungstor der Gäste.

Corinthians, das auch das erste Halbfinale gegen den FC Sao Paulo mit 2:1 für sich entschieden hatte, trifft nun im Finale der zweitwichtigsten Regionalmeisterschaft auf den Pele-Klub FC Santos.

"Ich bin sehr ergriffen. Das war ein großes Spiel", sagte der zweimalige Weltmeister nach seinem sechsten Tor im neunten Spiel.

Weiterer Rückschlag für Lyon

Olympique Lyon hat in der Ligue 1 einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen und bangt mehr denn je um den achten Titel in Folge.

Bei Girondins Bordeaux verlor Lyon durch einen Treffer von Alou Diarra (42.) mit 0:1. Da Tabellenführer Olympique Marseille mit 2:1 beim FC Lorient gewann, beträgt der Vorsprung von OM (64 Punkte) auf Lyon auf Platz drei bereits vier Zähler. Zweiter ist Bordeaux mit 62 Punkten.

"Es wird zwar schwer, aber es ist noch nicht vorüber", sagte Lyons französischer Nationalspieler Karim Benzema nach der sechsten Saisonniederlage des Titelverteidigers.

Platini lobt harte Strafe gegen Pobeda

UEFA-Präsident Michel Platini hat die drakonische Strafe für den mazedonischen Klub FK Pobeda sowie gegen den Präsidenten und einen Spieler ausdrücklich gelobt.

"Diese Strafe signalisiert die klare und unmissverständliche Botschaft, dass die UEFA keinerlei betrügerische Aktivitäten tolerieren wird, die darauf abzielen, die Resultate von Spielen zu beeinflussen", sagte der ehemalige französische Weltklassespieler.

Die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA hatte Pobeda für acht Jahre von allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen.

Zudem wurden Vereinspräsident Aleksandar Zabrcanec und Spieler Nikolce Zdraveski wegen unerlaubter Spielabsprachen lebenslang gesperrt.

Anlass für Ermittlungen der UEFA waren die Erstrunden-Qualifikationsspiele der Champions League zwischen FK Pobeda und FC Pjunik am 13. und 21. Juli 2004, bei dem Wettanbieter auf Unregelmäßigkeiten hingewiesen hatten.

Bei ihrem Kongress im März in Kopenhagen hatte die UEFA die Einführung eines europaweiten Frühwarnsystems für 27.000 Spiele in allen 53 Mitgliedsverbänden ab der neuen Saison angekündigt.

Englische Polizisten in Rom

Beim Champions-League-Finale am 27. Mai in Rom werden erstmals auch englische Polizisten in der italienischen Hauptstadt für Sicherheit sorgen.

Da im Endspiel auf jeden Fall ein englischer Klub vertreten sein wird - Titelverteidiger Manchester United, der FC Chelsea und der FC Arsenal stehen im Halbfinale - und mindestens 40.000 Fans aus Großbritannien erwartet werden, vereinbarte das italienische Innenministerium ein entsprechendes Abkommen mit den britischen Behörden.

In den vergangenen Tagen hatte es in italienischen Medien Berichte über mögliche Sicherheitsprobleme in Rom aufgrund der Beteiligung mindestens eines englischen Klubs gegeben.

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