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Didier Drogba ist mit 41 Länderspieltoren Rekordtorschütze der Elfenbeinküste © getty

Der Afrika-Cup ist ein Stelldichein internationaler Top-Stars - wie immer sorgt er aber auch schon im Vorfeld für Zoff.

Luanda/München - Die Fußball-Welt blickt auf Angola, Südafrika schaut in die Röhre.

Fünf Monate vor der WM muss der Gastgeber die sportliche Generalprobe beim Afrika-Cup (10. bis 31. Januar) vor dem Fernseher verfolgen.

Die Superstars des Kontinents wie Didier Drogba, Samuel Eto'o und der rechtzeitig genesene Michael Essien geben sich dafür ein Stelldichein und testen ihre Form für das Weltsportereignis des Jahres (DATENCENTER: Der Afrika-Cup).

"Das ist wie eine kleine WM und für alle die wichtigste Generalprobe", sagte Anthony Baffoe, langjähriger Bundesliga-Profi und heute Sportdirektor des deutschen WM-Gruppengegners Ghana:

"Der Afrika-Cup hat eine enorme Bedeutung. Wer ihn nur einmal gewinnt, dem wird ewige Ehre zuteil. Wir wollen in Angola unbedingt gewinnen."114788(DIASHOW: Die internationale Wechselbörse)

Europäische Klubs ärgern sich

Nicht alle anwesenden fünf WM-Teilnehmer werden die Afrika-Meisterschaft so ernst nehmen - und für die europäischen Vereine empfinden das Turnier seit jeher in erster Linie als Ärgernis.

Das hat sich auch 2010 nicht geändert: So muss der FC Chelsea alleine vier Stars ersetzen, und auch einige Bundesliga-Klubs stellen wie immer zähneknirschend Leistungsträger ab.

Obafemi Martins (VfL Wolfsburg), Chinedu Obasi (beide Nigeria/1899 Hoffenheim) und Mohamed Zidan (Borussia Dortmund), mit Ägypten Titelverteidiger, sind die prominentesten Namen unter den 16 nominierten Profis aus der deutschen Eliteklasse.

Zank um Bochums Yahia

Den größten Zank aber gab es um Anthar Yahia vom VfL Bochum: FIFA-Chefmediziner Jiri Dvorak musste konsultiert werden.

Dieser entschied in Zürich, dass der Algerier, der seine Mannschaft vorher zur WM geschossen hatte, fit genug ist, um eventuell (!) im Verlauf des Turniers spielen zu können.

"Das gefällt uns natürlich gar nicht", sagte VfL-Manager Thomas Ernst.

Eto'o peilt den Titel an

Die Topstars spielen allerdings in England, Italien oder Spanien. Samuel Eto'o, Starstürmer von Inter Mailand und zudem Afrika-Cup-Rekordschütze (16 Tore), will den Topfavoriten Kamerun zum Titel schießen:

"Wir werden siegen. Und es ist mein wichtigstes Ziel, den Rekord für die meisten Tore während eines einzigen Cups zu knacken." Zehn Tore sind nötig, um die bisherige Bestmarke von Mulamba Ndaye (9 für Zaire 1974) zu überbieten.

Kamerun ist die Nummer elf der FIFA-Weltrangliste, keiner der 15 Konkurrenten, die in vier Stadien (Luanda, Cabinda, Benguela und Lubango) um den Titel spielen werden, ist besser platziert.

Yeboah glaubt an Ghana

Ein alter Bekannter aus der Bundesliga ist dennoch sicher, dass Ghanas Black Stars das Rennen machen werden.

"Wir gewinnen das Finale und bringen die Trophäe nach Hause", sagt der ehemalige Torjäger Tony Yeboah.

Ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen der Rekordsieger Ägypten, der das WM-Ticket verpasst hatte, die Elfenbeinküste mit Chelsea-Star Drogba, Algerien und Nigeria. Angola selbst wird keine Chance eingeräumt.

Große Investitionen trotz vieler Sorgen

Überhaupt ist es ein kleines Wunder, dass die 12-Millionen-Einwohner-Nation, WM-Teilnehmer von 2006, acht Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges ein Kontinentalturnier ausrichten kann.

Zumal das Land viele Sorgen hat: Die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren ist die zweithöchste der Welt, lediglich 40 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu ausreichend Trinkwasser, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 38,87 Jahren.

Dennoch wurden angeblich 150 Millionen Euro in Luandas Prachtstadion "11. November" (50.000 Zuschauer) investiert, in dem am 31. Januar der Titelträger gekürt wird.

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