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Quiney Owusu (l.) erzielte bislang einen Treffer für Ghana © getty

Auf den WM-Gegner der Deutschen wartet beim Afrika-Cup bereits in der Vorrunde das erste Endspiel. Der Star fehlt verletzt.

Cabinda/Angola - Die Stimmung ist angespannt, der Kader dezimiert und der Druck gewaltig.

Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Burkina Faso (ab 17 Uhr LIVESCORES) steht Ghanas Nationalmannschaft beim Afrika-Cup in Angola mit dem Rücken zur Wand.

Nur mit einem Sieg ziehen die "Black Stars" ins Viertelfinale ein, schon bei einem Remis wäre der Traum vom Gewinn der ersten Kontinentalmeisterschaft seit 28 Jahren geplatzt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Generalprobe für die WM in Südafrika, wo in der Vorrunde das DFB-Team wartet, droht im sportlichen Fiasko zu enden.

Essien verdreht sich das Knie

Beim Training in den vergangenen Tagen war im Tafe's Stadium von Cabinda von der sonst üblichen Leichtigkeit und Unbefangenheit nicht viel zu spüren.

Zunächst mussten die Ghanaer den Schock nach dem Anschlag auf Togos Nationalmannschaft verdauen, dann verloren sie zum Turnierauftakt 1:3 gegen die Elfenbeinküste.

Am Sonntag gab es die nächste Hiobsbotschaft: Kapitän Michael Essien verdrehte sich das linke Knie.

Für den Mittelfeldspieler, der beim FC Chelsea an der Seite von DFB-Kapitän Michael Ballack Regie führt, ist das Turnier damit vorzeitig beendet.

Ghana mit großen Verletzungssorgen

Ghanas Trainer Milovan Rajevac ist um seine Aufgabe derzeit wahrlich nicht zu beneiden. Schon vor dem Afrika-Cup musste der Serbe den Ausfall zahlreicher Schlüsselspieler verkraften.

Zunächst verletzte sich Stephen Appiah, es folgte ein Streit mit dem undisziplinierten Sturm-Ass Sulley Muntari, der schließlich mit der Suspendierung des Angreifers von Inter Mailand endete.

Dann zogen sich auch noch Mittelfeldmann Laryea Kingston, Abwehrchef John Mensah und Rechtsverteidiger John Paintsil Blessuren zu und mussten absagen.

Als erfahrener Akteur mit Weltklasseformat blieb einzig der nun ebenfalls verletzte Essien.

Wenige Erkenntnisse für DFB-Scout

Der junge Afrika-Cup-Kader Ghanas dürfte somit nur wenig mit dem Aufgebot für die WM in Südafrika zu tun haben.

Entsprechend wenig Erkenntnisse bringen die Auftritte des Teams wohl auch dem vom DFB geschickten Spielbeobachter Urs Siegenthaler.

"Die Scouts der WM-Konkurrenten hätten sich die teure und schwierig zu organisierende Reise nach Angola sparen können", sagt Ghanas Fußball-Ikona Abedi Pele: "Sie bekommen hier nicht die Mannschaft zu sehen, die in Südafrika antreten wird."

Fehlende Erfahrung der Youngster

So muss Rajevac derzeit vornehmlich auf die Jugend setzen. Insgesamt acht Spieler aus dem U-20-Nationalteam, das bei der WM in Ägypten 2009 den Titel holte, nahm der Coach mit nach Angola.

Fünf von den Youngstern kamen im Auftaktspiel gegen die Ivorer zum Einsatz.

Bei allem Talent fehlte ihnen in den entscheidenden Situationen aber die Kraft und die Erfahrung, um sich erfolgreich wehren zu können.

Folglich hofft gegen Burkina Faso ein aus der Bundesliga bekannter Routinier auf sein Turnier-Debüt.

Leverkusener Sarpei vor Debüt

"Ich bin guter Hoffnung, dass ich dabei bin", sagt der zuletzt angeschlagene Hans Sarpei von Bayer Leverkusen, der mit seinem Team auch unter den strikten Sicherheitsbestimmungen in Cabinda leidet.

Sowohl in ihrem Apartmentkomplex als auch auf der Trainingsanlage werden die Ghanaer bewacht wie in einem Hochsicherheitstrakt.

Die Hotelanlage auf eigene Faust zu verlassen ist strengstens untersagt.

"Die Jungs von Togos Team sind wie Brüder für uns. Der Anschlag ist zwar schon ein paar Tage her, aber wir können sicher nicht so befreit Fußball spielen, wie sonst", sagt Stürmer Andrew Ayew.

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