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Ghanas Torschütze Andre Ayew (l.) bejubelt seinen Treffer gegen Burkina Faso © getty

Während Anthony Yeboah bereits vom Titelgewinn der "Black Stars" träumt, zeigt sich DFB-Scout Urs Siegenthaler wenig beeindruckt.

Luanda - Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Anthony Yeboah attestiert Ghana beim Afrika-Cup nach dem Einzug ins Viertelfinale bereits Titelreife.

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler reagiert dagegen äußerst gelassen auf die in der Vorrunde gezeigten Leistungen von Deutschlands WM-Gruppengegner.

"Ich denke, dass sie ihr wahres Gesicht gezeigt haben. Sie haben das gespielt, was sie zurzeit können", sagte der Schweizer Siegenthaler nach dem 1:0 (1:0)-Sieg der "Black Stars" im letzten Gruppenspiel gegen Burkina Faso:

"Wenn Michael Essien wieder dabei ist, sind sie sicher zu einer Steigerung fähig. Allerdings scheint er schwerer verletzt als angenommen."

Yeboah: "Können jeden schlagen"

Siegenthaler beobachtet im Auftrag von Bundestrainer Joachim Löw bereits seit Turnierbeginn das stark ersatzgeschwächte Team von Ghana.

Löw flößen die Berichte von Siegenthaler derzeit kaum Ängste ein.

Doch ungeachtet des eher dürftigen Auftritts zum Ende der Gruppenphase träumen die Westafrikaner vor dem Viertelfinale am Sonntag gegen Gastgeber Angola vom ersten Gewinn des Afrika-Cups seit 28 Jahren.

"Ich bin stolz auf diese junge Mannschaft, denn sie hat großes Potenzial. Wir können jeden schlagen und wollen die Trophäe nach so langer Zeit unbedingt wieder in Ghana sehen", sagte Yeboah.

Torschütze als gutes Omen

Für Yeboah ist alleine der Schütze des goldenen Tores gegen Burkina Faso bereits ein gutes Omen.

Den kein geringerer als Andre Ayew, 20-Jähriger Sohn des früheren Bundesliga-Stars Abedi Pele, sorgte in der 30. Minute mit einem Kopfball aus 14 Metern für das entscheidende 1:0.

Und immerhin war Abedi Pele beim letzten Titelgewinn im Jahr 1982 Führungsspieler der "Black Stars".

"Jeder Vater möchte, dass der Sohn in seine Fußstapfen tritt. Und wenn es Gott erlaubt, werde ich das, was mein Vater für sein Land und Afrika getan hat, sogar noch übertreffen", sagte Ayew mit gehörig Pathos in der Stimme:

"Ich bin froh, dass ich Ghana geholfen und die Menschen in der Heimat glücklich gemacht habe."

Pitroipa bereitet Ghanas Abwehr Probleme

Im abschließenden Vorrundenspiel war ein Sieg für das Team von Trainer Milovan Rajevac Pflicht, nachdem Ghana im ersten Gruppenspiel 1:3 gegen die Elfenbeinküste verloren hatte.

Bei Temperaturen um die 30 Grad tat sich Ghana im Stadion des 11. November bis zum Siegtreffer aber schwer.

Vor allem Burkina Fasos Flügelflitzer Jonathan Pitroipa vom Hamburger SV bereitete der Abwehr Ghanas mit den Bundesliga-Profis Isaac Vorsah (Hoffenheim) und Hans Sarpei (Leverkusen) einige Probleme.

Dennoch zeigte sich Coach Rajevac sehr zufrieden mit dem Einzug seines Teams in die Runde der letzten Acht, nachdem vor allem die Verletzung von Chelsea-Star Essien wenig Hoffnung auf ein erfolgreiches Turnier gemacht hatte.

"Kennen Angola sehr gut"

"Dieser Sieg war vor allem psychologisch sehr wichtig. Nun treffen wir auf die Gastgeber. Wir kennen sie gut, nachdem wir erst vor zwei Monaten ein Testspiel gegen Angola absolviert haben", sagte der Serbe.

Die Gruppe B bestand nur aus drei Teams, nachdem Togo im Zuge des tödlichen Terroranschlags auf den Mannschaftsbus sein Team vor Beginn des afrikanischen Kontinentalturniers zurückgezogen hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Umso bitterer wäre ein Aus in der Vorrunde gewesen. Auch für Trainer Rajevic. Nach der Pleite zum Auftakt gegen die Elfenbeinküste war bereits fest mit der Ablösung des 56-Jährigen gerechnet worden.

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