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Didier Drogba spielt seit 1999 in der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste © getty

Nach dem Aus gegen Algerien hadert Drogba mit seinem Team. Jetzt bleibt nur noch die WM in Südafrika um einen Titel zu holen.

Cabinda - Didier Drogba sank zu Boden und starrte voller Frust ins Leere.

Es dauerte Minuten, ehe der Star-Stürmer vom FC Chelsea wieder sprechen konnte.

"Eigentlich hatten wir doch schon gewonnen. Das durfte uns einfach nicht passieren", sagte Drogba nach dem Viertelfinal-Aus der Elfenbeinküste beim Afrika-Cup durch das 2:3 nach Verlängerung gegen Außenseiter Algerien.

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Drogba vergibt Großchancen

Bei Drogba saß der Stachel der Enttäuschung besonders tief.

Der Angreifer hatte selbst drei Großchancen vergeben, ihm wurde allerdings beim Stand von 1:0 auch ein klarer Foulelfmeter verweigert.

Dennoch sah sein Team schon wie der sichere Sieger aus, denn Kader Keita hatte erst in der 89. Minute das 2:1 erzielt. Doch in die Feierlichkeiten der Ivorer platzte der Ausgleich der "Wüstenfüchse" durch Verteidiger Madjid Boiugherra von den Glasgow Rangers.

"Problem in den Köpfen"

"Dieser Ausgleich ist einfach nicht akzeptabel", stöhnte nach der Partie Vahid Halilhodzic, der seit seinem Amtsantritt 2008 die erste Pflichtspielniederlage hinnehmen musste.

Der Coach von Drogba und Co. konnte auch Stunden nach der Partie den Blackout seiner Jungs nicht verstehen.

"Wenn man bei einer 2:1-Führung Sekunden vor Schluss ein Gegentor bekommt, kann das ja kein physisches Problem sein. Die Misere muss irgendwo in den Köpfen liegen", vermutete der Bosnier.

Zu lange Spielpause

Schon vor der Partie hatte Halilhodzic über die acht Tage Spielpause gehadert, die sein Team vor dem Viertelfinale wegen des Ausfalls Togos zu überbrücken hatte.

"Es ist nicht gut für den Rhythmus, wenn man bei einem Turnier so lange ohne Einsatz ist", sagte er.

Außerdem klagte der Coach über die schlechten Platzverhältnisse: "Die Hitze ist ja schon anstrengend genug. Aber dann kommt auch noch dieser schlechte Rasen hinzu, der einem spielerisch starken Team wie meinem nun wirklich nicht entgegen kommt."

WM als letzte Chance?

Des Trainers Befürchtungen traten ein, und es wurde wieder nichts mit dem großen Titel für die "Goldene Generation" um Didier Drogba, Kolo und Yaya Toure, Emmanuel Eboue und Arthur Boka.

Jetzt bleibt den "Elefanten" nur noch die WM im Sommer in Südafrika, um den großen Wurf zu verwirklichen, bevor die Elf aus Altersgründen ein völlig neues Gesicht bekommen wird.

Die Algerier hingegen waren nach dem Coup völlig aus dem Häuschen. "Wir sind alle glücklich. Wir haben hervorragend gespielt, uns viele Torchancen erarbeitet und drei Treffer erzielt. Was will man mehr?" sagte Trainer Rabah Saadane.

Ziani spielt überragend

Eine erneut überragende Partie lieferte Karim Ziani vom VfL Wolfsburg.

Der kleine Regisseur war Lenker und Denker der Nord-Afrikaner.

Wie schon beim Siegtreffer gegen Mali (1:0) lieferte Ziani auch diesmal die Vorlage zum Siegtor durch Hameur Bouazza.

Stark war auch Mönchengladbachs Karim Matmour, der neben seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 eine weitere große Möglichkeit hatte, als er mit einem schönen Volleyschuss am ivorischen Keeper Barry scheiterte.

Ägypten oder Kamerun

Im Halbfinale trifft Algerien am Donnerstag (20.30 Uhr) auf den Sieger der Partie zwischen Titelverteidiger Ägypten und Kamerun.

Deutschlands WM-Gegner Ghana, der sich mit 1:0 im Viertelfinale gegen Angola durchsetzte, trifft in seinem Halbfinale ebenfalls am Donnerstag (17.00 Uhr) auf den Sieger der Partie Sambia gegen Nigeria.

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