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In der WM-Qualifikation zwischen Ägypten und Algerien kam es zu massiven Ausschreitungen © getty

Beim "Hass-Duell" zwischen Algerien und Ägypten werden erneut Krawalle befürchtet. Der Dortmunder Zidan heizt die Stimmung an.

Luanda - Am Donnerstag hält der Schwarze Kontinent den Atem an und schaut gebannt auf das drohende Krawall-Halbfinale beim Afrika-Cup in Angola.

Nach dem Sieg Ägyptens im Viertelfinale gegen Kamerun kommt es zu einer Neuauflage des "Hass-Duells" zwischen dem Titelverteidiger und Algerien.

Sollte es dabei zu ähnlichen Ausschreitungen wie rund um die entscheidenden WM-Qualifkationsspiele zwischen den beiden Teams im vergangenen November kommen, müsste der Erdteil viereinhalb Monate vor der WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) erneut eine Gewalt-Diskussion über sich ergehen lassen.

Krawalle befürchtet

Dass die Krawalle vom November, bei denen 18 Menschen ums Leben kamen, den sportlichen Aspekt vor dem Halbfinale in Benguela überlagern, wurde bereits bei der ersten Reaktion des algerischen Trainers auf den Erfolg der Ägypter deutlich.

"Wir hoffen, dass es diesmal ausschließlich zu einer fairen sportlichen Auseinandersetzung kommt", erklärte Rabah Saadane, dessen Team sich vor rund zwei Monaten gegen Ägypten durchgesetzt hatte.

Zidan gießt Öl ins Feuer

Bei den Ägyptern, die im 16. Turnierspiel in Folge ohne Niederlage blieben, goss dagegen der Dortmunder Bundesliga-Profi Mohamed Zidan Öl ins Feuer.

"In dem Spiel geht es um Leben und Tod. Für beide Mannschaften ist es wie ein Krieg", sagte er vor der Neuauflage des Endspiels von 2008.

Seine Teamkollegen freuten sich zunächst aber über den Erfolg über Kamerun. "Es war ein tolles Spiel und ein Sieg für ganz Ägypten", meinte Kapitän Ahmed Hassan überschwänglich.

Der 34 Jahre alte Routinier, der mit nunmehr 170 Länderspielen zum afrikanischen Rekordspieler aufgestiegen ist, erzielte gleich zwei Treffer:

"Zwei Tore in meinem Jubiläumsspiel - von so etwas habe ich natürlich geträumt." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Alptraum für Eto'o

Einen Albtraum erlebte dagegen Kamerun mit Superstar Samuel Eto'o und dem Freiburger Mohamadou Idrissou.

"Wir haben großen Fußball geliefert und hatten sicher ein anderes Resultat verdient", sagte der niedergeschlagene Eto'o.

Der Torjäger konnte sich noch nicht einmal über Schiedsrichter Jerome Damon (Südafrika), der den dritten Treffer der Ägypter zu Unrecht anerkannte, aufregen: "Wir haben gespielt und Ägypten hat gewonnen. Sonst gibt es nichts zu sagen."

Bei Kameruns Trainer Paul Le Guen wich dagegen die Enttäuschung rasch der Zuversicht.

"Die Mannschaft hat sich nach schwachem Beginn im Laufe des Turniers ständig gesteigert und ist auf einem guten Weg. Im Hinblick auf die WM im Sommer bin ich eigentlich sehr optimistisch", erklärte der 45 Jahre alte Franzose.

Obasi und Martins im Halbfinale

Neben Ägypten zog auch Nigeria mit den Bundesligaprofis Chinedu Obasi (1899 Hoffenheim) und Obafemi Martins (VfL Wolfsburg) in die Vorschlussrunde ein.

Gegen Außenseiter Sambia mit Chris Katongo vom Zweitligisten Arminia Bielefeld gewannen die "Super Eagles" allerdings erst nach Elfmeterschießen, in dem Martins und Katongo trafen, mit 5:4. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden.

Im Halbfinale trifft Nigeria ebenfalls am Donnerstag (17 Uhr) auf den deutschen WM-Gruppengegner Ghana.

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