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Mohamed Zidan schoss in bisher 29 Spielen für Ägypten sieben Tore © getty

Algeriens Coach Saadane gibt dem Schiedsrichter die Schuld an der Niederlage. Die Ägypter stehen vor einem historischen Sieg.

Benguela - Die "Pharaonen" bejubelten überschwänglich ihren Sieg im "Hass-Duell", der Erzrivale witterte eine Verschwörung:

Nach dem 4:0-Halbfinalsieg gegen Algerien hat Ägypten am Sonntag (ab 17 Uhr LIVESCORES) gegen den deutschen WM-Gruppengegner Ghana die historische Chance, als erste Mannschaft zum dritten Mal in Folge den Afrika-Cup zu gewinnen.

Der algerische Trainer gab indes dem Schiedsrichter die Schuld am Ausscheiden.

"Es gab einen Plan gegen uns. Mit drei Mann weniger war es für uns unmöglich, das Spiel zu gewinnen", sagte Rabah Saadane und ergänzte mit Blick auf Referee Koffi Codjia aus Benin: "Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden."

Ausbau der Erfolgsserie

Rafik Halliche (39.), Madir Belhadj (69.) und Torhüter Fawzi Chaouchi (87.) hatten vorzeitig das Feld verlassen müssen.

Beim 1:0 durch einen Elfmeter im Anschluss an den ersten Platzverweis hatte Hosni Abdrabou zusätzlich regelwidrig seinen Anlauf unterbrochen, ohne dass der Unparteiische eingeschritten war.

Der Dortmunder Profi Mohamed Zidan sorgte in der zweiten Halbzeit mit einem Tor (65.) und der Vorlage zum 3:0 durch Mohamed Abdelshafi (81.) für die Entscheidung und den Ausbau der Erfolgserie: Seit 18 Spielen sind die Ägypter, für die außerdem Mohamed Gedo Nagy (90+3.) traf, beim Afrika-Cup ungeschlagen.

Tränengas und 15 Festnahmen

"Wir sind einfach unglaublich enttäuscht", sagte der Gladbacher Profi Karim Matmour, der wie seine algerischen Bundesliga-Kollegen Anthar Yahia (VfL Bochum), Karim Ziani (VfL Wolfsburg) in der Startaufstellung stand: "Aber wir sind jung und wissen, dass wir die Zukunft noch vor uns haben."

In Frankreich kam es im Zusammenhang mit dem Spiel in mehreren Städten zu Ausschreitungen.

In Marseille rotteten sich 500 Randalierer nach dem Spiel am Hafen zusammen und bewarfen die Polizei mit Steinen, Dosen und Flaschen.

Darüber hinaus errichteten sie aus brennenden Mülltonnen Straßensperren. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm 15 Jugendliche fest.

18 Tote bei Qualifikationsspielen

Auch in Lyon und Toulouse kam es zu Zwischenfällen. In beiden Städten wurden mehrere Autos in Brand gesteckt.

Im November war es rund um die entscheidenden WM-Qualifikationsbegegnungen zwischen den beiden Teams zu noch schwereren Krawallen gekommen, bei denen 18 Menschen ums Leben kamen.

In Benguela wurden rund 700 Fans aus Algerien und 200 ägyptische Anhänger mit einem massiven Sicherheitsaufgebot ohne Zwischenfälle ins Stadion eskortiert.

Amodu lehnt Rücktritt ab

Im Finale treffen die "Pharaoen" auf den deutschen WM-Gruppengegner Ghana, der sich mit 1:0 gegen Nigeria durchsetzte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Während Hans Sarpei (Bayer Leverkusen) und Isaac Vorsah (1899 Hoffenheim) mit den "Black Stars" den ersten Finaleinzug seit 18 Jahren feierten, steht Nigerias Trainer Shaibu Amodu vor dem Aus.

Nach der Niederlage, an der auch Obafemi Martins vom deutschen Meister VfL Wolfsburg und der Hoffenheimer Chinedu Obasi nichts ändern konnten, wurde Amodus Taktik von Kapitän Osaze Odemwingie kritisiert.

Einen Rücktritt lehnte der Coach jedoch ab: "Mein Vertrag läuft noch bis August."

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