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Gyan Asamoah strebt im Afrika-Cup-Finale Titel und Torjägerkrone an © getty

Ghana möchte verhindern, dass Ägypten zum dritten Mal in Folge Afrika-Cup-Sieger wird. Togo wird für zwei Teilnahmen gesperrt.

Luanda - Wenn am Sonntag (ab 17 Uhr LIVESCORES) in Luanda das Finale des Afrika-Cups steigt, ist der deutsche WM-Gruppengener Ghana nur Außenseiter.

Schließlich peilt Gegner Ägypten den Titel-Hattrick an. Doch die "Black Stars" lassen sich davon nicht schrecken.

"Die meisten der Jungs sind hungrig. Sie haben eine Chance erhalten, und sie haben sie ergriffen" sagte Offensiv-Allrounder Andre Ayew vom AC Arles.

Trainer Milovan Rajevac ist sichtlich stolz auf sein junges Team, das den Wettbewerb als wichtige Lernphase für die WM begreifen soll.

Rajevac reagiert dünnhäutig

Auf die Kritik, Ghana sei nur mit Glück ins Finale gekommen, reagiert er empfindlich:

"Wir haben uns für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Ist das Glück? Wir haben in einer völlig anderen Mannschaftsaufstellung gegen acht erfahrene Mannschaften gespielt und wir stehen wieder im Finale? Ist das Glückt?", hielt der in Ghana nur als "Milo" bekannte Serbe den Skeptikern entgegen.

Interessanter Nebeneffekt des Endspiels ist der Kampf um die Torjägerkrone. Ghanas Asamoah Gyan, der auch im Halbfinale gegen Nigeria für die Entscheidung sorgte, liegt dabei mit bislang drei Toren aus vier Spielen einen Treffer hinter dem Ägypter Mohammed Nagy.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Togo für zwei Turniere ausgeschlossen

Unterdessen hat die afrikanische Fußball-Föderation (CAF) beschlossen, Togo von den nächsten beiden Turnieren um den Afrika-Cup auszuschließen.

Mit der Entscheidung reagierte die CAF auf die "Einmischung der togolesischen Regierung", die nach dem Terror-Anschlag auf den Mannschaftsbus ihres Nationalteams zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel den Rückzug aus dem Turnier in Angola angeordnet hatte.

"Die Entscheidung der Politiker entspricht nicht dem Reglement der CAF und des Afrika-Cups. Deshalb hat das Exekutiv-Komitee so entschieden und Togos Verband zudem mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 US-Dollar belegt", heißt es in einer Mitteilung der CAF.

Togo empört

Der Überfall hatte sich am 8. Januar nach dem Grenzübertritt der Togolesen in die Exklave Cabinda ereignet. Bei dem Maschinengewehrangriff der FLEC (Front für die Befreiung der Enklave Cabinda) starben der Assistenztrainer und der Sprecher des togolesischen Nationalteams.

Die Entscheidung der CAF wurde in Togo mit Unverständnis und Empörung registriert. "Wir sind Fußballer, auf die geschossen wurde. Und nun dürfen wir kein Fußball mehr spielen. Togo muss die Entscheidung anfechten", meinte der togolesische Nationalspieler Thomas Dossevi.

"Als wir nach Hause gefahren sind, um drei Tage zu trauern, haben sie gesagt, sie seien in Gedanken bei uns. Und nun bestrafen sie uns."

Familien der Opfer verklagen CAF

Derweil haben die Familien der beiden Todesopfer juristische Schritte gegen die CAF und den angolanischen Staat angekündigt.

"Zwei unserer Landsleute wurden getötet aufgrund von Fehlern und Versäumnissen der afrikanischen Fußball-Föderation und ihres Präsidenten Issa Hayatou", sagte der beauftragte Rechtsanwalt.

Die Klage schließe auch den Staat Angola mit ein, der das Leben der Fußballer gefährdet habe, indem er den Afrika-Cup in einem Kriegsgebiet zur Austragung gebracht hat.

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