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Der Afrika Cup ist für die teilnehmenden Länder von extremer Bedeutung
Für Sambia ist es der erste Sieg nach drei Finalteilnahmen beim Afrika-Cup © getty

Das sambische Fußballmärchen wurde wahr. Sie gewannen den Afrika-Cup dort, wo vor 19 Jahren das gesamte Nationalteam verunglückte.

Libreville - Sambias Fußball-Nobodys knieten an der Eckfahne nieder zum Gebet und sangen die Triumphlieder ihrer toten Idole.

Knapp 19 Jahre, nachdem eine Flugzeug-Katastrophe in Gabuns Hauptstadt Libreville die "goldene Generation" ihres Landes ausgelöscht hatte, feierten sie wenige Kilometer von der Absturzstelle entfernt mit Freudentränen in den Augen den Gewinn des Afrika-Cups, den größten Sieg in der Sport-Geschichte der Nation.

"Ein Zeichen des Schicksals"

"Das war ein Zeichen des Schicksals, es war in den Himmel geschrieben. Da war eine Kraft mit uns", sagte Trainer Herve Renard nach dem dramatischen 8:7-Sieg im Elfmeterschießen (Spielbericht) gegen den haushohen Favoriten Elfenbeinküste (DATENCENTER: Afrika-Cup).

Und als in Sambias Hauptstadt Lusaka die rauschende Siegesnacht begann, fiel der Franzose Renard seinem Verbandspräsidenten Kalusha Bwalya im "Stadion der Freundschaft" von Libreville um den Hals.

Der Volksheld Bwalya, einer der besten Fußballer in der Geschichte des Landes und bei der Katastrophe am 27. April 1993 nur durch einen glücklichen Zufall nicht an Bord, schämte sich seiner Tränen nicht.

Emotionaler Titelgewinn

"Ich will ihm diesen Titel widmen. Kalusha weiß besser als jeder andere, was dieser Titel bedeutet", sagte Renard.

Der 43 Jahre alte Renard, der nach dem Ende seiner leidlich erfolgreichen Karriere als Profi-Fußballer zunächst als Putzmann arbeiten musste, ist der Architekt eines Erfolges, der als einer der emotionalsten in die Fußball-Annalen eingehen könnte - nicht nur wegen des tragischen geschichtlichen Hintergrunds.

Sein Team der Namenlosen dominierte das Turnier als funktionierende Einheit, die am Ende auch die scheinbar übermächtigen Ivorer mit deren Superstars Didier Drogba, Yaya Toure und Salomon Kalou in die Schranken wies.

Ungläubiges Staunen über Titelgewinn

Niemand symbolisierte die Kluft, die sich zwischen den beiden Teams auftat, besser als Chris Katongo. Nach seinem Abschied von Arminia Bielefeld im Jahr 2010 versuchte sich der 29-Jährige noch bei Skoda Xanthi in Griechenland, bevor er wenig später nach China zu Henan Jianye wechselte.

Am Sonntagabend stemmte er als Sambias Kapitän den Siegerpokal in die Luft und schaute dabei etwas ungläubig drein, während seine Teamkollegen schon ein Spruchband

zeigten, das ihnen die Fans gereicht hatten:

"In Gedenken an 1993 - ihr spielt zu Hause."

Drogba wird wieder zur tragischen Figur

Wenige Meter daneben stand Joseph S. Blatter im Konfettiregen, und auch der FIFA-Boss war beeindruckt. "19 Jahre nach der Katastrophe hat ein solcher Sieg etwas sehr Spezielles", sagte er später.

Die Dramaturgie des Endspiels war der Größe des Ereignisses angemessen, und es passte ins Bild, dass erneut das ivorische Idol Drogba zur tragischen Figur wurde. Der Stürmerstar des FC Chelsea vergab die größte Chance in der regulären Spielzeit, als er in der 70. Minute einen Foulelfmeter weit über das Tor schoss.

Nach 120 Minuten stand es 0:0, und es kam zu einem Nervenspiel der besonderen Art. Nachdem zunächst 14 Spieler in Folge ihre Elfmeter versenkt hatten, verschossen drei weitere nacheinander.

"Eine gewaltige Enttäuschung"

Den Fehlschuss des England-Legionärs Gervinho vom FC Arsenal nutzte schließlich Stoppila Sunzu, ein Mittelfeldspieler vom kongolesischen Klub TP Mazembe, und bescherte den Sambiern bei der dritten Final-Teilnahme den ersten Sieg.

Für die Elfenbeinküste, die schon das Endspiel 2006 gegen Ägypten im Elfmeterschießen nach einem Fehlversuch von Drogba verloren hatte, brach eine Welt zusammen. Trainer Francois Zahoui sprach von einer "gewaltigen Enttäuschung" und hielt eine simple Begründung für die Niederlage parat:

"Sambia hat begonnen, an sich zu glauben. Das ist Fußball."

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