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Offenbar britischer Rekord-Transfer: Robinho soll ManCity geschätzte 40 bis 42 Millionen Euro gekostet haben © getty

Die Premier League im Kaufrausch: Allein Manchester Citys Robinho-Transfer schlug mit rund 40 Millionen Euro zu Buche.

Manchester - Die Fußball-Stadt Manchester hat den gewohnt regen Transferaktivitäten in England am Montag zur Deadline die Krone aufgesetzt und zugleich für einen Rekord gesorgt.

Meister und Champions-League-Sieger Manchester United verpflichtete nach langem Hickhack nicht ganz unerwartet Wunschstürmer Dimitar Berbatow für geschätzte 38 Millionen Euro von Tottenham Hotspur und wurde wenig später vom Stadtrivalen Manchester City noch getoppt:

Die Citizens überraschten die Fachwelt mit dem Transfer des brasilianischen Nationalspielers Robinho von Spaniens Meister Real Madrid für geschätzte 40 bis 42 Millionen Euro. Was einen neuen britischen Rekord darstellt.

Nicht nur der Ex-Leverkusener Berbatov weckt Begehrlichkeiten auf der Insel: Auch der frühere Schalker Der frühere Schalker und Hamburger Bundesligaprofi Emile Mpenza wechselt - allerdings von Manchester City zum englischen Zweitligisten Plymouth Argyle.

Denn: Der 30-Jährige hatte im Juli beim Premier-Klub nach fünf Toren in 25 Spielen keinen neuen Vertrag erhalten. In Plymouth unterschrieb der Belgier nun einen Kontrakt bis Saisonende.

So oder so ließen sich die Engländer nicht lumpen Wie die Wirtschaftprüfungsgesellschaft Deloitte ermittelte, wurde mit Ausgaben von umgerechnet 615 Millionen Euro investiert wie nie zuvor.

Die bisherige Bestmarke von umgerechnet 580 Millionen Euro wurde erst 2007 aufgestellt. Während die Tageszeitung Daily Mail in Anlehnung an den Bangles-Song vom "Manic Monday´ schrieb, titelte der Mirror zum neuen Big Spender Manchester City: "City Sheikh (Abwandlung von Shake/Anm. d. Red.) The World".

Spendierhosen eines Großinvestors

Hintergrund: ManCity steht vor der Übernahme durch die Abu Dhabi United Group for Development and Investment ADUG, die von der Königsfamilie der Vereinten Arabischen Emirate unterstützt wird und die den Klub kürzlich erst von Vereinsboss Thaksin Shinawatra aufgekauft hatte.

Die neuen Besitzer ließen mit dem Antrittsgeschenk nicht lange auf sich warten und brachten sofort alle Hebel in Bewegung, um Robinho zu verpflichten. Eigentlich war sich der 24-Jährige bereits mit Chelsea FC einig, doch City gab offenbar das bessere Angebot ab. Sowohl Berbatow als auch Robinho erhalten Vierjahresverträge.

Fast schon euphorisch zeigte sich Teammanager Mark Hughes nach dem Sensationstransfer, mit dem City in letzter Sekunde Vizemeister FC Chelsea und Eigner Roman Abramowitsch ausgestochen hat.

Poker auch um Ronaldinho

"Ich bin hocherfreut, mit einem derartig unglaublichen Talent wie Robinho zusammenarbeiten zu können. Um mit den besten Teams mithalten zu können, brauchen wir Spieler solchen Kalibers. Robinho ist zweifelsohne einer der besten Fußballer der Welt", erklärte der ehemalige Bundesligaprofi von Bayern München.

Manchester City, das in den vergangenen Tagen bereits zwei Mal auf dem Transfermarkt zuschlugen und den argentinischen Verteidiger Pablo Zabaleta von RCD Espanyol sowie Rückkehrer Shaun Wright-Phillips von Chelsea verpflichtete, hatte auch kräftig beim brasilianischen Superstar Ronaldinho mitgeboten, diesen Poker aber gegen den AC Mailand verloren.

Mit dem Gebot für Robinho hatte man offensichtlich die Schmerzgrenze bei Real Madrid erreicht. Real-Präsident Ramon Calderon verpasste dem 24-jährigen Robinho noch einen Seitenhieb. "Die Tatsache, dass ein Spieler ein Angebot von Manchester City annimmt, zeigt, das er nicht aus sportlichen Gründen wechselt", sagte Calderon dem TV-Sender VEO.

Seitenhieb - wegen Ronaldo-Hängepartie

Dem blieb Robinho nichts schuldig und meinte mit Blick auf das gescheiterte Bemühen der Königlichen um ManUs Cristiano Ronaldo: "Seit Mai versuche ich, einen neuen Vertrag mit Real auszuhandeln, aber sie wollten davon nichts wissen, weil sie sich sicher waren, dass Cristiano Ronaldo unterschreiben würde. Jetzt, wo sie keinen bekommen haben, wollen sie mich nicht ziehen lassen."

Die Erleichterung bei Manchester United war angesichts des geglückten Transfers des bulgarischen Nationalstürmers Berbatow spürbar. "Dimitar ist einer der spektakulärsten und besten Stürmer der Welt. Sein Stil und Können werden das Team in eine andere Dimension führen", sagte Manchester Uniteds Teammanager Alex Ferguson.

ManU verhinderte den vorzeitigen Abgang von Superstar Ronaldo zu Real und hat mit dem Portugiesen, Berbatow, Carlos Tevez und Wayne Rooney im Angriff ein Traum-Quartett. Manchester United und Manchester City erdrückten mit diesen Deals quasi die restlichen Aktivitäten am letzten Tag der Transferperiode im Sommer.

Liverpool berappt am meisten

Rekordmeister FC Liverpool, der bis Montag mit der Verpflichtung von Robbie Keane für 26 Millionen Euro den höchsten Deal landete, verpflichtete Albert Riera von Espanyol Barcelona im Tausch mit Steve Finnan. Stadtrivale FC Everton leistete sich für umgerechnet 18,5 Millionen Euro Mittelfeldspieler Marouane Fellaini vom belgischen Meister Standard Lüttich und Stürmer Louis Saha von ManU (Ablöse nicht bekannt).

Am agilsten jedoch war Tottenham Hotspur. Den Abgängen von Berbatow und Keane für geschätzte 64 Millionen Euro stehen die drei Top-Ten-Zugänge David Bentley (22 Millionen Euro), Luka Modric (20, 5) und Roman Pawljutschenko (17) gegenüber.

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