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Gianfranco Zola spielte von 1996 bis 2003 für den FC Chelsea © getty

Bei den "Hammers" gelten zwei Italiener als heißeste Anwärter auf den vakanten Trainerjob. Faschist di Canio ist hingegen raus.

Von Jan Reinold

München - Nur fünf Tage nach dem Rücktritt von Alan Curbishley als Team-Manager von West Ham United hat der englische Erstligist aus der langen Liste der möglichen Nachfolger offenbar vier Kandidaten in die engere Auswahl genommen.

"Wir waren überrascht und erfreut über die große Zahl der Bewerber", sagte West Hams Aufsichtsratsmitglied Mike Lee der "BBC".

"Wir bewegung uns auf eine kurze engere Auswahlliste zu. Idealerweise haben wir zum Spiel gegen West Brom nächste Woche einen neuen Trainer."

Zola und Donadoni "glänzen"

Als heißeste Kandidaten werden die beiden Italiener Gianfranco Zola und Roberto Donadoni gehandelt, mit denen die "Hammers" bereits in den vergangenen Tagen verhandelt haben.

"Es wird eine sehr harte Entscheidung unter einigen interessanten Kandidaten", erklärte Lee, "aber in den bisherigen Gesprächen waren Zola und Donadoni diejenigen, die wirklich geglänzt haben."

Beiden dürfte dabei entgegenkommen, dass sie Englisch sprechen und daher direkt mit der Mannschaft kommunizieren können.

Zola, der derzeit zusammen mit Pierluigi Casiraghi die italienische U21 trainiert, war Mitte der Neunziger einer der ersten "Legionäre", die sich in die Premier League wagten. Der heute 42-Jährige spielte von 1996 bis 2003 beim FC Chelsea.

Sein Landsmann Donadoni, erst im Juli nach dem EM-Viertelfinal-Aus mit Italien als Nationaltrainer der "Squadra Azzurra" entlassen, stand von 1996 bis 1997 bei den New York MetroStars in den USA unter Vertrag.

Fragezeichen hinter Bilic

Neben den beiden Italienern sollen Kroatiens Nationaltrainer Slaven Bilic und der am Montag in London zum "Vorstellungsgespräch" erwartete Däne Michael Laudrup (zuletzt Trainer beim FC Getafe) den Anwärterkreis vervollständigen.

"Mit Donadoni und Zola und möglicherweise Laudrup haben wir wirklich sehr interessante Kandidaten", so Lee. "Auch Bilic könnte möglicherweise zur engeren Auswahl gehören, aber das hängt davon ab, ob er überhaupt verfügbar ist."

Das Problem bei Bilic dürfte sein, dass der 39-Jährige erst am Samstag mit Kroatien in die WM-Qualifikation gestartet ist (3:0-Sieg gegen Kasachstan) und der Verband ihn daher wahrscheinlich nicht sofort ziehen lassen wird.

"Falls Bilic aus welchen Gründen auch immer nicht vor Januar zur Verfügung steht, würde ihn das ausschließen", begründete Lee.

Entscheidung nach dem England-Spiel?

Pikanterweise trifft Bilic, der von 1996 bis 1997 das Trikot der "Hammers" getragen hat, am Mittwoch in der WM-Qualifikation mit Kroatien auf England. Erst im November unterlagen die "Three Lions" in London Kroatien mit 2:3 und verpassten so das EM-Ticket.

Wie die BBC berichtet, hat es der frühere Profi des Karlsruher SC abgelehnt, im Vorfeld des neuerlichen Kräftemessens zum Werben seines Ex-Klubs Stellung zu nehmen.

"Das ist eine Diskussion, die mit dem kroatischen Fußball-Verband und mit Slaven selber geführt werden müsste, aber es ist unwahrscheinlich, dass dies vor dem Spiel gegen England möglich ist", meinte Lee zum Stand der Verhandlungen mit Bilic.

Di Canio kein Kandidat

Mit der Festlegung auf die genannten vier Kandidaten sind auch die Spekulationen passe, dass der Ex-"Hammers"-Profi und bekennende Faschist Paolo di Canio als Trainer in den Upton Park zurückkehren könnte.

Der Italiener hatte via "Sun" sein Interesse am vakanten Job mitgeteilt: "Für mich ist das West Ham Trikot immer noch wie eine zweite Haut", hatte di Canio verkündet.

Neben dem ehemaligen Spieler von Lazio Rom, der auf der Insel für West Ham, Celtic Glasgow, Sheffield Wednesday und Charlton Athletic gespielt hat, sind auch Gerald Houllier, John Collins und Martin Olsen nicht mehr im Rennen.

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