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Michael Ballack spielt seit 2006 beim FC Chelsea in der Premier League © imago

Der Nationalmannschaftskapitän bereitet sich mit dem FC Chelsea auf die neue Saison vor - und will endlich den ganz großen Coup.

Von Matthias Becker und Thorsten Mesch

München - Das Schicksal hat es nicht immer gut gemeint mit Michael Ballack.

Doch wohl nie hat es ihm so übel mitgespielt wie im Champions-League-Finale 2008.

Ein Elfmeter trennte Ballack und den FC Chelsea noch vom großen Triumph in der Königsklasse gegen Manchester United.

Kapitän John Terry lief an, rutschte aus und der Ball flog nur an den Pfosten. Kurz darauf vergab Nicolas Anelka entscheidend seinen Elfmeter ? Ballack hatte seinen ersten großen internationalen Titel wieder einmal verpasst und brach noch auf dem Platz regelrecht zusammen.

"Können Titel gewinnen"

Diese Erinnerung will der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft möglichst endgültig tilgen und mit den Blues zumindest einmal seinen ersten Meistertitel außerhalb Deutschlands anpeilen.

"Der Gewinn der Premier League ist jedes Jahr unser Ziel, und wir sind überzeugt, dass wir den Titel gewinnen können", sagt Ballack nun.

In der vergangenen Saison wurde Chelsea hinter Manchester United und dem FC Liverpool nur Dritter. Ein Ergebnis, das durch den Gewinn des FA-Cups nur unzureichend überstrahlt wurde.

Ancelotti soll es richten

Doch dieses Mal sei die Zeit reif, ist sich Ballack sicher: "Wir haben eine sehr erfahrene Mannschaft und wir haben nicht so viele Neuzugänge, also brauchen wir nicht viel Zeit, um unseren Rhythmus zu finden."

Während Real Madrid mit Unsummen um sich wirft, um seinem Kader den Glanz von Kaka und Cristiano Ronaldo zu verleihen, sitzt Chelseas wichtigster Neuzugang auf der Bank: Carlo Ancelotti.

Der ehemalige Erfolgscoach des AC Mailand muss nur drei neue Spieler in den Kader einbauen. Prominentester Zugang ist der russische Nationalspieler Juri Schirkow. (Schirkow-Wechsel zu Chelsea perfekt)

Gerüchte um "Mr. Chelsea"

Ancelotti ist deshalb vor allem darauf bedacht, dass ihm keiner seiner bisherigen Stars von der Fahne geht.

Ausgerechnet um "Mr. Chelsea" John Terry ranken sich hartnäckige Wechselgerüchte. Angeblich soll Manchester City bereit sein, dem Verteidiger umgerechnet 300.000 Euro Gehalt pro Woche zu zahlen 114788(Diashow: Die internationale Wechselbörse).

Der neue Blues-Steuermann Ancelotti weiß allerdings, dass ein erfolgreicher Angriff auf ManUnited nur mit dem Kapitän möglich sein kann. "John ist eine Stütze in diesem Team, und er ist mein Kapitän, jetzt und in Zukunft", sagte er.

Sportdirektor Peter Kenyon versucht deshalb auch der Personalie einen Riegel vorzuschieben. "John Terry steht nicht zum Verkauf - zu welchem Preis auch immer", sagte er der "Sun".

Ballack glaubt an Terry-Verbleib

Michael Ballack ist inzwischen ohnehin überzeugt, dass Terry bleibt. "Ich habe persönlich mit ihm gesprochen. Ich möchte jetzt nicht zu viel über unser Gespräch verraten, aber nun habe ich ein gutes Gefühl, dass er nächste Saison beim FC Chelsea spielen wird", so Ballack. (DATENCENTER: Der Spielplan der Premier League)

Er vertraut darauf, dass das Pendel auch einmal in seine Richtung ausschlagen wird: "Es gibt immer ein paar Augenblicke, in denen sich die Meisterschaft entscheidet, und wir sind sicher, dass es dieses Mal anders läuft."

Angebot für Ibrahimovic?

Nach den teils bitteren Erfahrungen der Vorsaison - vor allem dem Last-Minute-Aus im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona - könnte Chelsea dem Glück aber auch noch auf die Sprünge helfen.

Vor allem der Name Zlatan Ibrahimovic wird rund um die Stamford Bridge immer wieder genannt. Für den Schweden von Inter Mailand soll Chelsea eine Offerte von umgerechnet 58 Millionen Euro abgegeben haben.

"Dieses Angebot ehrt mich. Chelsea ist einer der besten Klubs in Europa und die Premier League eine der besten Ligen in der Welt", sagte Ibrahimovic der Zeitung "News of the World".

Allerdings vermeldeten spanische Medien am Freitag, dass der Schwede eher zum FC Barcelona wechsele. Im Gegenzug sollen Samuel Eto'o und Alexander Hleb nach Mailand wechseln.

Wie auch immer sich die Personalie entwickelt: Michael Ballack dürfte eine Verstärkung solchen Kalibers nur recht sein.

Er will den Kampf gegen das Schicksal endlich einmal gewinnen.

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