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Hamann (r.) spielt seit 1998 auf der Insel (Newcastle, Liverpool und Manchester City) © getty

Bei Sport1.de spricht ManCitys Dietmar Hamann über die Übernahme des Klubs durch die Scheichs und die Folgen für den Fußball.

Von Jan Reinold

München/Manchester - Am Sonntag vergangener Woche kaufte die Abu Dhabi United Group (ADUG) Manchester City für 185 Millionen Euro und reihte sich damit in die lange Liste der Investoren ein, die einen Premier-League-Verein kontrollieren.

"Dies ist das Modell der Zukunft", sagt Man-City-Spieler Dietmar Hamann Sport1.de.

"Erfolg kann man nicht kaufen, aber man sieht doch, dass die englischen Vereine in der Champions League in den letzten Jahren dominiert haben - die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es die nächsten Jahre so weiter geht."

Seit 2006 steht der ehemalige Bayern-Profi und Vize-Weltmeister von 2002 bei den "Citizens" unter Vertrag.

Vorher spielte er auf der Insel bereits für Newcastle United (1998-1999) und den FC Liverpool (1999 bis 2006), mit dem der 35-Jährige 2001 den UEFA-Cup und 2005 die Champions League gewann.

Im Interview mit Sport1 spricht Hamann über die neuen Besitzer seines Vereins, mögliche Millionentransfers und erklärt, warum die Bundesliga mit der Premier League nicht mithalten kann.

Sport1: Herr Hamann, was halten Sie von der Übernahme von Manchester City durch die ADUG?

Dietmar Hamann: Für den Verein ist das natürlich gut, denn die neuen Besitzer haben große Pläne und stellen Geld zur Verfügung. Das war in den letzten Jahren nicht oder nicht immer der Fall. Für uns sind das gute Neuigkeiten.

Sport1: Wie waren die Reaktionen in Manchester?

Hamann: Die Fans sind überglücklich. Der Verein hat in den letzten Jahren wenig Stabilität und Konstanz gezeigt und ist sogar bis in die dritte Liga abgestiegen. Für den Klub und auch uns Spieler kann es nur gut sein. Wenn neue Spieler dazukommen, gibt es mehr Wettbewerb um die Stammplätze - je mehr Wettbewerb, desto besser wird die Mannschaft hoffentlich spielen.

Sport1: Was kann man denn nun von den "Citizens" erwarten?

Hamann: Man muss erst einmal abwarten, was der Trainer an Personal möchte und was dann machbar ist. Mit den Neuzugängen Shaun Wright-Phillips und Robinho hoffe ich, dass wir die Großen ärgern und uns im Vergleich zum Vorjahr verbessern können. Die neuen Besitzer wollen über kurz oder lang in der Champions League spielen.

Sport1: Und die Champions League gewinnen...

Hamann: Dafür braucht man auch immer das Quäntchen Glück. Das sieht man ja bei Chelsea, die versuchen es seit Jahren und haben es nicht geschafft. Natürlich wird es irgendwann das Ziel sein, aber erst einmal muss man sich für die Champions League qualifizieren, um sie zu gewinnen. Man darf die Realität nicht aus den Augen verlieren, sondern muss das Schritt für Schritt angehen.

Sport1: Glauben Sie, dass die Champions-League-Qualifikation schon in dieser Saison zu schaffen ist?

Hamann: Wir waren letztes Jahr Neunter mit 21 Punkten Rückstand auf den vierten Platz. Es dürfte dieses Jahr schwer werden, in die Top-Vier einzudringen. Wir werden sehen, wo wir im Winter stehen, dann weiß man, wo es hingeht.

Sport1: Ist davon auszugehen, dass ManCity im Winter noch einmal personell kräftig nachrüstet? Zuletzt wurden Thierry Henry, Kaka oder auch Lukas Podolski gehandelt...

Hamann: Man wird sehen, wen der Verein haben will und wen man haben kann. Während der Saison ist es immer schwierig, gute Spieler aus ihren Verträgen rauszukaufen.

Sport1: Was sagen Sie zu der angeblichen 165-Millionen-Euro-Offerte für Cristiano Ronaldo?

Hamann: Ob wirklich ein Angebot gemacht worden ist oder im Winter gemacht werden wird, muss man abwarten. Es ist schon seit einiger Zeit schwer, die Preise richtig einzuordnen. Aber Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Natürlich sind diese Summen schwer nachzuvollziehen, aber so lange es Leute gibt, die diese Summen bezahlen, werden solche Transfers über die Bühne gehen.

Hier geht es weiter zum zweiten Teil

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