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Der Ellbogen wars: Michael Ballack (r.) und Manchesters Patrice Evra © imago

Ein Ellbogen-Einsatz des deutschen Chelsea-Stars im Supercup gegen Manchester erregt den Zorn von United-Trainer Ferguson.

Von Martin Hoffmann

München - Michael Ballack hat mit dem FC Chelsea den ersten Titel der Saison gewonnen - aber er hat auch gleich für den ersten großen Aufreger gesorgt.

Ein Ellbogen-Einsatz des DFB-Kapitäns beim Supercup-Sieg über Manchester United hat ihm den Zorn von United-Trainer Sir Alex Ferguson eingebracht - und auch einen prominenten Platz in den Krawallblättern der Insel.

"What a load of Ballacks" titelte die "Sun", ein Wortspiel mit dem ähnlich klingenden "load of bollocks" - frei übersetzt: ein Haufen Mist.

Ferguson forderte in einer Wutrede auf Ballack gar einen Platzverweis für den 32-Jährigen.

Ellbogen-Einsatz vor Lampards Tor

Stein des Anstoßes war die Szenerie vor dem 2:1-Führungstreffer in der 71. Minute.

Ballack versperrte da Gegenspieler Patrice Evra bei einem United-Spielzug mit ausgefahrenem Ellbogen den Weg. Von einer "zynischen" Aktion sprachen da gar die bedächtigen Agenturmeldungen.

Obwohl Evra zusammensank und sich den Kopf hielt, ließ Schiedsrichter Chris Foy weiterspielen. Kurz darauf eroberte Chelsea den Ball, den Frank Lampard dann im Netz versenkte.

"Das ist eine Rote Karte"

Die Szene sollte letztlich nicht spielentscheidend sein, da United noch der Ausgleich durch Wayne Rooney gelang - und dann klar mit 1:4 im Elfmeterschießen verlor.

Trotzdem tobte Ferguson: "Wenn der Schiedsrichter das sieht, ist es eine Rote Karte", ereiferte er sich.

"Er hat ihn klar mit dem Ellbogen getroffen. Der Schiedsrichter hatte klare Sicht, er war nahe dran, er hätte es sehen müssen."

Wut über Inkonsequenz

Was Fergusons Zorn zusätzlich anheizte: Foy hatte kurz zuvor abgepfiffen, als Ballack bei einem weit harmloseren Zweikampf zu Boden gegangen war. "Da muss man konsequent sein", so Ferguson.

Das Mindeste, was Foy hätte tun müssen, wäre das Spiel zu unterbrechen.

"Ein bisschen blockiert"

Ballack gab dabei auch selbst zu, dass er sich darüber nicht hätte beklagen können: "Ich muss froh sein, dass er nicht gepfiffen hat."

Er hätte Evra "vielleicht ein bisschen blockiert - und wenn der Schiedsrichter da Foul gibt, ist das auch okay".

Ballack verteidigte seine Mitspieler aber gegen den Vorwurf, dass sie den Ball ins Aus hätten spielen sollen, damit der womöglich verletzte Evra hätte behandelt werden können.

"Das ist die Entscheidung des Schiedsrichters. Es ist nicht unsere Sache und damit hat es sich."

"Wie zwei abgekämpfte Boxer"

Ballacks Ellbogen-Einsatz war bei weitem nicht seine einzige Begegnung mit Evra: Die beiden lagen sich das ganze Spiel über in den Haaren.

"Sie haben bösartige Attacken ausgetauscht wie zwei abgekämpfte Mittelgewichtsboxer", befand der "Daily Telegraph".

Evra holte sich später auch noch eine Gelbe Karte für ein Foul gegen Ballack ab, das Ferguson allerdings nur als "fantastisches Tackling" einordnete.

Und der Startrainer legte dabei noch eine sarkastische Spitze gegen den DFB-Kapitän nach: "Ballack hat sich darüber nicht beschwert. Das ist ungewöhnlich."

Folgen hat Ballacks Auftritt übrigens nicht: Die FA entschied am Montag, den Fall nicht weiter zu verfolgen.

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