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Enttäuscht: Steven Gerrard (l.), Fernando Torres (2.v.r.) und ihre Teamkollegen © getty

Nach der Tottenham-Pleite wird bei den "Reds" schon die Titelchance in Frage gestellt. Ein Abgang wird schmerzlich vermisst.

Von Martin Hoffmann

München - Das bestimmende Thema nach dem missglückten Saisonstart des FC Liverpool war - wie so oft - eine Schiedsrichter-Debatte.

"Reds"-Coach Rafael Benitez ärgerte sich nach dem 1:2 bei Tottenham Hotspur über einen nicht gewährten Elfmeter, nachdem Benoit Assou-Ekotto den aus Berlin zurückgekehrten Andriy Voronin zu Fall gebracht hatte.

Benitez brachte seine Meinung zum Unparteiischen in einer kleinen Comedy-Einlage auf den Punkt.

Er zog auf der Pressekonferenz seine Brille aus dem Jackett und hielt sie hoch - mit der unausgesprochenen Botschaft: "Die hätte er gebraucht."

Es war jedoch das einzige, über das die Liverpooler nach diesem Spiel lachen konnten.

Große Erwartungen enttäuscht

Denn wie man die strittige Situation auch deuten wollte: Benitez' Team leistete sich einen enttäuschenden Start in eine Saison, vor der sich nach dem furiosen Schlussspurt der vergangenen Spielzeit große Erwartungen aufgebaut haben.

"Wir haben nicht gut gespielt, wir müssen uns eindeutig verbessern", musste auch Benitez eingestehen. Die heimischen Medien formulierten es drastischer.

"Binnen 90 Minuten sind Optimismus und Hoffnung durch Frust und Wut ersetzt worden, die Schwächen des Klubs sind für alle sichtbar offengelegt worden", analysierte das "Liverpool Echo".

Die enttäuschende Vorstellung hat frühzeitig die Frage aufgeworfen, ob die "Reds" im Sommer auf dem Transfermarkt nicht zu zurückhaltend waren.

Xabi Alonso hinterlässt ein Loch

Die einzigen großen Verpflichtungen waren Portsmouths Abwehrmann Glen Johnson und Alberto Aquilani, der vom AS Rom gekommene Ersatzmann für den nach Madrid abgewanderten Mittelfeldstrategen Xabi Alonso.

Aquilani aber kann wegen einer Fußverletzung erst im Oktober wieder spielen. "Die Gefahr ist, dass bis dahin schon alle Titelhoffnungen geplatzt sind", fürchtet das "Echo" jetzt schon.

"Wir haben im letzten Jahr auch viele Spiele ohne ihn gewonnen", wischte Benitez die Fragen nach dem von Xabi hinterlassenen Loch beiseite.

Bricht Tottenham die "Big Four" auf?

Benitez' Gegenüber Harry Redknapp wunderte sich dabei über dessen Gelassenheit: "Er wird ihnen fehlen. Er steht für Qualität."

Tottenhams Coach musste sich keine kritischen Fragen gefallen lassen: Sein Team dominierte klar - und seine Neuzugänge bestachen.

Allen voran der französische Abwehrmann Sebastien Bassong, der sein starkes Debüt mit dem Siegtor per Kopf krönte.

Nach dem Starterfolg geht sogar schon die Debatte los, ob die "Spurs" in dieser Saison womöglich die Dominanz der "Big Four" Manchester United, Chelsea, Liverpool und Arsenal aufbrechen könnte.

Nachlegen in der Fremde

Allerdings: Die Heimauftritte waren auch in der verkorksten Vorsaison nicht das Problem - die "Spurs" sind seit November an der White Hart Lane ungeschlagen.

Redknapp wies daher auch gleich darauf hin, dass sein Team beim ersten Auswärtsspiel am Mittwoch in Hull (der 2. Spieltag, ab Di. 20,45 Uhr LIVESCORES) nachlegen muss:

"Wir müssen beweisen, dass wir in dieser Saison auch auswärts konstanter spielen können."

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