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Fernando Torres wechselte 2007 von Atletico Madrid nach Liverpool © getty

Der Stürmer-Star kennt die hohe Erwartungshaltung in Liverpool und die Ansprüchen seines Trainers. Die Neuen erwarte ein Kulturschock.

von Jan Reinold

München - Liverpools Fernando Torres hat die Neuzugänge seines Klubs vor einem Kulturschock gewarnt.

Dabei hat der frisch gebackene Europameister aber nicht das allseits gefürchtete englische Essen im Kopf.

Vielmehr bezog der 24-Jährige seine Aussagen auf die hohe Erwartungshaltung beim englischen Rekordmeister und die Ansprüche von Trainer Rafael Benitez.

"Rafa hat mir beigebracht, dass ich mir jeden Tag viel abverlange und nicht relaxe", sagte Torres im englischen "Mirror" über seinen spanischen Landsmann.

"Bei einem Klub wie Liverpool kannst du dich nicht nach 20 geschossenen Tore zurücklehnen und sagen: 'So, das war's'", fuhr "El Nino" fort.

"Du musst dich immer wieder selber antreiben und darfst nie selbstzufrieden werden".

Antreiber Benitez

Dass der in der vergangenen Saison mit 33 Treffern (24 in der Premier League) erfolgreichste Torschütze der "Reds" nicht in diese Selbstzufriedenheit verfällt, dafür hat Torres im Wesentlichen eine Person ausgemacht.

"Wenn du 20 Tore gemacht hast, ist Benitez beim nächsten Training hinter dir her und bleibt den ganzen Tag, die ganze Woche an dir dran. Er sagt dir, dass du zusätzlich trainieren und neue Übungen machen sollst", erzählte der Stürmer.

"Es gibt Tage, da denkst du dir, 'mein Gott, der Kerl lässt dir keinen Platz zum Atmen'."

Lobeshymne auf den Trainer

Der spanische Nationalspieler wollte diesen Rückblick auf seine erste Saison unter Benitez aber keinesfalls als Kritik am Übungsleiter verstanden wissen. Ganz im Gegenteil.

"Alles was Benitez will, ist, dass du dich verbesserst", lobte Torres, auch wenn man dies "nicht immer realisiere".

"Ich will mich im Leben verbessern, nicht relaxen, nicht selbstzufrieden sein. Und du brauchst jemanden, der dich antreibt", sagte der Stürmerstar.

"Wir mögen das nicht immer, wenn jemand so nah an uns dran ist. Aber auf lange Sicht gesehen, da bin ich mir sicher, werden ihm alle dafür danken".

Hohe Erwartungshaltung

Der von seinem treffsicheren Angestellten so Gelobte steht in seiner fünften Saison an der Anfield Road gewaltig unter Druck.

Klub und Fans erwarten von dem 48-jährigen Trainer nichts weniger als die erste Meisterschaft seit 1990.

Dabei helfen sollen auch die drei feststehenden Verpflichtungen Philipp Degen (Borussia Dortmund), Andrea Dossena (Udinese) und Diego Cavalier Palmeiras) sowie die designierten Neuzugänge Robbie Keane (Tottenham) und Gareth Barry (Aston Villa).

Die Transfers des Stürmers von den Spurs und des Mittelfeldspielers von Villa sind zwar noch nicht in trockenen Tüchern, gleichwohl dürfen auch sie sich von Torres' warnenden Worten angesprochen fühlen.

Vorbild Gerrard

Der Siegtorschütze im EM-Finale gegen Deutschland verriet seinen neuen Teamkollegen aber auch gleich, wie er selber gelernt hat mit dem großen Druck in Liverpool umzugehen.

"Ich bewundere Steven Gerrard wirklich sehr", sagte Torres über seinen Mannschaftskapitän.

"Er steht immer unter enormen Druck und jeder schaut zu ihm auf und erwartet von ihm geführt zu werden", lobte der Spanier weiter.

"Er ist ein leuchtendes Beispiel für alle".

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