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Cristiano Ronaldo (l.) und Trainer Felipe Scolari arbeiteten fünf Jahre in Portugal zusammen © getty

Ronaldo verspricht gegen seinen Ex-Trainer Tore. Und auch sonst prickelt es vor dem Schlager FC Chelsea gegen Manchester United.

Von Mathias Frohnapfel

München/London - Das Spitzenspiel in der Premier League zwischen dem FC Chelsea und Manchester United am Sonntag (ab 14.45 Uhr LIVE) ist das Match der vertauschten Rollen.

Sport1.de erklärt warum.

Vertauschte Rollen, Teil I: Chelsea-Coach Felipe Scolari muss seinen bisherigen Lieblingsschüler fürchten: Cristiano Ronaldo.

Als Nationaltrainer von Portugal führte Scolari den Ausnahmefußballer in die Elf der Südeuropäer, gewährte ihm alle Freiheiten.

Jetzt droht dem Brasilianer von Ronaldo Ungemach.

Der Top-Torjäger ist zurück im United-Team und will schnellstmöglich die Sturm-Misere wegschießen. Denn bisher traf ManUnited in seinen drei Liga-Partien erst dreimal.

Ronaldo will "Schaden anrichten"

"Ich werde wie immer Schäden anrichten und Tore machen", kündigte Ronaldo an. In der Champions League feierte er gegen Villarreal sein Comeback.

Sein Trainer Sir Alex Ferguson versicherte: "Cristiano brennt auf seinen Einsatz."

Aus Jägern werden Gejagte

Vertauschte Rollen, Teil II: In der Vorsaison jagten die Blues mit allen Kräften - und in allen Wettbewerben - ManUnited.

Doch die "Red Devils" ließen sich weder in der Premier League noch im Champions League-Finale (6:5-Sieg im Elfmeterschießen) überflügeln.

Aktuell müssen sich die Londoner aber als die Gejagten fühlen. Sie führen die Tabelle nach vier Spieltagen an, United (eine Partie weniger) rangiert auf Platz 14.

Ein Sieg - neun Punkte Vorsprung

Die Verlockung für das Team von Michael Ballack: Mit einem Sieg an der heimischen Stamford Bridge hätten die Blues schon neun Punkte Vorsprung auf Manchester.

Trainer Scolari vergällen solche Gedankenspiele die Laune.

Im "Daily Mirror" stellt er seine nüchterne Arithmetik so dar: Drei Punkte gegen United zählten soviel wie gegen Stoke City oder Portsmouth. Außerdem: Selbst mit neun Zählern Vorsprung seien noch 33 harte Spiele zu absolvieren.

Und noch einmal Realist Scolari: "Als ich nach England kam, war die Aufgabe, die Premier League zu gewinnen, nicht nur die Partien gegen Manchester United."

Ferguson kleinlaut

Vertauschte Rollen, Teil III: Im Sommer war Alex Ferguson "Mister Allesgewinner": Mit United räumte der Coach richtig ab, triumphierte in Premier League und Champions League.

Felipe Scolari hingegen stand nach Portugals überraschender Niederlage im EM-Viertelfinale gegen Vizeeuropameister Deutschland heftig in der Kritik.

Wie es ihm bei Chelsea unter dem Kuratel von Klub-Boss Roman Abramowitsch ergehen würde, war unklar.

Angesichts der Tabellensituation muss jedoch Ferguson den erfolgsverwöhnten ManUnited-Anhang Richtung Oktober vertrösten.

Ab dann, lautet sein Versprechen, "werden wir wieder gut dastehen. Kein Zweifel." Es klingt kleinlaut für den Premier-League-Trainer des Jahres 2008.

Jetzt richtig navigieren

Sein Pedant bei Chelsea muss hingegen die Euphorie um sein mit Deco (von Barca) und Bosingwa (FC Porto) verstärktes Team bremsen.

Schon nach dem Champions League-Spiel gegen Girondins Bordeaux schäumte der 59-Jährige, seine Mannschaft hätte die Partie besser kontrollieren müssen. Bekannterweise gewann Chelsea mit 4:0.

Scolari geht es wie einem Flugzeugkapitän, dessen Maschine gerade mit enormer Geschwindigkeit die Startphase geschafft hat. Er muss ab sofort zielgenau navigieren.

Zudem steht am Sonntag für ihn und sein Team ein Rekord auf dem Spiel: In 84 Heimspielen in Serie ist Chelsea ungeschlagen. Aus Scolaris Sicht soll das - bitteschön - so bleiben.

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