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Michael Ballack stand nach seiner Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf © getty

Ballacks Rückkehr in die Startelf des FC Chelsea gegen Manchester United wird sportlich wohl nicht lange in Erinnerung bleiben.

Von Matthias Becker

München - Ob Michael Ballack wirklich glücklich war, als er von seinem Einsatz in der Startelf des FC Chelsea gegen Manchester United erfuhr, ist zumindest fraglich.

Zum einen rutschte der deutsche Mittelfeldspieler nur deshalb ins Team der Blues, weil sich Teamkamerad Deco beim Aufwärmen verletzt hatte.

Zum anderen war sich Ballack vermutlich noch nicht ganz sicher, ob die eigene Fitness wirklich für einen Auftritt von Beginn an reichen würde bei der Revanche für das verlorene Champions-League-Finale vom Mai.

"Ich habe vor dem heutigen Spiel erst einen Tag trainiert", hatte Ballack noch nach seinem Kurzeinsatz im Champions-League-Spiel gegen Girondins Bordeaux gesagt. Er hoffe zwar auf einen Einsatz gegen Manchester, "brauche aber sicher noch ein paar Trainingseinheiten".

"Hatten ohne Deco Probleme"

Ballacks Bedenken waren offensichtlich berechtigt. Zwar ging er ähnlich engagiert zu Werke wie seine Mannschaftskameraden. Allerdings konnte er dem Offensivspiel seines Teams, das vor allem in der ersten Hälfte ManUnited meistens hinterherlief, kaum Impulse geben.

"In der ersten Hälfte hatten wir ohne Deco Probleme, weil wir drei Spieler auf einer Linie hatten", analysierte Chelsea Trainer Felipe Scolari die Probleme seines Mittelfelds beim englischen TV-Sender "Sky Sports".

Steigerung nach der Pause

Sicherlich kein absichtlicher Seitenhieb auf die Leistung von Michael Ballack, aber Scolari dürfte dem Deutschen in der Halbzeit noch ein paar explizite Anweisungen gegeben haben.

Immerhin war Ballack nach dem Wechsel präsenter und fiel durch einen sehenswerten Distanzschuss und einen tollen Pass auf Joe Cole auf.

Ausgleich durch Ballack-Ersatz

Bezeichnend für die insgesamt durchwachsene Rückkehr Ballacks in die Startformation war dann, dass ausgerechnet der für ihn eingewechselte Salomon Kalou elf Minuten vor Schluss die 1:0-Führung Manchesters von Ji-Sung Park ausglich.

Er rettete Chelsea damit die schier unglaubliche Serie von 84 Heimspielen in Folge ohne Niederlage. Eine Serie, die Manchester an diesem Tag bei etwas mehr Kaltschnäuzigkeit eigentlich problemlos hätte beenden können.

Auch die Rückkehr von Superstar Cristiano Ronaldo auf die Premier-League-Bühne half den "Red Devils" nicht, ihre Chancenverwertung zu verbessern. Ronaldo fiel nur durch eine Flugeinlage auf, die ihm seinen Ruf als Schwalbenkönig bewahren wird.

Der Schiedsrichter im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt standen nach der Partie aber nicht Ballack oder Ronaldo, sondern Schiedsrichter Mike Riley. Ein Mann, der im Vergleich zu den Fußballstars um ihn herum eher den Charme eines Vorstadt-Postboten versprüht.

Ob es daran lag, dass gerade Manchesters Spieler solch ein Problem mit ihm hatten? Stolze sieben Verwarnungen handelten sich die Akteure von Sir Alex Ferguson ein ? und dazu den Ärger von Chelsea-Coach Scolari.

"Wenn Spieler den Schiedsrichter nicht respektieren, sollte er Gelbe und Rote Karten zeigen", sagte der Brasilianer angesichts der häufigen roten Rudelbildung um Riley.

32.000 Euro Strafe

Die Strafe folgte auf dem Fuß: 32.000 Euro Strafe muss der Meister für das Verhalten seiner Spieler auf dem Platz zahlen.

Ein weiterer unrühmlicher Höhepunkt, nachdem der ManUnited-Bus auf dem Weg vom Stadion weg schon von einer Flasche getroffen und beschädigt wurde.

Und so sprach schon einen Tag nach dem Spiel kaum mehr jemand über die sportlichen Aspekte. Michael Ballack könnte es ganz recht gewesen sein.

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