Sport1.de blickt auf Europas Top-Ligen. Matthias Becker fasst das Wochenendgeschehen aus der englischen Premier League zusammen.

Die Premier League gilt momentan weltweit als das Nonplusultra des modernen Fußballs: Superstars, spektakulärer Offensivfußball und tolle Stimmung in den Stadien - das ist das Image der Liga, die in der vergangenen Saison drei der vier Champions-League-Halbfinalisten stellte.

Ob diese Annahmen immer so zutreffen, sei mal dahin gestellt. Schließlich unterscheidet sich die Qualität eines Spiels zwischen dem FC Portsmouth und dem FC Fulham sicherlich nur unerheblich von der eines Mittelfeld-Duells in der Bundesliga.

Unbestritten ist aber, dass der Entertainment-Faktor der Premier League weltweit Seinesgleichen sucht. Deshalb blickt Sport1.de ab sofort jede Woche über den Kanal und berichtet, was die Gemüter auf der Insel bewegt und was die dortige Medienlandschaft an Wissenswertem bereit hält.

Cristiano und die Frauen

Wer anders als Cristiano Ronaldo sollte eine Kolumnen-Serie über die Premier League standesgemäß eröffnen? Ganz klar, niemand, das beweist der Blick in Englands bunte Blätter.

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Wo in der vergangenen Woche alles von der anstehenden Champions-League-Revanche zwischen Ronaldos Manchester United und Michael Ballacks FC Chelsea sprach, sorgte der Portugiese wieder in seinem zweiten Fachgebiet für Schlagzeilen.

So ermittelte die britische Boulevardzeitschrift "News of the world" unter Einsatz der körperlichen Unversehrtheit eines Reporters, dass eine von Ronaldos Damenbekanntschaften ihren Lebensunterhalt angeblich im horizontalen Gewerbe verdiene. Und das zu sehr stolzen Preisen.

Es war wohl kaum Zufall, dass die Geschichte ausgerechnet am Tag des Topspiels lanciert wurde. Ob sie aber für Ronaldos blasse Leistung nach seiner Einwechslung verantwortlich war, wird wohl nie zu ermitteln sein.

Machtwechsel dank Scheich?

Bei Manchester United steht trotz der neuesten Klatschgeschichten sowieso eher der miserable Saisonstart im Vordergrund. Nach fünf Spieltagen steht der Titelverteidiger mit mickrigen fünf Punkten nur auf Platz 15 der Tabelle.

Fast noch schlimmer: Lokalrivale Manchester City macht derzeit positive Schlagzeilen. Erst die Übernahme durch die Öl-Scheichs, jetzt ein 6:0 gegen FA-Cup-Sieger FC Portsmouth. Die "Citizens" stehen auf Platz fünf der Tabelle, schon vier Punkte vor den "Red Devils".

Beginnt der geplante Machtwechsel doch schon ein bisschen früher?

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Dass England Erfinder des "Wembley-Tors" ist, ist ja hinlänglich bekannt. Dass die Briten darauf aber so stolz sind, dass sie auch noch versuchen, es zu wiederholen, war bis zum vergangenen Spieltag unbekannt.

Jetzt erwischte es Aufsteigersensation Hull City im Spiel gegen den FC Everton. 2:0 lag Hull schon vorne, da traf Evertons Tim Cahill mit seinem Schuss die Unterseite der Latte. Wer sich den Rest vorstellen will, sollte ein Video des WM-Finals 1966 studieren.

Jetzt hat Hull-Coach Phil Brown große Sorgen, dass der Treffer - kurz darauf fiel auch noch das 2:2 für Everton - wie ein Fluch auf seinem Team lasten könnte. Diese Sorge kann man ihm nehmen - auch mit einem Blick auf die WM 1966.

Damals kassierte Deutschland das umstrittene Gegentor. Seitdem wurde die DFB-Elf zweimal Welt- und dreimal Europameister. Die damals profitierenden Engländer wurden seitdem - gar nichts.

Weil das "Wembley-Tor" von Hull übrigens nicht genug war, kopierten Englands Laiendarsteller gleich noch eine Kuriosität der Fußballgeschichte: Readings Noel Hunt flankte im Spiel gegen Watford den Ball von der Auslinie vor das Tor ? der Schiedsrichterassistent meinte erkannt zu haben, dass das Spielgerät die Torlinie überschritten habe, und erkannte erstaunlicherweise auf Treffer für Reading.

Thomas Helmer lässt grüßen.

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