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Tor-Maschine Didier Drogba traf in der laufenden Saison bereits neun Mal © getty

Vorm Liga-Highlight an der Stamford Bridge plagen die "Red Devils" Abwehrsorgen. Beim FC Chelsea trumpft Drogba wieder auf.

Von Martin Hoffmann

München - Die Grafiker der englischen "Sun" haben den Titelkampf in England vor einiger Zeit hübsch illustriert.

Sie verpflanzten die Köpfe von Chelsea-Coach Carlo Ancelotti und Manchester Uniteds Teammanager Sir Alex Ferguson auf die Körper zweier Jockeys beim Pferderennen.

Am Sonntag nun kommt es zum direkten Duell der beiden "Edelrösser" (ab 17 Uhr LIVESCORES) und Chelsea kann sich an der heimischen Stamford Bridge schon eine Länge Vorsprung vor dem großen Rivalen verschaffen.

Und die Chancen stehen nicht schlecht, denn die "Red Devils" wirken in jüngster Zeit etwas hufkrank.

Ballack will an die Spitze

"Sonntag wird ein großer Tag für uns. Wir können einen Schritt nach vorne machen und den Abstand vergrößern", sagte Ballack dem "Evening Standard".

Das große Plus in diesem Jahr ist laut Ballack, dass die Blues aus der Position des Stärke agieren könnten.

"In der Vergangenheit war es oft so, dass wir die Verfolger von Manchester United waren, aber dieses Mal stehen wir an der Spitze", sagte der 33-Jährige.

Abwehrprobleme bei United

Zwar sind es nur zwei Punkte, die den Tabellenzweiten United von Spitzenreiter Chelsea trennen, aber United hat zuletzt doch einige Baustellen mehr offenbart als Michael Ballack und seine Kollegen.

(Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Besonders in der Abwehr hat Ferguson Sorgen, die in der Champions League beim 3:3 gegen ZSKA Moskau besonders deutlich zu Tage traten.

Das war zwar ein Sonderfall, weil die Innenverteidiger Rio Ferdinand und Nemanja Vidic verletzt fehlten, aber auch die beiden Stammkräfte präsentierten sich zuletzt außer Form.

Und Ferdinand muss wegen hartnäckigen Rückenproblemen auch bei Chelsea aussetzen.

Chelsea auf Hochtouren

Auch in der Offensive sucht nach den Abgängen von Cristiano Ronaldo und Carlos Tevez noch nach der alten Dominanz.

Kein Team aus dem Zirkel der "Big Four"- neben dem Spitzenduo der FC Arsenal und Liverpool - hat in der Liga weniger Treffer als United erzielt.

Bei Chelsea dagegen läuft die Tormaschinerie auf Hochtouren: 19 Treffer gab es in den jüngsten fünf Pflichtspielen.

Drogba in Top-Form

Besonders Didier Drogba ragt heraus. Der Ivorer, der zu Saisonbeginn fast abgeschoben worden wäre, hat in 13 Pflichtspielen schon 12 Mal eingenetzt. "Ich denke, ich komme in die Form meines Lebens", meinte Drogba.

Der 31-Jährige sieht aber nicht nur sich als Garant für Chelseas Stärke: "Der Mannschaftsgeist ist einfach fantastisch."

Viel wichtiger als die Torbilanz sei "das Temperament und der Charakter, den wir auf dem Platz zeigen. Und man braucht Charakter, wenn es gegen United geht."

Uniteds "Big-Match"-Schwäche

Für Chelsea spricht auch die Schwäche, die sich United in der jüngeren Vergangenheit bei wichtigen Matches angewöhnt hat.

Von den sechs Ligaspielen gegen den Rest der "Big Four" hatte United in der vergangenen Saison nur eins gewonnen.

In diesem Jahr fiel die Ferguson-Elf nach einem Sieg über Arsenal in das beunruhigende Muster zurück und verlor vor zwei Wochen 0:2 beim kriselnden FC Liverpool.

Ferguson ist optimistisch

Hinzu kommt: An der Stamford Bridge gab es seit 2002 keinen Sieg mehr für United.

Dennoch gibt sich Ferguson optimistisch: "Es ist bei Chelsea immer schwer, aber wir werden besser aussehen als in Liverpool, da bin ich sicher."

Seinen Trainer-Kollegen Carlo Ancelotti lobte er unterdessen: "Er hat das System mitgebracht, das er auch beim AC Mailand praktizierte. Es ist sehr schwierig, sie in ihrem eigenen letzten Drittel zu erwischen."

Verliert United, könnte der FC Arsenal am Titelverteidiger vorbeiziehen und Platz zwei erobern: Die "Gunners" sind am Sonntag zu Gast bei den Wolverhampton Wanderers.

"Reds" ohne Gerrard

Die auf Platz sechs abgerutschten Liverpooler wollen sich am Montag gegen Birmingham aus der Krise schießen.

Den "Reds" fehlt aber weiterhin Kapitän Steven Gerrard, auch hinter Stürmerstar Fernando Torres steht wegen Leistenproblemen ein Fragezeichen.

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