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David N'gog (r.) traf erst und holte dann einen Elfer heraus © getty

Gegen Birmingham schindet ein Stürmer einen Elfer und rettet Liverpool einen Punkt. Dennoch wird die Luft für Trainer Benitez dünner.

Liverpool - Eine Schwalbe im Herbst erhitzte in England die Gemüter:

Die Schauspieleinlage von Stürmer David N'gog bei seinem geschundenen Elfmeter zum 2:2 (1:2)-Endstand gegen Birmingham City verhinderte nicht nur eine noch größere Blamage für den englischen Rekordmeister FC Liverpool, sondern brachte auch Teammanager Rafael Benitez ein wenig aus der Schusslinie.

Denn diskutiert wurde anschließend kaum über die anhaltende Talfahrt des Titelanwärters, sondern fast nur über "Diver" N'gog.

"Ganz peinlicher Betrug"

Birminghams Mittelfeldspieler Lee Carsley, dessen Bein den Liverpooler Angreifer nach Meinung des Schiedsrichters Peter Walton zu Fall gebracht haben soll, war außer sich vor Wut.

"Das ist ein ganz peinlicher Fall von Betrug", wetterte Carsley: "Ich bin mir sicher, dass Ngog eine Familie hat. Wenn ich nach Hause kommen würde und hätte so etwas gemacht, dann würde ich mich schämen."

Aufregung in den Medien

Die Fernsehbilder bewiesen, dass er seinen Gegenspieler tatsächlich nicht berührt hatte.

Die Boulevardzeitung "The Sun" echauffierte sich in roten Großbuchstaben: "CHEAT" - Schwindel.

Erinnerungen an Klinsmann

Die "Daily Mail" veröffentlichte ein Warnzeichen mit einem Taucher und der Aufschrift: "No Diving".

Dass es auf der Insel unpopulär ist, Elfmeter zu schinden, musste auch schon Jürgen Klinsmann erfahren.

Während seiner Zeit bei Tottenham Hotspur wurde der Ex-Bundestrainer anfangs als "Diver" (Taucher) beschimpft, später machte er sich mit dem legendären Tauch-Torjubel lustig darüber.

Aufholjagd stimmt Fans milde

Zum Lachen war den Liverpoolern zwar nicht zumute, aber zumindest war Erleichterung zu spüren. "Es kann sein, dass es kein Elfmeter war, aber wir hatten solche Situationen schon oft genug gegen uns", sagte Benitez.

Die Fans waren aufgrund der geglückten Aufholjagd erst einmal milde gestimmt, doch die harten Fakten der Tabelle sprechen eindeutig für eine Krise:

Platz sieben, elf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Chelsea, nur einen Sieg aus den letzten neun Pflichtspielen. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Zudem droht dem Klub in der Champions League erstmals seit sieben Jahren das Aus in der Gruppenphase.

Für Benitez wird die Luft dünner

Benitez muss schnell die Kurve bekommen, ansonsten wird die Luft für den Spanier schnell dünn.

Zu allem Überfluss hat sich die Verletztenliste der Reds mit den Spielern Yossi Benayoun, Albert Riera und Daniel Agger noch einmal verlängert.

Der spanische Top-Torjäger Fernando Torres stand gegen City wegen Leistenproblemen nicht einmal im Kader.

Gerrard rettet einen Punkt

Sein Stellvertreter N'gog fügte sich zunächst gut ein. Sein Volleytor (13.) belohnte das Offensiv-Feuerwerk, das Liverpool zu Beginn abbrannte.

Doch wie aus heiterem Himmel lag der Rekordchampion zur Halbzeit durch Gegentreffer von Christian Benitez (26.) und Cameron Jerome (45.) plötzlich zurück.

Der eingewechselte Kapitän Steven Gerrard, der wegen Leistenschmerzen zunächst nur auf der Bank saß, verwandelte schließlich den unberechtigten Elfmeter zum 2:2 (71.) und rettete damit Liverpool zumindest einen Punkt.

Im Stenogramm:

FC Liverpool - Birmingham City 2:2Tore: 1:0 N'Gog (13.), 1:1 Benitez (26.), 1:2 Jerome (45.), 2:2 Gerrard (Elfmeter, 71.)

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