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2004 wechselte Stürmer Didier Drogba von Olympique Marseille zu Chelsea © imago

Vor allem dank seines Stürmers ist Chelsea das Maß aller Dinge. Doch Arsenals unterlegener Trainer verspottet Drogba.

London - Goldener Herbst für den FC Chelsea:

Michael Ballack erhielt eine schöpferische Pause, doch auch ohne den deutschen Nationalmannschafts-Kapitän sind die "Blues" im englischen Fußball zurzeit das Maß aller Dinge.

"Das ist der Stoff, aus dem Meister sind", tönte Kapitän John Terry nach dem 3:0 (2:0) im Spitzenspiel und Stadtderby beim FC Arsenal.

Die Zahlen geben Terry uneingeschränkt recht. Nach 12 Siegen aus 14 Spielen hat Chelsea schon fünf Punkte Vorsprung auf die Verfolger.

Die drei ewigen Rivalen aus den "Top Four" - Manchester United (1:0), FC Liverpool (2:0) und Arsenal - wurden ohne Gegentor bezwungen. Die letzten fünf Liga-Spiele gewann Chelsea allesamt bei insgesamt 17:0 Toren.

Stets ohne Gegentor gegen die Großen

In der Champions League ist das Achtelfinal-Ticket schon gebucht und auch in den nationalen Cup-Wettbewerben sind die "Blues" noch vertreten.

Wer soll also diesen FC Chelsea, von manchem Kritiker vor der Saison als Senioren-Team verspottet, noch stoppen?

"Wir sind eines der fittesten Teams in der Champions League und in der Premier League. Und ich denke, dass unser Alter auch ein Vorteil sein kann", sagt Ballack.

Ballack sieht Erfahrungsvorteil

Und: "Diese Mannschaft hat schon gute und schwere Zeiten miteinander erlebt. Wir sind in der Champions League unglücklich im Halbfinale ausgeschieden und haben ein Endspiel im Elfmeterschießen verloren. Solche Erfahrungen machen einen stärker."

Teammanager Carlo Ancelotti lässt Zaudern ohnehin nicht zu:

"Ich glaube, dass wir Meister werden", sagt der Italiener. "Wir wollen in allen Wettbewerben bis zum Schluss dabei sein und wenn wir etwas gewinnen können, dann werden wir das tun. Wir müssen einfach so weiterspielen wie bisher."

Ersetzbarkeit als Patentlösung

In seinem Starensemble scheint zudem jeder Spieler ersetzbar. Selbst der derzeit überragende Didier Drogba, der gegen Arsenal zweimal traf. "Wir haben auch schon ohne Drogba gewonnen", sagt Ancelotti.

So hatte auch die Tatsache, dass Ballack im Spiel bei den "Gunners" am Sonntag 90 Minuten auf der Bank schmoren musste, keine tiefere Bedeutung.

"Wir hatten heute Ballack, Malouda, Deco und Kalou auf der Bank. Das sind alles Top-Spieler, die in jeder Mannschaft spielen können", erklärt Ancelotti seine Rotation.

Allein Wenger lästert

"Im letzten Jahr hätten wir schon Meister werden können, aber da haben wir vor allem gegen die starken Mannschaften zu viele Punkte verschenkt", meint Drogba, den in dieser Saison wieder eine Sperre in der Champions League, noch eine Rippenverletzung aus der Bahn werfen konnten.

Arsenals Teammanager Arsene Wenger tat Drogbas Doppelpack aber als fast schon zufällige Erfolge ab. "Er hat im Moment eine Phase, wo er einfach draufschießt und der Ball reingeht. Sie können mir nicht erzählen, dass das erste Tor Absicht war", meint der Franzose.

Die Volleyabnahme des Stürmers von der Elfenbeinküste hatte über die Latte und den Pfosten den Weg ins Tor gefunden.

Verbitterung wegen Uralt-Geschichte?

Doch selbst die seriöse "Times" titelte am euphorisch: "Drogba ist einfach unvergleichlich." Hinter den Attacken Wengers vermutet das Blatt Verbitterung: Vor acht Jahren soll Drogba Arsenal für 100.000 Pfund angeboten worden sein. Wenger lehnte ab.

2004 wechselte der Stürmer für 37 Millionen Euro zu Chelsea und schoss seitdem 108 Pflichtspiel-Tore für den Klub aus dem Westen Londons.

Und vor allem gegen Arsenal ist Drogba Chelseas Glücksbringer, obwohl die "Gunners" immer sein Lieblingsklub waren.

Drogbas starke Serie

Seit seinem Wechsel an die Stamford Bridge spielte Drogba elfmal gegen Arsenal, nie verlor Chelsea. Zweimal fehlte er, beide Mal gewannen die "Gunners".

Vielleicht ist selbst bei Chelsea doch nicht jeder unersetzlich.

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