vergrößernverkleinern
Glen Johnson (r.) unterlief gegen Arsenal das Eigentor zum 1:1 © getty

Durch die Niederlage gegen Arsenal wird der Druck auf Liverpools Trainer Benitez größer. Der Spanier kontert "Klinsis" Kritik.

Liverpool - Der FC Liverpool rutscht immer tiefer in die Krise und Trainer Rafael Benitez gerät immer mehr únter Druck.

Die Reds verloren am Sonntag gegen den FC Arsenal 1:2 (1:0) und finden sich mit 24 Punkten nur auf dem siebten Platz wieder.

Arsenal rückte dagegen mit nun 31 Zählern näher an das Spitzen-Duo FC Chelsea (37)/Manchester United (34) heran.

Außerdem haben die drittplatzierten "Gunners" aus London noch ein Spiel mehr auszutragen.

Arsenals Siegtor durch Arschawin

Dirk Kuyt brachte an der Anfield Road in Liverpool die Gastgeber, die nur einen Sieg aus den letzten fünf Spielen holten, in Führung.

Im zweiten Durchgang sorgten aber ein Eigentor von Glen Johnson (50.) und Andrej Arschawin (58.) innerhalb von acht Minuten für die Wende.

Benitez kontert Klinsmann-Kritik

Vor dem Spiel hatte sich Reds-Coach Benitez gegen kritische Worte des ehemaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann gewehrt.

"Wenn jemand zu viel redet, ist das sein Problem. Ich schalte lieber den Ton ab, wenn ich ihn im Fernsehen sehe", sagte der Spanier über Klinsmann, der als sein Nachfolger im Gespräch ist.

Der frühere Bayern-Trainer hatte Liverpool zuletzt in den englischen Medien kritisiert.

"Es fehlt ihnen Kreativität. Ihnen mangelt es an technischem Können und guten Pässen. Sie haben in Steven Gerrard und Fernando Torres nur zwei Weltklassespieler - das ist nicht genug."

Liverpool besitze außerdem insgesamt zu wenig Qualität, um sich auch in dieser Saison die Champions-League-Teilnahme zu sichern.

Keine Konstanz

Zudem lasse sich anhand der jüngsten Spiele ablesen, dass es mit der Beständigkeit der Reds nicht so weit her sei.

Dass in Liverpools Champions-League-Gruppe der AC Florenz den ersten Platz belegt hat, während Benitez' Team in die Europa League absteigt, hält Klinsmann für ein bedenkliches Zeichen.

"Die Fiorentina ist nun wirklich keine große Bedrohung in der Champions League", meinte der 45-Jährige.

"Wir haben im Vorjahr mit Bayern gegen sie gespielt und da war Florenz nicht wirklich gefährlich. Der AC ist ordentlich, aber schlagbar. Wir sprechen hier ja nicht über Chelsea, Madrid oder Barcelona."

Dass er selbst übrigens in Zukunft eine Funktion beim FC Liverpool übernehmen könnte, bezeichnete der ehemalige Bayern-Coach als reines "Gerücht".

"Klinsi" will in die USA zurückkehren

Dass sich Klinsmann bereits im November 2007 in New York schon einmal mit Liverpools Eignern George Gillet und Tom Hicks getroffen hat, gilt allerdings als offenes Geheimnis.

Der Ex-Bayern-Trainer selbst erklärte am Sonntagabend bei "RTL", dass er mit seiner Familie in die USA zurückkehren wolle und frühestens nach der WM 2010 vielleicht eine neue Aufgabe im Fußball angehen wolle.

Benitez reagiert mit Ironie

Klinsmanns Aussagen brachten Benitez ebenso auf die Palme wie die Kritik des früheren Liverpooler Kapitäns und Teammanagers Graeme Souness.

"Beide haben fantastische Bilanzen als Vereinstrainer, nicht wahr?", sagte Benitez der "Daily Mail" mit beißende Ironie.

"Schaut euch nur an, was die beiden als Trainer geleistet haben. Fantastisch. Man wird sich das ansehen und wissen, wie man deren Aussagen behandeln muss."

Dass Klinsmann zuletzt als sein Nachfolger gehandelt wurde, macht Benitez angeblich nichts aus:

"Das interessiert mich nicht"

"Ich weiß nicht, ob Klinsmann einen hintergründigen Plan verfolgt, indem er zweimal auf Sky auftaucht, wenn wir spielen. Alles, was ich weiß, ist, dass solche Dinge auch noch in vier oder fünf Jahren vorkommen werden und es mich auch dann nicht interessieren wird."

Die Verantwortlichen des FC Liverpool, der in der Premier League der Musik hinterherläuft, hatten Benitez nach dem Aus in der Champions League eine Jobgarantie gegeben.

Der 49-Jährige hatte vor wenigen Monaten einen neuen Fünfjahresvertrag beim 18-maligen englischen Meister erhalten.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel