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Aston Villa stand zuletzt 1994 im Finale des Ligapokals - und besiegte Manchester United © getty

Während für Aston Villa das Carling-Cup-Finale das erste Endspiel seit Jahren ist, war ManUnited schon sechsmal im neuen Wembley.

Von Christian Stüwe

München - Aston Villa spielt eine gute Saison und belegt aktuell den siebten Rang der Premier League.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Carling Cup schaffte es der traditionsreiche englische Klub gar bis nach Wembley.

Dennoch sind die "Villans" im Finale krasser Außenseiter, den der Gegner ist die Startruppe von Manchester United (So., ab 15.55 Uhr LIVE im DSF).

Bei den "Red Devils" stehen jede Menge abgezockte und finalerfahrene Profis im Kader, auf der Gegenseite stehen trotz Routiniers wie John Carew oder Emile Heskey viele Spieler vor ihrem ersten echten Endspiel.

Kapitän Stilian Petrov glaubt dennoch, dass sein Team der Aufgabe gewachsen ist.

"Die Jungs sind total entspannt", sagt der Bulgare: "Auch wenn ihnen die Wichtigkeit des Spiels absolut bewusst ist."

Aston Villa 1894 zum ersten Mal Meister

1894 feierte Aston Villa die erste englische Meisterschaft, viele weitere Titel folgten.

1981 wurden die "Villans" letztmals Meister und gewannen im darauf folgenden Jahr den Europapokal der Landesmeister.

Nach dem größten Erfolg der langen Vereinsgeschichte wurde es dann etwas still um den Klub aus Birmingham, Mitte der 90-er wurde zwar noch zweimal der Ligapokal gewonnen, ansonsten blieben die großen Titel aus.

"Im Finale ist alles möglich"

Nun will Villa an die alten Tage anknüpfen, ein Sieg gegen ManUnited soll ein erster Schritt sein.

"Wenn man erst einmal im Finale steht, ist alles möglich", sagt Petrov: "Wir fahren nicht nur nach Wembley, um zu sagen: Hey, wir waren dabei. ManUnited ist ein harter Brocken. Aber in einem Spiel kann alles passieren."

"Ein Moment voller Stolz"

Keine Frage, das Finale ist für das Team von Trainer Martin O'Neill etwas ganz Besonderes.

"Es ist ein Moment voller Stolz vor mich", sagt Petrov: "Viele große Spieler mussten ihre Karriere beenden, ohne ein Finale gespielt zu haben oder die Chance gehabt zu haben, etwas zu gewinnen."

ManUnited will keine Verlängerung

Während die "Villans" also auf ihre Außenseiterchance hoffen, geht der Favorit die Sache etwas pragmatischer an.

Viele United-Spieler können ihre Finalteilnahmen wohl nicht mehr an den Fingern ihrer beiden Hände abzählen.

Dementsprechend scheint auch die Erwartungshaltung an das Carling-Cup-Finale.

"Wembley ist ein schöner Ort und es ist immer toll ein Finale zu spielen", sagt Innenverteidiger Nemanja Vidic: "Aber ich hoffe, wir erledigen das in 90 Minuten. Wir wollen kein Elfmeterschießen."

Sechsmal in Wembley - fünfmal Elfmeterschießen

Vidics Wunsch hat einen Hintergrund. Sechsmal schon standen die Mannen von Trainer Sir Alex Ferguson in Finals im neuen Wembley-Stadion, das 2007 eröffnet wurde.

Und fünfmal musste das Elfmeterschießen entscheiden, dreimal gewannen die "Red Devils". Das sechste Finale verlor ManUnited in der Verlängerung gegen Chelsea.

Diesmal soll es also möglichst in der regulären Spielzeit klappen. Den wichtigsten Sieg hat ManUnited sowieso schon im Halbfinale errungen.

Halbfinale: Sieg im Stadtderby

In zwei hochdramatischen Partien wurde der verhasste Stadtrivale Manchester City aus dem Wettbewerb geworfen.

"Das Finale wird nicht so emotional wie die Halbfinale. Es ist ein völlig anderes Spiel", sagt daher auch Ferguson.

Villa hat ManUnited 1994 das Triple verdorben

Für Manchester scheint das Finale kaum mehr als eine Pflichtaufgabe zwischen Meisterschaft und Champions League zu sein.

Doch Ferguson hat noch eine sehr alte Rechung offen.

"Zuletzt haben wir 1994 ein Finale gegen Aston Villa gespielt und verloren. Das hat uns das Triple gekostet", erinnert sich der Trainer.

Viele Spieler Fergusons dürften damals noch die Schulbank gedrückt haben, doch der alte Trainerfuchs hat nicht vergessen.

Und zur Sicherheit hat er schon einmal Elfmeter trainieren lassen.

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