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Andrei Arschawin hat bisher 36 Länderspiele für Russland gemacht © getty

Andrei Arschawin ist in dieser Saison ein heiß gehandeltes Transfergerücht. Jetzt gibt der Russe erneut eine Bewerbung ab.

St. Petersburg/Dortmund - Andrej Arschawin war die große Entdeckung der Fußball-EM 2008, doch seit im Sommer ein Wechsel zu seinem Traumverein FC Barcelona oder zu Tottenham Hotspur scheiterte, schiebt der "kleine Zar" zu Hause in St. Petersburg großen Frust.

Der 27-Jährige will seine Heimatstadt im Winter unbedingt verlassen.

"Ich kann mir meine Zukunft nur außerhalb Russlands vorstellen", sagte der Angreifer von UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg und Hobby-Modedesigner, der am Samstag (20.15 Uhr) im WM-Qualifikationsspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft die Dortmunder WM-Arena zum großen Laufsteg in eigener Sache umfunktionieren will.

Top-Klub gesucht

"Er hat die Hoffnung noch nicht verloren, in einem der Top-Klubs in Europa zu spielen. Dabei geht es ihm nicht so sehr ums Geld, sondern um seine professionellen Ambitionen als Fußballer", erklärte Arschawins Manager Dennis Lachter.

Geld könnte der kleine Stürmer auch in St. Petersburg im Überfluss verdienen, er müsste nur das Zenit-Angebot einer Vertragsverlängerung bis 2013 annehmen.

Sein Gehalt würde auf sechs Millionen Euro pro Jahr verdoppelt.

Zu teuer für Barcelona

Doch Arschawin will etwas anderes. "Ich brauche eine neue Herausforderung. Ich bin keine 20 mehr. Ich möchte noch mal andere Erfahrungen sammeln und in einer Liga mit vielen starken Gegnern Spielen", sagte er zuletzt der Bild am Sonntag.

Wie bei "Barca", das Arschawin seit seiner Jugend verehrt, oder in der englischen Premier League, wo sein Nationalmannschaftskollege Roman Pawljutschenko bei Tottenham den Platz einnahm, den die Spurs eigentlich für Arschawin vorgesehen hatten.

Doch sowohl Barcelona als auch Tottenham waren nicht bereit, die von St. Petersburg geforderte Ablösesumme von 30 Millionen Euro zu zahlen.

Champions League muss sein

"Die Möglichkeit zu wechseln war da. Aber Zenit hat mich einfach nicht gehen lassen", meinte Arschawin, der mit seinem Klub trotz aller Gas-Millionen nach einer durchwachsenen Saison bei 14 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Rubin Kasan nur noch theoretische Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung hat.

Sogar um die erneute Qualifikation für die Champions League müssen sie zittern. Doch auf dieser Bühne will Arschawin weiter spielen.

"Ich glaube, dass ich nach dem Jahreswechsel bei einem anderen Klub spielen werde", meinte er. Laut Lachter seien aus England zurzeit Newcastle, Middlesbrough und Aston Villa interessiert.

Russische Speerspitze in Tottenham?

Tottenhams Coach Juande Ramos könnte sich zudem vorstellen, Arschawin zusätzlich zu Pawljutschenko zu verpflichten. "Zusammen könnten sie ein perfektes Duo bilden und an ihre Erfolge von der EM anknüpfen.

Tottenham hat immer noch die Chance auf diese russische Speerspitze", sagte der frühere englische Nationaltrainer, dessen Team allerdings nach einem katastrophalen Saisonstart mit nur zwei Punkten aus sieben Spielen Letzter ist.

Arschawins Wechselwunsch hat nichts mit seiner Heimatstadt St. Petersburg zu tun. Er mag die Stadt und das Umfeld, die Fans lieben ihn.

"Es ist eine Ehre in München zu spielen"

Erst in der vergangenen Woche eröffnete er in Puschkin, wenige Kilometer vor den Toren der alten Zarenstadt, ein SOS-Kinderdorf, spielte mit den Kindern Fußball und schenkte ihnen eigene Bälle.

Spekuliert wurde in den letzten Wochen auch immer wieder einmal über ein Interesse von Bayern München - und von Arschawin gab es höfliche Worte für den deutschen Rekordmeister.

"Das ist der einzige Top-Klub in Deutschland", sagte er: "Es ist eine Ehre für jeden, in München zu spielen. Für mich natürlich auch."

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