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Jerome Boateng spielte in der Bundesliga für Hertha BSC und den Hamburger SV © getty

Der Verteidiger ist vor dem Saisonstart der Deutsche mit den besten Chancen in der Premier League. Bei SPORT1 zeigt er sich zuversichtlich.

Von Martin Volkmar und Bernd Felden

München/London - Michael Ballack kann seinen Titel nach seinem Abschied aus England nicht verteidigen.

In Jerome Boateng könnte aber erneut ein Deutscher die Meisterschaft in der Premier League holen, die am Samstag in die neue Saison startet.

"Wir haben Superspieler und müssen möglichst schnell zur Mannschaft werden. Dann können und wollen wir um den Titel mitspielen", sagt der Neuzugang von Manchester City bei SPORT1.

Ausgerechnet Boateng, dessen Halbbruder Kevin Prince Ballack im FA-Cup-Finale aus der WM trat und damit mittelbar auch Anteil daran hatte, dass der Vertrag des damaligen Nationalmannschafts-Kapitäns bei Double-Gewinner FC Chelsea nicht verlängert wurde. (Alle internationalen News)

Chelsea vor schwerem Jahr

Ohne Ballack und zahlreiche andere Stars wie Deco, Joe Cole und Ricardo Carvalho, die ebenfalls die Blues verlassen mussten, dürfte die Titelverteidigung ein schweres Unterfangen werden.

Die nach wie vor mit Weltklassespielern wie Didier Drogba gespickte Elf wirkt zu dünn besetzt für die strapaziöse Mehrfachbelastung, zudem lief die Vorbereitung alles andere als reibungslos.

Abschreiben will das Team von Erfolgcoach Carlo Ancelotti dennoch niemand. Wie immer in den letzten Jahren sind auch diesmal im Titelrennen die "Fab Four" mit Chelsea, Manchester United, Arsenal und Liverpool in der Verlosung.

Hinzu kommt neben ManCity nach seiner starken Vorsaison auch Champions-League-Teilnehmer Tottenham Hotspur.

"Absoluten Favoriten gibt es nicht"

"Einen absoluten Favoriten gibt es nicht, aber der Kreis ist derselbe wie in den letzten Jahren: Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester United", erklärt Thomas Hitzlsperger von West Ham United, neben Boateng und Robert Huth (Stoke City) der dritte Deutsche in der Premier League, im Gespräch mit SPORT1.

"Und auch Manchester City hat wieder so nachgerüstet, dass sie ein Wort um den Titel mitreden werden."

Während sich die anderen Mannschaften nach Jahren der Mega-Investitionen in diesem Sommer merklich zurückhielten, haben die "Citizens" dank der Öl-Millionen der Besitzer, der Herrscherfamilie des Golfscheichtums Abu Dhabi, als einziges Team massiv eingekauft.

Neben Boateng (geschätzte Ablöse: 13,4 Millionen Euro) wurde unter anderem auch den spanischen WM-Star David Silva vom FC Valencia (29,2 Millionen) und Yaya Touré vom FC Barcelona (34 Millionen) geholt.

Boateng will sich schnell bei City etablieren

In diesem von Roberto Mancini gecoachten Star-Ensemble möchte sich der Zugang vom Hamburger SV möglichst schnell etablieren.

"Natürlich möchte ich einen Stammplatz. Aber den muss ich mir erkämpfen, das ist ja kein Wunschkonzert", sagt Boateng.

In der kurzen Zeit seit seinem verlängerten WM-Urlaub hat der 21-Jährige immerhin ein Haus in Manchester gefunden, ansonsten aber nichts von seiner neuen Heimat gesehen.

"Schon im Training ist alles anders: Anstrengender, schneller und auf einem höheren Niveau. Deshalb bin ich nach den Einheiten nur noch ins Hotel, weil ich müde war", erzählt Boateng.

"Entscheidung hatte rein sportliche Gründe"

Trotzdem ist er sicher, sich in Manchester durchzusetzen: "Die Entscheidung für die Premier League hatte rein sportliche Gründe, denn das ist für mich die beste Liga der Welt. Da wollte ich schon als Jugendlicher hin. Ich hätte auch woanders hingehen und viel Geld verdienen können."

Die Finanzen waren auch für Hitzlsperger nicht das entscheidende Kriterium für seine Rückkehr nach England, wo er schon bis 2005 für Aston Villa spielte.

"Ich habe eine schwierige Saison hinter mir, jetzt mache ich einen Neuanfang", sagt "The Hammer", der im Vorjahr zunächst beim VfB Stuttgart seinen Stammplatz verlor, nach seinem Wechsel auch bei Lazio Rom meist nur zweite Wahl war und daher schließlich die WM verpasste.

Hitzlsperger zurückhaltend

"Mein persönliches Ziel ist es vor allem wieder jede Woche zum Einsatz zu kommen, was in der letzten Spielzeit ja leider nicht der Fall war", meint der Mittelfeldspieler, der ansonsten zurückhaltend bleibt:

"Mit West Ham wollen wir versuchen, uns im Tabellen-Mittelfeld zu stabilisieren und dann den Blick nach oben zu richten. Aber erstmal geht es darum, nicht wie zuletzt wieder bis zum Schluss gegen den Abstieg zu kämpfen."

Die besten Chancen der zahlreichen Erstligisten aus der englischen Hauptstadt hat vom Potenzial her vermutlich diesmal der FC Arsenal, wenn die Truppe von Arsene Wenger endlich wieder mal eine ganze Saison Konstanz auf höchstem Niveau zeigt.

Neuaufbau bei ManUnited fiel aus

Schwer zu bewerten sind Dauer-Meister ManUnited und Liverpool. Bei den "Red Devils" fiel der nach dem frühzeitigen Champions-League-K.o. gegen den FC Bayern groß angekündigte Neuaufbau aus, das überalterte Team von Alex Ferguson bräuchte aber dringend frisches Blut.

Aufbruchstimmung herrscht hingegen in Liverpool, nachdem der befürchtete Ausverkauf nach dem katastrophalen siebten Platz im Vorjahr ausblieb.

Unter dem neuen Teammanager Roy Hodgson (kam vom FC Fulham) scheinen die Reds, die sich unter anderem mit Joe Cole verstärkten, wieder bereit für große Taten.

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